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Woche 5 19.05. - 24.05. - Don't stop

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Woche 5 19.05. - 24.05.

Motorrad-Reisen > München Bangkok 2025 > Berichte
Berichte

Datum: 24.05.2025 Ort: Song Kul Km: 390 Land: Kirgistan
 
Es ging heute wieder zeitig nach dem Frühstück los. Erst hatten wir noch ein kurzes Briefing von unserm Guide Willy. Bei herrlichem Wetter starteten wir unsere Tour. Zuerst waren wir 15 Bikes in einer Reihe, bis sich diese in ihre einzelnen Grüppchen aufteilte. Wir mussten noch tanken, denn gestern haben wir zum ersten Mal unsere Bikes nicht mehr aufgetankt, sondern sind direkt ins Hotel gefahren. Gestern Abend war das Essen recht rudimentär. Sie deckten draussen den Tisch und wir sahen, dass ein Unwetter kommen wird. Der Service aber servierte seelenruhig zuerst den Salat und anschliessend eine Suppe. Die Hauptspeise war mit gebackenen Forellen mit einigen Kartöffelchen. Innert einer halben Stunde haben wir alle Gänge gegessen. Den Hauptgang konnte nur noch runtergeschletzt werden, denn die ersten Regentropfen garnierten bereits unsere Teller. Um 20 Uhr war bereits Bettruhe angesagt. Ich schlief die ganze Nacht durch bis um 6 Uhr. Die Fahrt heute war richtig traumhaft. Die Berge hier sehen aus wie in der Schweiz, nur haben sie noch viel mehr Farben. Von Braun ins Grün, dann wieder Gelb, Grau oder Oker. Die ersten 200 Kilometer waren Asphalt und führte uns meist durch Dörfer hindurch. Dann bogen wir ab und waren einsam auf unserer Gravel-Strasse. Anfangs ging das noch ganz locker, doch dann wurde das Fahren erheblich schwerer. Entlang an einem wunderschönen Fluss, eingerahmt von herrlichen Bergen. Der erste Pass war auf 3200 Meter und der Zweite auf 3400 Meter über Meer. Eine herrliche Aussicht präsentierte sich. Jetzt sind wir auf rund 300 Meter über Meer und übernachten in einem Jurten-Camp direkt am See Song Kul. Das ist sehr idillisch und wirklich schön gelegen. Um 19 Uhr gibt es Znacht. Ich habe einen Bärenhunger, denn ich habe nach dem spärlichen Frühstück nichts mehr gegessen. Morgen sind wir immer noch in Kirgistan, nicht wie angekündigt in China. Ich habe mich einfach um einen Tag vertan. Sorry. Alles weitere dann im nächsten Bericht.

Datum: 23.05.2025 Ort: Toktogul Km: 325 Land: Kirgistan
 
Heute Morgen sind wir um 8 Uhr nach einem spärlichen Frühstück bei rund 25 Grad und leicht bedecktem Himmel abgefahren. Willy, unser Road-Käpten führt uns aus der Stadt Osch heraus und von da an waren wir auf uns allein gestellt. Ich fuhr voraus und es kamen x kleinere Dörfer, die wir durchfahren mussten. Das Gelände eher flach und die Strassen waren wunderbar. Endlich konnte man wieder normal mit den Bikes fahren. Kein Schotter, keine Schlaglöcher einfach nur gut. Wir konnten richtig Gas geben und waren aufgestellt. Plötzlich funktionierte mein Mapsme nicht mehr und ich bat Max an die Front, denn seines zeigt den richtigen Weg an. Einmal haben wir uns kurz verfahren, waren aber bald wieder auf der richtigen Route. Nach gut 90 Minuten machten wir eine Kaffeepause um anschliessend wieder auf die Route zu gehen. Bei einer Tankstelle nochmals eine Pause und dann kamen die Berge mit unheimlich langen Stauseen. Türkisgrün war das Wasser und die braunen Berge dazu ergaben ein richtig schönes Bild. Zum Schluss mussten wir noch über einen kleinen Pass fahren, der auf 1400 Meter über Meer liegt. Kurz nach dem Pass sahen wir auch schon unser Hotel, welches nahe am Stausee drohnt. Das Hotel ist sehr schön gelegen, doch die Qualität ist etwa im ein Sterne bereich. Es hat hier Kirschbäume und Aprikosenbäume. Die Kirschen sind schon bald essreif. Einige schöne habe ich heruntergepflückt und natürlich genüsslich gegessen. Ich hatte richtig Lust darauf. Wir werden heute Abend um 19.30 Uhr zusammen Essen. Es gibt frische Forellen für uns alle. Ich bin gespannt, wie sie schmecken. Es ist jetzt 17 Uhr und hätte eigentlich schon etwas Hunger, doch hat es keine Alternativen von Restaurants. Also heisst es einfach warten. Morgen ist der letzte ganze Tag in Kirgistan und übermorgen kommt dann der Border nach China. Es graust mir schon jetzt.

Datum: 22.05.2025 Ort: Osch Km: 0 Land: Kirgistan
Heute ist Ruhetag. Juppiiiii! Ich bin heute recht früh zum Frühstück. Der Klassiker, Kaffee, Eier und ein bisschen Brot mit Butter. Das sollte für den Anfang reichen. Anschliessend bin ich zur nächsten Bank gewatschelt und habe 100 Dollar in die kirgisische Währung gewechselt, damit ich Ready bin für dieses Land. Tanken, Essen und Trinken, sollte dies abdecken. Dann wieder zurück ins Hotel und auf mein Bike gestiegen und zur Motorradwäsche in einigen hundert Metern gefahren. Aber Niet, er hat zu viel zu tun und ich soll später wieder kommen. Das habe ich dann auch gemacht. Um 10 Uhr kam die Massage-Tante auf mein Zimmer und die hat mich durchgeknetet, als wäre ich ein Teigknollen. Das hat ein paar Mal richtig weh getan, aber es hat auch gut getan. Ich fühlte mich nach einer Stunde wie halb neu geboren. Mensch war das herrlich. Anschliessend bin ich wieder aufs Bike gestiegen und wieder zu Autowäscher gefahren und dieses Mal hatte er Zeit. So bekam mein Bike ebenfalls eine Kur, wie ich es bei der Massage-Tante bekommen habe. Das Bike sieht zwar nicht ganz wie neu aus, aber wenn man bedenkt, wie es ausgesehen hat, ist das wie rundum erneuert. So, jetzt ist das Bike und ich wieder auf Vordermann und jetzt gehe ich in ein Kaffeehaus und trinke einen Cappuccino. So bin ich etwa eine viertel Stunde gelaufen und habe mich in das Kaffee gesetzt. Beim Kaffee-Trinken habe ich nochmals in meine Homepage geschaut um zu lesen, wann ich vor 8 Jahren hier gewesen bin. Sage und schreibe, ich war auf den Tag genau am gleich Tag vor 8 Jahren auch hier und im gleichen Hotel. Das ist schon erstaunlich. Als ich wieder im Hotele angekommen bin, bin ich ins Hotelrestaurent, um eine Kleinigkeit zu essen. Ich habe ein chinesischer Salat gegessen. Was daran chinesisch war wissen die Götter. Auf alle Fälle hatte es Koriander daran gehabt. Ich weiss, viele mögen den Koriander nicht, doch ich habe früher das Kraut auch nicht gemocht und heute habe ich gar keine Mühe mehr damit. Ich finde es gibt einfach einen speziellen Geschmack. Dann haben wir noch draussen bei den Bikes gequatscht und für heute Abend abgemacht, dass wir zusammen mit dem Taxi an den Bazar fahren und dort noch einen Rundgang machen. Im Moment ist es draussen viel zu heiss, um dorthin zu laufen, denn es würde etwa 45 Minuten dauern und dass bei der Hitze tun wir uns das nicht freiwillig an. Wahrscheinlich essen wir dort irgendwo auch noch etwas und dann mit dem Taxi wieder zurück. Morgen geht es wieder mit dem rundum erneuerten Bike und mich weiter. Mal schauen, was der Tag dann so mit sich bringt.

Datum: 21.05.2025 Ort: Osch Km: 418 Land: Kirgistan
Uff, endlich geschafft. Das war ein Stück Schwerstarbeit. Aber der Reihe nach. Heute Morgen gab es um 6.30 Uhr Frühstück. Ich nahm zwei Eier, ein kleines Stück Brot und dazu eine Tasse Grüntee. Vorher habe ich das Bike noch startklar gemacht, sodass ich um 7 Uhr losfahren konnte. Unser kleines Trüppchen, Richi, Max und ich machten uns auf den Weg. Es ging nur wenige Kilometer und die Scheissstrassen wie in den letzten zwei Tagen begannen. Off-Road im wahrsten Sinne, und diese wurden nicht besser, sondern einfach nur schlechter. Erst ging es einen Pass hoch, man könnte mich erschlagen, ich weiss den Namen einfach nicht. Auf alle Fälle kamen wir oben auf 4670 Meter oben an. Zuoberst war die Fahrfläche, denn von Strasse kann keine Rede sein, vereist und zum Glück hatte es Dreck auf dem Eis, sodass wir die Fahrfläche einigermassen fahren konnten. Als wir über die Passkante schauten, trauten wir unseren Augen nicht. Was da als Fahrfläche noch vorhanden war, das würde ich freiwillig niemals fahren. Einfach nur Dreck mit einigen Fahrrillen und die versuchte ich immer zu treffen. Manchmal gelang es mir und manchmal auch nicht. Dann schob das schwere Gefährt mächtig seitlich und irgendwie gelang es uns allen, die Bikes in Fahrtrichtung zu halten. Ich denke da an Motorrad-Kollegen, die hätten sich vorher in die Hosen geschissen, wenn sie dort runter hätten fahren müssen. Als wir dann endlich unten waren, war da eine Strasse, natürlich voll Off-Road und die war wie ein Waschbrett. Querrillen, soweit das Auge reicht. Das Rattert unaufhörlich und mir tut das Bike einfach leid, wenn es so viel Vibrationen aushalten muss. Ich bin immer erstaunt, was die Bikes alles aushalten müssen. Aber unsere Bikes laufen und laufen. Wir sind dann nach 180 Kilometer an den tadschikischen Zoll gekommen. Nach gut einer Stunde war der Spuck vorbei und wir konnten die nächsten 20 Kilometer fahren zum kirgisischen Zoll. Auch diese Strecke war nur Horror. Anders kann man das nicht beschreiben. Als wir dort ankamen, mussten wir 2 Stunden einfach warten. Endlich wurden einer nach dem anderen aufgerufen und dann konnten wir weiter. Wir hatten nochmals 190 Kilometer vor uns. In Sary-Tasch machten wir einen Halt. Ich konnte mein Hostel sehen, in welchem ich damals im 2017 übernachtet habe. Im Restaurant tranken wir einen Kaffee und es konnte weitergehen. Von da an hatten wir wieder normale Strassen und man konnte die normale Geschwindigkeit fahren. Das erste Mal seit drei Tagen. Das machte wirklich wieder einmal Spass. Als wir in Osch im Hotel ankamen, merkte ich, dass ich auch in diesem Hotel im 2017 war. Sofort unter die Dusche und wieder kurze Kleider anziehen. Endlich wieder ein normales Hotel, die letzten waren wirklich nur rudimentär. Es gab halt nichts anderes. Übrigens, der Pamir ist einfach wunderschön ich kann jedem empfehlen, das mal anzuschauen. Es ist wirklich atemberaubend. Flächen in allen Variationen und die Berge hauen dich fast um. Wir haben noch zwei Velofahrer gesehen, die die Strecke machen wollen. Hut ab, von deren Leistung. Aber eben, die machen es wie wir, «Freiwillig». Morgen haben wir unseren freien Tag. Ich freue mich auf Osch, denn ich möchte an die gleichen Orte, die ich damals besuchte. Mal schauen was sich so verändert hat. Ich bin auf jedenfall gespannt.

Datum: 20.05.2025 Ort: Murghab Km: 315 Land: Tadschikistan
   
Wieder geht ein schwieriger Tag dem Ende zu. Himmel, bin ich hundemüde. Um 8.30 Uhr sind wir heute los, im Wissen, dass uns wiederum ein anstrengender Tag bevorsteht. Erst mal aus der Stadt hinaus durch dichten Verkehr und dann gings nur noch Bergauf. Auf Strassen, die den Namen kaum verdient hätten. Schlaglöcher und feinster Sand waren wiederum eine grosse Herausforderung. Einen Sturz hat es in der Gruppe auch gegeben, der aber glimpflich ausging. Ein Koffer ist defekt und sonst gar nichts. Er ist in ein Schlagloch gefahren und dann überschlug es ihn und das Bike. Die Löcher sind bis 50 Centimeter tief und wenn man so eines erwischt, fliegst du ab wie eine Rakete. Das Wetter wunderschön und die Berge sind einfach eine Augenweide. Man kann es nicht anders sagen. Wir sind dann auf einen Pass auf 4240 Meter über Meer angekommen. Der mussten wir uns schwer erkämpfen. Die letzten Serpentinen fuhren wir in Sandstaub steil nach oben. Erst habe ich gedacht, das schaff ich gar nicht. Doch im 1. Gang ging es dann langsam vorwärts. Wir hatten heute einen Durchschnitt von 40 Stundenkilometer. Es geht unmöglich schneller. Morgen haben wir nochmals so ein Tag und es hätte auf 20 Kilometer keine eigentliche Strasse, und zwar ist die Strasse im Niemandsland zwischen Tadschikistan und Kirgistan. Wir müssen auch wieder einen Pass machen bis auf 4680 Meter über Meer. Heute schlafen wir in Murghab auf 3600 Meter über Meer, in einem Hotel mit Minus einem Stern. Morgen müssen wir um 7 Uhr abfahren, damit wir zeitig am Border sein werden. Mal schauen, wie lange das Dauern wird. Mehr dann im nächsten Bericht.

Datum: 19.05.2025 Ort: Khorog Km: 227 Land: Tadschikistan
Zweiter Tag im Pamir. Wie schon gestern angekündigt, sind wir alle um 3.30 Uhr aufgestanden und um 4 Uhr losgefahren. Es war noch stockdunkel. Kaum aus dem Dorf waren wir schon im extremen Off-Road und wir sahen auch später nur noch Off-Road. Wir haben für die 227 Kilometer 7 Stunden und 30 Minuten gehabt. Pausen machten wir zwei à 15 Minuten. Den Geschwindigkeitsdurchschnitt kann jeder selbst Rechnen. 30 Stundenkilometer ergibt das ungefähr. Es war mörderisch. Schlaglöcher um Schlaglöcher und dazwischen Staub, Sand und lose Steine. Wir waren wirklich alle auf den Stümpen, aber froh es geschafft zu haben. Morgen wird es wieder im gleichen Stil weitergehen. Wir sind weiterhin am Fluss entlanggefahren, der Afghanistan und Tadschikistan trennt. Das Wetter war schön und warm und man musste immer genügend Abstand halten zum Vordermann, ansonsten man im Blindflug auf der Scheiss-Strasse war, denn der Staub, den der Vordermann aufwirbelte war wirklich sehr unangenehm. Unsere Kleider, ja unser ganzes Equipment war von Staub und Dreck übersät. Links und rechts türmten sich die hohen Berge des Pamir-Gebirges auf und wir fuhren eng am Fluss entlang und links war der Fels. Viele Lastwagen fahren die Strecke ebenfalls. Viele davon aus China, welche neue Autos aufgeladen hatten. Das aber in der wirklichen Schneckentempo von 10 – 20 Stundenkilometer. Chinesische Baufirmen bauen jetzt auch eine neue Strasse aus, um den Handel zu verstärken. Nach der Ankunft im Hotel gings sofort unter die Dusche, um den Staub loszuwerden. Am Bike habe ich den Kotschutz am Hinterrad verloren. Der ist an drei Stellen einfach abgebrochen und beim Zusatztank, sind mir die Riemen gerissen. Das alles von den aussergewöhnlichen Vibrationen. Das ist aber kein Problem. Das Bike lässt sich problemlos auch ohne Kotschutz fahren und die Riemen habe ich ersetzt mit der Reserve. So sollte ich für Morgen wieder bereit sein. Heute Mittag werde ich noch ein oder zwei Stündchen ins Kissen schauen, damit auch ich Morgen fit bin. Am Abend werden wir irgendwo noch etwas essen und sicher früh ins Bett gehen. Mehr dann Morgen.
 

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