Woche 09.03. - 15.03. - Don't stop

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Woche 09.03. - 15.03.

Motorrad-Reisen > Südamerika 2015 > Berichte

Reiseberichte

Ort: Mar del Plata           Kilometer gefahren: 0
Datum: 9. März 2015

So, langsam gehen die flauen Tage dem Ende entgegen. Heute war nochmals Strandleben und Ausruhen angesagt. Am Morgen nach dem Frühstück sind wir auf die Suche nach einer Lavanderia gegangen. Als wir zum Hotel hinauskamen, sahen wir 30 Meter entfernt eine Wäscherei. Kürzer kanns gar nicht sein. Dort gaben wir, wahrscheinlich das letzte Mal, unsere Wäsche ab und bezahlten für diese 35 Pesos (100 Pesos sind 11 Franken). Anschliessend ging es auf einen kleinen Stadtrundgang. Dort sahen wir per Zufall einen sehr grosser Springbrunnen, der zur Musik ein Wasserspiel vollführte. Es war sehr beeindruckend. Anschliessend war Tenufez angezeigt. Badhösli montieren und ab an den Strand. Dort haben wir uns gefühlt wie in Rimini. Unglaublich viele Leute haben glaube ich das gleiche Ritual wie wir gehabt. Wir hatten Glück, dass wir uns noch einen Sonnenschirm mit zwei Stühlen ergattern konnten. Dort lagen und sitzten wir gemütlich bis gegen Abend. Anschliessend ging es wieder zurück ins Hotel. Auf dem Weg holten wir noch unsere Wäsche ab, die schön zusammengelegt in einem Plastiksack wartete. Super Service. Morgen geht es auf die letzten 450 Kilometer nach Buenos Aires. Dort habe ich für die nächsten 3 Tage in einem IBIS-Hotel bereits ein Zimmer reserviert. Wo und wie ich mein Töff hinstellen kann, weiss ich noch nicht. Ich gehe davon aus, dass eine Parkmöglichkeit vorhanden ist.

Ort: Buenos Aires         Kilometer gefahren: 419
Datum: 10. März 2015

So, jetzt ist es soweit. Unsere Expedition geht langsam in seine Endphase. Heute sind wir in Mar del Plata so gegen 9 Uhr abgefahren. Uns hat überrascht, wie gross das Mar del Plata überhaupt ist. Es ging eine ganze Weile, bis wir endlich auf der Autobahn Richtung Buenos Aires waren. Von da an wars dann recht einfach.  Rund 400 Kilometer auf der Autobahn sind natürlich nichts spannendes. Doch muss man auf den hiesigen Autobahnen immer wieder mit Fussgänger, Velofahrer usw. rechnen. Auch gehen die Autobahnen mitten durch die Dörfer  hindurch. Dort wird dann die Geschwindigkeit auf 80 oder sogar 60 reduziert. Dass sich alle daran halten ist natürlich eine Ilusion. Töfffahrer müssen im allgemeinen keine Autobahngebühr bezahlen. Man kann einfach an den Seiten hindurch fahren. Allerdings vor Buenos Aires mussten auch die Motos 10 Pesos bezahlen. Wir sind wiedereinmal an zig Rindviecher vorbeigefahren. Es hat Wiesen, die grösser sind, als der ganze Kanton AI. Ab und zu hatte es wiederum einige kleine Seen und die Rinder standen bis zum Bauch im Wasser. Ich vermute, dass sie dort Abkühlung suchten. Auf dem ganzen Weg hatten wir stets über 30 Grad. In  Buenos Aires gipfelte dann das Thermometer bei 33 Grad. Solange man fahren konnte, war die Hitze nicht das grosse Problem. Doch als wir dann in  BA ankamen, mussten wir einige Rotlichter hinnehmen, welche uns wirklich die Schweissperlen heraustrieb. Wir fanden das Hotel IBIS auf anhieb und die Reservation hat hervorragend geklappt. Den Töff konnten wir in die Hoteleigene Parkgarage stellen. Dort steht er jetzt sicher gut, bis zu seiner Abreise. Morgen geht es dann los mit der Organisation unseres Rückzuges. Zuerst müssen wir zum Lufthansa-Broker-Büro. Dort erfahren wir dann wann und wie der Töff fliegt. Anschliessend erst können wir unsere Flüge dann buchen. Wir lassen uns überraschen. Auf jedenfall geniessen wir noch die letzten Tage in BA.

Ort: Buenos Aires         Kilometer gefahren: 0
Datum: 11. März 2015

Ein Frusttag geht zu Ende. Voller Elan sind wir heute aufgestanden und haben nur einen Kaffee getrunken. So um 9 Uhr sind wir los zum Cargo-Lufthans-Broker-Büro. Wir sind gelaufen, denn es waren nur etwa 2 Kilometer. Als wir dort im Büro ankamen, beschied man uns, dass Sie das mit den Motorrädern nicht mehr machen dürfen und das dies jetzt ein Argentinisches Büro macht. Was für eine Enttäuschung. Sie gaben uns die Adresse und wir liefen schnurstracks dorthin. Als wir auf diesem Büro ankamen, beschied man uns, dass das nur ein Spezialist machen darf und wir müssen an eine andere Adresse, welche etwa eine halbe Stunde von BA entfernt ist. Es blieb uns nichts anderes übrig als ein Taxi zu nehmen um uns an die besagte Adresse zu chauffieren. Als wir dort ankamen, erwartete uns schon eine recht nette Frau. Sie sagte uns, dass sie das alles organisieren wird und hat uns alles lang und breit erklärt. Gleichzeitig hatte sie auch gesagt, dass wir Morgen auf den Flughafen fahren sollen, dort werde dann ein Mann sein, der mit uns das ganze Prozedere machen wird. Ebenfalls hat sie auch gesagt, dass wir rund 20000 Pesos für den Transport bezahlen müssen. Dies aber in Cash. Da stockte mir ein bisschen den Atem. Es geht ja nicht ums eigentliche Geld sondern wie komme ich an die rund 20000 Pesos in diese Zeit. Ich kann nur mit meiner Travelcash-Karte Geld beziehen und die hat ein Limit pro Tag von etwa 4000 Pesos. Die anderen Bankomatkarten gehen schlicht und einfach nicht. Nun muss die Wester-Union ins Spiel kommen. Ich habe dies noch nie gemacht. Ich habe unsere Tochter nun beauftragt, dass sie Fr. 2500.—bei der Western Union einbezahlt und Ihr alle meine Daten mitgeteilt. Jetzt kann ich nur hoffen, dass ich bis morgen Abend die Pesos in der Hand habe und sonst geht halt nichts. Am Freitag muss ich dann wieder auf des Argentinische Brokerbüro um zu erfahren, wie der effektive Preis ist. Dann muss ich auf die Bank nebenan und dort die etwa 20000 Pesos einbezahlen und mit dem Beleg wieder aufs Broker-Büro zurück und diesen zur Einsicht geben. Dann werden sie den Transport freigeben und wir können dann endlich BA geniessen. Vorher geht das leider nicht. Heute haben wir X Kilometer gemacht in dieser Sauhitze. Ich schätze es ist etwa 34 Grad und sind dementsprechend auf der „Schnurre“. Jetzt hoffen wir dass wir Morgen noch gut auf den Cargo-Flughafen um 10.30 Uhr kommen werden und dieser Mann auch wirklich eine Hilfe ist.

Ort: Buenos Aires         Kilometer gefahren: 0
Datum: 12. März 2015

Der zweite Frusttag geht zu Ende. Wie auf dem Termin-Plan der „Spezialistin“ von diesem Brokerbüro sind wir um 9 Uhr mit unserem Gepäck und unserem Töff auf den Cargo-Flughafen gefahren. Wir hätten gemäss Plan erst um 10.30 Uhr dort sein sollen, sind aber bereits um kurz vor 10 Uhr schon dort gewesen. Wie abgemacht, habe ich mich telefonisch bei der Speziallistin gemeldet, dass wir da seien und wirklich um ca. 9.20 Uhr kam dann unser Helfer „Tomaso“. Während des Wartens haben wir uns schon unserer Töffkleider entledigt und ich habe begonnen, die Scheibe abzuschrauben usw. Tomaso zeigte mir wo ich hineinfahren soll und ich verabschiedete mich bei Melanie, denn sie durfte wie befürchtet nicht hineinkommen. Ich habe mit Ihr abgemacht, dass Sie im Passagier-Terminal auf mich warten soll. Wir haben einen Treffpunkt ausgemacht, wo sie jede volle Stunde dort sein wird. Als ich in die riesige Abfertigungshalle hineinfuhr musste ich zuerst auf die Waage. 312 Kg hat sie angegeben (ohne Mich). Anschliessend sofort weiter wo bereits ein Palett bereitstand und ich hinauffahren musste. Dann hiess es absteigen und ich wurde angewiesen, die Batterie und die Spiegel zu entfernen. Als ich die Batterie abhängen wollte ging sofort der Alarm los. Scheisse, ich muss zuerst den Alarm wieder ausschalten. Zuerst wieder die Batterie anschliessen um den Alarm auszuschalten. Nun, wo stellt man die Alarmanlage ab? – war nun die Frage. Nach einigem Suchen habe ich dann die Sequenz gefunden und konnte sie stilllegen. Nun wieder die Batterie abhängen und nebenbei wurde der Töff von den Flugenangestellten auf dem Palett festgezurrt. Eigentlich lief alles gleich ab wie beim letzten Mal und ich rechnete damit, dass es jetzt vielleicht noch eine halbe Stunde geht und ich wieder draussen bin. Tomaso kam um die Fahrzeugpapiere und Passkopien zu holen. Dabei schaute er noch auf die Chassis-Nummer und glich diese mit den Zollpapieren, die ich immer bei jedem Grenzübertritt bekommen habe ab. Dabei hat er festgestellt, dass die Nummer nicht mit der Töffnummer übereinstimmt. Er runzelte die Stirn und ich natürlich auch. Als ich die Nummer sah und den Jahrgang des Töffs kam der grosse Schock. Die haben den gleichen Töff, mit welchem ich im 2012 hier war aus dem System ausgegraben um die Nummern nicht immer wieder neu eingeben zu müssen. Es stimmt, ich habe den „Wisch“ unterschrieben und leider nicht nachkontrolliert ob die Daten auf dem Papier mit den Fahrzeugpapieren übereinstimmen. Nun war natürlich das Schlamassel riesengross. Die Zöllner konnten natürlich kein englisch und sie redeten dauernd spanisch auf mich ein und ich verstand kaum ein Wort. Tomaso redete dann und redete weiter immerzu. Dann kam eine so ca. 40 jährige Frau auf mich zu und die konnte wenigstens englisch. Ich erklärte Ihr was meine Vermutung ist betreffend der Nummer. Sie sagte, dass sie das jetzt alles auf dem System nachkontrollieren müssen und dass ich warten müsse. Nun, ich wartete volle vier weitere Stunden. Etwa um 16.30 Uhr haben sie sich bereit erklärt, mir den „Scheiss-Stempel“ zu geben. Tomaso war dauernd mit denen in Kontakt und mit der „Speziallisten“ natürlich auch. Jetzt konnte es weitergehen. In der Zwischenzeit habe ich von Ursula, welche uns das Geld über die Western-Union für den Transport schickte, die Nachricht bekommen, dass wir auf der nächsten Station von Western Union das Geld abholen können. Wir stiegen sofort in ein Taxi und fuhren wieder mitten in die Stadt zu der besagten Adresse. Dort wurden uns dann die 20000 Pesos ohne Probleme ausgehändigt. Western Union hat ja nicht den besten Ruf, doch ich muss sagen, wenn man so im Scheiss ist, ist das die einzige Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen und ich kann wirklich nichts negatives sagen. Jetzt ging es wieder zurück ins Hotel und unter die Dusche. Anschliessend gingen wir noch an einen schönen Ort essen. Eine gute Flasche Wein durfte natürlich nicht fehlen. Morgen geht es noch auf den Zahlungstürk. Mal schauen wie kompliziert dies sein wird.

Ort: Buenos Aires         Kilometer gefahren: 0
Datum: 13. März 2015

Endlich haben wir wieder einmal einen normalen Tag erleben dürfen. Heute Morgen sind wir noch den Transport bezahlen gegangen. Alles ging ungewohnt wie am Schnürchen und mir wurden die Transport-Unterlagen übergeben. Anschliessen sind wir an die Bahnhofstrasse von Buenos Aires gelaufen und haben es uns richtig gemütlich gemacht. Es wurde wieder sehr heiss heute. Im Fernsehen haben sie gesagt dass es 35 Grad sein werde. Vom Gefühl her konnte das so hinkommen. Am Mittag war dann noch das Buchen der Flüge angesagt. Zuerst habe ich es über Ebookers probiert, doch hier hatten sie keine Flüge bis Dienstag. Wieso kann ich nicht verstehen. Dann habe ich es über Edreams probiert und dort hatten Sie Flüge. Nun starten wir am Sonntag um 14 Uhr und kommen um 7 Uhr in London am Montag an. Um Eins geht es dann weiter nach Zürich, wo wir so um 15.30 Uhr ankommen werden. Ebenfalls haben wir uns noch einen neuen Koffer zulegen müssen, denn wir haben unsere Seemanntasche für unsere Töffklamotten gebraucht und die ist jetzt auf dem Motorrad festgezurrt. Wir freuen uns wieder nach hause zu kommen, doch zuerst geniessen wir noch den heutigen Abend und den morgigen Tag natürlich auch.

Ort: Buenos Aires         Kilometer gefahren: 0
Datum: 14. März 2015

Alles hat ein Ende……… Heute war unser letzter ganzer Tag in Argentinien bzw. Buenos Aires. Zum Abschluss haben wir noch eine Besichtigungs-Tour durch die Stadt gebucht, welche uns wirklich sehr gefallen hat. Wir haben noch sehr viel interessantes kennenlernen dürfen. An einigen Orten waren wir schon gewesen und einige Points durften wir noch neu erfahren. Zum Beispiel das Regierungsgebäude von der Präsidentin Kirchner oder dem Papst sein letzter Arbeitsplatz oder auch, dass die von allen vereehrte Evita Peron nur 33 Jahre alt werden durfte usw. Buenos Aires ist wirklich eine wunderschöne Stadt und bietet unglaublich viel. Es hat unzählige gepflegte Parks, wunderschöne alte Häuser oder auch die Viertel, welche sich im Aussehen total unterscheiden. Sei es das Reichen-Viertel Palermo oder das Künstler-Viertel La Boca, der Hafen mit seinen futuristischen Gebäuden usw. Auf jedenfall verging der Tag wie im Flug. Zum Glück hat sich das Wetter auch ein bisschen geändert, denn als wir heute Morgen aufstanden, war der Himmel recht bedeckt und die Temparatur hat sich natürlich auch dementsprechend angenehm angepasst, was einer Stadtbesichtigungs-Tour sehr entgegenkam. Heute Abend gehen wir noch zum letzten Mal etwas Essen und begiessen unseren Abschluss sicher noch mit einer guten Flasche Wein. Morgen werden wir dann nach dem Frühstück langsam zusammenpacken und uns für unser Abreise bereit machen. Einerseits freuen wir uns sehr wieder nach hause zu kommen, andererseits verlassen wir einen spannenden, schönen und abwechslungsreichen Kontinent, der uns sicher immer in guter und herzlicher Erinnerung bleiben wird. Vorallem die Menschen, egal aus welchem Land, haben immer ein Lächeln auf den Lippen und nehmen das Leben, so denken wir zumindest, viel viel leichter als wir. Ein gutes Beispiel haben wir heute Morgen in unserem vereehrten Volksfreund gelesen. Wie kann man so ein „Theater“ machen wegen etwas verleimtem Holz, welches am Funkensonntag verbrannt werden sollte. Dass unser Umweltschutzminister uns schützen will, damit wir ja keine Servelats auf dem Funkenfeuer grillen, wo verleimtes Holz verbrannt wird, kann ich ja noch verstehen, doch möchte ich den Umweltschutzminister sehen, wie er seinen Servelat am Haselstecken bei einem Funken hinein hält. Wenn das unsere Probleme sein sollen, dann haben wir wirklich keine!!! Aufregen nützt leider nichts und Paragraphen-Reiter wird es immer geben. In Südamerika haben sie auch Probleme, die aber um ein Zig-Faches grösser sind. Sie arbeiten zwar an ihren Problemen aber versuchen dennoch Mensch zu bleiben. Dadurch bleiben sie fröhlich und stolz auf ihr Land.

Nun ist es Zeit, dass wir uns bei unseren Lesern verabschieden. Unser Tagebuch macht von heute an Schluss. Wir möchten uns für die positven Rückmeldungen recht herzlich bedanken. Es würde uns freuen, wenn auch die Mitleser-Reisenden ab und zu mal ein kleines Schmunzeln auf den Lippen hatten. Bis bald

The Killer‘s


Schlussbericht

Am Ende einer solchen Reise mache ich immer einen kleinen Rückblick über das Erlebte und versuche einige Themen zu umschreiben, die in den Tagesberichten nicht unbedingt Platz gefunden haben.

Hotel / Hostels / Hosteria
Wir haben eigentlich alle Kategorien durchlebt. Spontan kommen mir etwa 4 Fälle in den Sinn, wo wir fast keine Unterkunft gefunden haben. Ansonsten war die Hotelsuche meistens problemlos. Da wir dieses Mal zu zweit reisten, kamen für uns meist Mittelklasse-Hotels in Frage. Im Schnitt kosteten diese so von 60 – 120 Dollar pro Nacht. Einige wenige Male mussten wir in höherklassigen Hotels übernachten, was dann unser Budget dementsprechend belastete. Andererseits haben wir dann sehr schöne Hostels gefunden, die dann wieder nur 30 Dollar gekostet haben. Wir wussten, dass es auch IBIS-Hotels in Südamerika gibt und sind diese jeweils angefahren. Normalerweise habe ich diese einige Tage vorher reserviert und das hat immer sehr gut geklappt. Ein einziges Mal mussten wir ganz böse unten durch als wir einfach keine Übernachtungsmöglichkeit (wegen der Fasnacht) gefunden haben und wir in einer Wiese einige Stunden liegen mussten. Doch im Nachhinein kann ich auch auf dieses Ereignis mit einem Schmunzeln zurückblicken und denke, dass auch das ein Erlebnis gewesen ist. Die Hotels waren durchwegs sauber und Melanie hat Ihren Seiden-Schlafsack nie gebraucht.

Essen
Die Esserei ist halt auch so ein Kapitel. Wir können natürlich nicht verlangen, dass die Südamerikaner so essen wie wir uns das gewohnt sind. Hier wird grundsätzlich das Essen nicht gewürzt, bzw. nur sehr wenig. Wenn der Teller kommt dann muss man sofort die Salz- und Pfefferbüchse in die Hand nehmen und nachwürzen. Von einem warmen Teller ganz zu schweigen. Saucen können sie nach unserem Gusto leider keine machen. Am besten ist das Fleisch vom Grill (Parilla) und einige Papas fritas dazu. Ich kann mich an zwei Male erinnern, dass wir wirklich spitze gegessen haben. Das eine Mal war in Bolivien in Potosi im „4060“-Restaurant und das andere Mal in Paraguay in Asuncion in einem Einkaufszentrum. Das 4060 habe ich noch von 2012 gekannt und ich freute mich schon vorher auf dieses Nachtessen. Bolivien gilt sonst im Allgemeinen als ein sehr schlechtes Essensland, doch auch da gibt es Ausnahmen.

Strassenzustände / Verkehr
Wir haben meist nur sehr gute Strassen angetroffen. Normalerweise bewegten wir uns ja immer auf den Hauptverkehrs-Achsen. In den Dörfern wird meist die Hauptstrasse geteert und die Seitenstrassen werden gekiest. In den kleinen bis grossen Städten ist dann alles geteert. Offroad-Pisten haben wir nicht viele Kilometer gehabt. Das grösste Stück waren die 72 Kilometer vor El Calafate. Das noch grössere Stück haben wir uns erspart als wir uns entschlossen, nicht nach Ushuaia zu fahren. Dort wären noch 2 Mal 150 Kilometer dazugekommen. Das mit den Offroad-Pisten ist so eine Sache. Es gibt ganz gut befahrbare. Diese sind gewalzt und man kann fast wie auf Teer fahren. Problematisch wird es mit dem Motorrad dann, wenn das Kies tief und ungewalzt ist. Dann kam ich dann einige Male ein bisschen ins Schlingern.

Tiere
Tiere haben wir sehr viele gesehen. Von Papageien bis zu den Alpakas. Aber auch Hunde, die für uns ein grosses Problem darstellten. Man kann sich kaum vorstellen wie viele wilde oder ausgesetzte Hunde es gibt. Ich kann auch kaum einschätzen, wie viele wir tot am Strassenrand gesehen haben. Es sind untertrieben einige hundert. Ganz perfid ist es dann, wenn sie einen angreifen. Einige Male war es uns auch passiert, dass wir uns nur mit Gas geben davon machen konnten. Einmal hatte ein Angriff fast zum Sturz geführt. Man kann es Ihnen manchmal ansehen. Sie warten am Strassenrand und wenn ein Motorrad kommt, bellen und rennen Sie einem hinterher. Dass hier gegen dieses Problem nicht mehr vorgegangen wird ist für uns ein wenig unverständlich. In Patagonien haben wir tausende von Emus und Alpakas gesehen. Diese leben offenbar sehr gut in dieser Pampa. Leider haben wir auch sehr viele von denen tot auf der Strasse gesehen. Es gab Streckenabschnitte wo wir das Gefühl hatten, sie hätten die Strasse mit den toten Tieren gepflastert. Man musste auch dort immer auf der Hut sein, dass einem kein Tier ins Motorrad rennt.

Menschen / Länder
Wir sind durch 5 Länder gekommen. Argentinien, Uruguay, Paraguay und Chile gelten als recht zivilisierte Länder. Bolivien war da eine Ausnahme. Dort merkt man dann schon, dass hier auf einem ganz anderen Niveau gelebt wird. Dort sind die Menschen ganz anders und haben eine andere Kultur. In Sucre konnten wir eine Frau beobachten, wie sie auf dem Trottoir einfach uriniert hatte. Wir staunten nicht schlecht. Das mitten in der Hauptstadt. Die Frauen dort tragen meist mehrere Röcke übereinander und tragen “nichts“ darunter. Dann stehen oder kauern sie einfach hin und lassen „es“ laufen. Für uns „Westler“ ist das fast nicht vorstellbar. Ich glaube auch, dass die Bolivianer das Wort Ferien gar nicht kennen. Einfach mit dem Motorrad durch die Welt zu gondeln und nichts zu machen ist für einen Bolivianer kaum vorstellbar.

Zeit
Im Nachhinein können wir sagen, dass wir die richtige Zeit ausgesucht haben.  Natürlich war es anfangs sehr warm. Wir hatten gemäss unserem Navi Spitzenwerte von 41 Grad. Der tiefste Wert gab es mit 6 Grad an. Die ersten zwei Wochen durch Uruguay und Paraguay waren sehr warm. Als wir dann Richtung Bolivien unterwegs waren, so ab Tucumann, ging es dann in den angenehmen Bereich. Von da an hatten wir für 2 – 3 Wochen wirklich angenehmes Töff-Wetter. Die Atacama-Wüste auf der Chile-Seite wurde dann wieder warm. Von Santiago nach Mendoza, Patagonien und die Anden waren durchwegs sehr angenehm. Erst als wir dann wieder nach Norden kamen so etwa 1000 Kilometer vor Buenos Aires wurde es wieder unbarmherzig heiss.

Gesundheit
Zur Gesundheit gibt es eigentlich nicht viel zu schreiben. Wir hatten bis auf einmal den Dünnpfiff. Vielleicht war es das Essen, Wasser oder aber auch nur die Hitze. Das mit dem Sturz und dem havarierten Fuss ist jedoch noch ein Zeile wert. Mein rechter Fuss macht mir auch am Ende unserer Reise immer noch Probleme. Ich kann froh sein, dass ich die letzten 4000 Kilometer trotzdem noch fahren konnte. Wenn es die linke Seite gewesen wäre, hätte das grössere Probleme bereitet, denn da muss ich die Gänge schalten. Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich den Fuss noch von meinem Doktor untersuchen lassen. Mit Ponstan und täglichem Eincremen wird der Fuss seit 3 Wochen gepflegt.

Wetter
Wir hatten wirklich Glück mit dem Wetter. Einzig die Hitze hatte uns manchmal zu schaffen gemacht. Uruguay und Paraguay waren am heissesten. Gemäss meinem Bordcomputer hatten wir einmal 41 Grad. Das Tiefste was er aufgezeichnet hatte war 6 Grad. Als wir dann von Tucumann Richtung Norden hinaufzogen, war es dann sehr angenehm. Regen hatten wir nur beim Übertritt nach Bolivien und einmal hatte es den ganzen Tag geregnet und zwar war dies ab Mendoza Richtung Süden auf der Routa 40. Wir brachen dann an diesem Tag die Fahrt nach 200 Kilometer völlig durchnässt ab. Sonst war das Wetter immer schön. Der Wind von Patagonien war dann noch eine Sache für sich. Der hat uns wirklich fast weggeblasen. Melanie hatte mich während der Fahrt gefragt, wieso ich mir das nochmals antun würde, da ich ja gewusst hätte, bzw. dies bereits zwei Mal erlebt hatte auf der Fahrt 2012, dass der Wind so unbarmherzig sein wird. Ich habe zu ihr gesagt, dass mir sowieso niemand glauben würde wie das ist und jetzt hätte ich wenigstens eine Zeugin.

Ausrüstung
Unsere Ausrüstung hat eigentlich keine Wünsche offen gelassen. Wir hatten alles was wir brauchten. Kleider für warm und kalt. Technisch hatten wir bis auf unseren Computer-Defekt nichts vermisst. Ich hoffe, dass ich den Computer in der Schweiz wieder reparieren lassen kann. Das einzige was ich heute anders machen würde, wäre, dass Melanie auch Ihr Natel mitnehmen sollte. Es hat einige Male gegeben, dass es von Vorteil gewesen wäre, wenn ich Ihr eine Nachricht hätte schicken können. Beispiel, als sie warten musste vor dem Cargo-Gelände am Flughafen von Buenos Aires.

Motorrad
Ich hatte schon 2012 geschrieben, dass es kein besseres gibt und ich kann das nur wiederholen. Es lief und lief. Total sind wir rund 14 000 Kilometer gefahren. Etwa 8 dl Öl habe ich mal nachgeschüttet und sonst gar nichts. Die Reifen haben wir in Santiago einmal gewechselt, was so geplant war.

Geld
Das ist eines der Hauptprobleme. Vor allem in Argentinien. Bankomaten, sie werden hier Cajeros genannt, gehen die meisten nicht. Es braucht manchmal 5 verschiedene Banken bis man an sein Geld kommt. Die normalen Bankomatkarte funktioniert überhaupt nicht. Das einzige was dann ab und zu geht ist die Travel-Cash-Karte. Diese hat aber wiederum ein Tageslimit von etwa 4000 Pesos, was etwa 440 Franken entspricht. Ich würde das nächste Mal für so eine Reise in der Schweiz Bargeld in Dollars mitnehmen. Argentinien ist so klamm, sie brauchen unbedingt Dollars. Etwas ganz absurdes ist, dass auf den Banken mit einem Kurs von ungefähr 8 Pesos gewechselt wird. Auf der Strasse bekommt man zwischen 11 und 14 Pesos pro Dollar. In Bariloche wurden uns 14 Pesos pro Dollar geboten. Verstehe dass wer wolle!! Ich verstehe das nicht!!

Borders
Die Borders sind halt auch so eine Sache für sich. Es braucht einfach Geduld. Ausser zu und ab Boliven ging das Ganze recht flott. Bei der Bolivien-Einreise standen wir ca. 4 Stunden. An den anderen Übergängen warens so zwischen 1 – 2 Stunden.

Sprachen
Melanie und ich haben einen Crash-Kurs kurz vor der Abreise gemacht. Der hat uns wirklich sehr geholfen. Alles zu verstehen ist aber eine Illusion. Mit Englisch kommt man auch hier sehr weit.

Tagebuch
Das ist für mich ein absolutes Muss. Es gibt einem jeden Tag die Gelegenheit, sich zurückzuerinnern, was den ganzen Tag so alles geschehen ist. Dazu kommt, dass man nach einiger Zeit gar nicht mehr weiss wo man war, oder wie es gewesen ist. Zugleich ist es auch für uns eine schöne Erinnerung an diese spannende, anstrengende und schöne Reise.

Höhepunkte
Eigentlich war die ganze Reise ein Höhepunkt. Wir können nicht sagen, dass Uruguay, Paraguay, etc. schöner gewesen ist als das andere Land. Jedes Land hatte seine Reize. Die Gegenden waren natürlich auch grundverschieden. Die Anden, Atacama, Tucuman, Patagonien, Bariloche, Puerto Madryn, da gäbe es noch viele die wir aufzählen könnten. Alle hatten Ihre Reize.

Sicherheit
Wir haben uns wirklich nie unsicher gefühlt. Ich würde sogar behaupten, dass wir immer sicher waren. Auch wenn es für uns etwas ungewohnt war am Anfang, haben uns die Polizei und Militär-Kontrollen absolut nicht gestört. Es konnte gut sein, dass wir pro Tag 3 -4 Mal an solchen Kontrollen vorbei kamen. Bis auf ganz wenige Male mussten wir anhalten und unsere Ausweise zeigen, ansonsten wurden wir vorbei gewunken.


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