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Woche 02.02. - 09.02.

Motorrad-Reisen > Südamerika 2015 > Berichte

Reiseberichte

Ort: Resistencia                   Kilometer 605
Datum: 2. Februar 2015

Das war happig. Ein ereignisreicher Tag geht dem Ende zu. Wir fuhren so um 8.30 Uhr in Paysandu bei nebelartiger Bewölkung ab. Etwa eine Stunde später hat sich der Nebel aufgelöst und wir fuhren im eitlen Sonnenschein Richtung Mercedes unserer ersten geplanten Station. Von anfänglich 24 Grad im Nebel schlich sich das Thermometer allmählich gegen die 30 Grad, was uns aber nicht weiter störte, denn wir fuhren immer so zwischen 120 – 150 Kilometer in der Stunde, sodass der Fahrtwind seine nötige Kühlwirkung uns nicht verwehrte. So um Mittag um eins waren wir dann in Mercedes und fragten uns natürlich, sollen wir weiter fahren oder sollen wir hier bleiben. Da Mercedes nicht das Gelbe vom Ei war, entschlossen wir uns, weiter zu fahren nach Resistencia – eigentlich unserer zweiten geplanten  Station Richtung der Hauptstadt von Paraguay „Asuncion“. In Mercedes machten wir dann noch zuerst einen Guetzli-Halt, da kamen zwei Touris mit Rucksäcken auf uns zu. Sie fragten erst mal „deutsch“? Wir nein „Schweiz“ aber auch „Deutsch“. Sie sind mit dem Rucksack unterwegs und heissen Jens und von Ihr weiss ich den Namen nicht mehr. Auf jedenfall sind sie von Flensburg. Sie sind 3 Monate unterwegs aber mit Rucksack und Bussen. Sie hatten uns Ihr Leid erzählt mit den Bankomaten. Für uns Schweizer und Deutsche ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir bei jedem Bankomat Geld beziehen können. Hier musst du die Bankomaten bei jeder Bank abklappern bis man Glück hat und einer etwas Geld ausspuckt. In Mercedes gab es keine Bank mehr welche nicht probiert wurde. Ich ging auch nochmals los, um mit meinen Karten Geld zu bekommen. Einfach aussichtslos, auch bei mir!! Ich habe Ihnen den Tip gegeben, unbedingt Dollars als eiserne Reserve zu halten. Dann kann man auf jedenfall bezahlen. Aber ohne, stehst du da wie mit abgesägten Hosen. Wenn man denkt, man hat Geld und bekommt keines ist das schon frustrierend. Du kannst weder tanken, essen, geschweige denn schlafen. Sie haben jetzt über Western Union einen Transfer gemacht und müssen noch bis 16 Uhr warten. Wir hoffen für Sie dass alles geklappt hat. Wir fuhren dann los nach dem gemütlichen Schwatz und wussten nicht was wir uns antun. Wir hatten noch 245 Kilometer vor uns und rechneten rund mit 2 ½ Stunden Fahrzeit was ja nicht aller Welt ist. Mit was wir aber nicht gerechnet haben war die Temperatur. Unaufhörlich stieg die Temperatur auf 39,5 Grad. Ich glaube, der Anzeiger streikte einfach bei diesem Stand. Höher ging er einfach nicht mehr. Fahrtwind hin oder her. Die Hitze war einfach brutal. Völlig fertig kamen wir in Resistencia an und kippten fast vom Motorrad. Ich hatte noch ein schattiges Plätzchen gesucht und Melanie musste sich gleich hinlegen, denn sie hatte einen regelrechten Hitzestau. Das tun wir uns nicht mehr an. Wir hätten gescheiter wie eigentlich geplant in Mercedes bleiben sollen. Ich war auch völlig fertig. Nach einer Viertelstunde Pause machten wir uns auf die Hotelsuche welche recht zügig dann vonstatten ging. Wir fanden mitten in der Stadt ein kleines Hotel und unser Töff steht in einem bewachten Areal. Im Hotelzimmer war nur noch Kleider abziehen angesagt, die Klima hochzufahren und sofort hinlegen. Das ohne zu duschen, wir mochten nicht mal mehr das. Nach einer Stunde schlafen hatten wir uns wieder erholt und konnten dann endlich Duschen. Jetzt war Nachtessen angesagt. Erst noch Geld rauslassen, denn auch unser Bargeld ging mit dem Tanken langsam zur Neige. Nun waren wir die gehetzten. Bei der 6-ten Bank und bei mindestens doppelt so vielen Bankomaten hatten wir endlich Glück und konnten uns das nötige Geld beschaffen. Ich rege mich immer wieder auf und frage mich, wie ist das möglich. Da kommt einem wieder die Toyota-Werbung in den Sinn „Nichts ist unmöglich“.

Ort: Resistencia                        Kilometer 0
Datum: 3. Februar 2015

Heute Morgen sind wir mit einem Donnerwetter aufgewacht. Draussen hat es geschüttet wie aus Kübeln. Nach dem Frühstück wars noch genauso. Was jetzt? Abfahren bei diesem Wetter ist ein no go. Sofort auf den Wetterkanal und der sagt, dass es mehr oder weniger den ganzen Tag so ist. Wir beschlossen, dass wir halt noch eine Nacht hier länger bleiben. Wir brachten unsere Wäsche in die Lavanderia. Einen Sack voll Wäsche, in Kilo kann ich es nicht schätzen, wurde gewaschen und zusammengelegt für 43 Peso. Fr. 11.— sind 100 Peso! Was will man mehr. Gleichzeitig habe ich meine verbrannten Hände gepflegt. Meine Handrücken sind feuerrot und geschwollen. Da ich ohne Handschuhe fahre, hat es die Hände nun von der Sonne voll erwischt. Hoffentlich sind sie morgen ein bisschen abgeschwollen. Ansonsten haben wir gefaulenzt und ein bisschen Bericht geschrieben. Morgen geht es weiter nach Paraguay.

Ort: Asuncion                            Kilometer 329
Datum: 4. Februar 2015

Bei molligen 24 Grad und leichtem Regen sind wir in Resistencia losgefahren. Wir wussten nicht so recht, sollen wir uns über den Regen freuen, denn dem ist es zu verdanken, dass es nicht so heiss ist. Nach gut 70 Kilometer war dann aber der Spass vorbei. Unablässig kletterte bei schönstem Wetter das Thermometer wieder gegen die 30 Grad. Da wir ja immer mit etwa 140 Stundenkilometer unterwegs sind störte dies eigentlich nicht, denn der Fahrtwind nimmt sehr viel von der Temperatur weg. Über unterwegs kann man eigentlich nicht sehr viel sagen. Grasland und nochmals Grasland. Dazwischen hat es ein paar Bäume und Sträucher. Dazu gesellen sich unzählige Rinder und ab und zu ein paar Pferde. Das Gras ist sattgrün. Heute haben wir bei einem Halt die ersten Papageien gesehen. Die waren knallig Lindengrün. Als es dann Richtung Grenze zu Paraguay ging wurde es dann nochmals um einen Schub heisser. Schwubs war es 40 Grad und das ist einfach Brandheiss. Als wir in Asuncion hinein fuhren und wir natürlich die Rote Welle kassierten, brügelte die Sonne nur so auf uns herein. Wir mussten etwa 8 Kilometer vor unserem Hotel halt machen und uns in einem Tankstellenshop abkühlen. Jetzt sind wir in einem IBIS-Hotel und haben natürlich alles nötige was wir brauchen. Meine Glatze sieht langsam nicht mehr so aus wie ein Dalmatiner, denn die sonnengebrannte Kopfhaut hat sich entblättert und ist wieder im Normalzustand. Meine Hände haben sich auch wieder erholt und fangen jetzt auch an sich zu entblättern. Morgen bleiben wir sicher noch eine Nacht hier und entscheiden dann wie wir Paraguay verlassen werden.

Ort: Asuncion                       Kilometer 0
Datum: 5. Februar 2015

Heute haben wir es uns gemütlich gemacht. Nach der gestrigen Hitzeschlacht haben wir heute einen Pausentag eingelegt. Am Morgen haben wir am fakultativen Frühstück teilgenommen. Anschliessend sind wir auf Erkundungstour mit einem Taxi. Dieser führte uns durch die ganze Stadt von einer Kathedrale zur andern und von einem Museum zum andern. Es war sehr informativ, doch verstanden haben wir eigentlich herzlich wenig. Aber schön war es allemal. Beim Präsidentenpalast mussten wir extra für ein Foto aussteigen, was uns fast peinlich vorkam. Doch hier wird der Präsident wirklich verehrt. Die Hauptstadt von Paraguay hat uns sehr gut gefallen. Sie ist modern, vor allem in den Aussenquartieren. Im Zentrum sind noch viele alte Strukturen welche sicher in den nächsten Jahren genauso einen Wandel durchmachen werden wie die Aussenquartiere. Die Leute sind wirklich, und das meine ich wirklich so, herzlich und einfach nett. Wenn du irgendein Problem oder eine Frage hast, wird dir geholfen oder einen Tipp gegeben. Gestern Abend haben wir spitze „Znacht“ gegessen. Als ich bezahlen wollte haute es mich fast um, als ich den Preis sah. Wir hatten ein Menu und ich, weil es so gut war, nahm nochmals ein Nachschlag. Dazu zwei Serveca. Eins gross und eins ein kleines. Dass ich das Grosse hatte muss ich eigentlich nicht schreiben. Ich mache es Trotzdem!! Alles zusammen hat Fr. 12.00 gekostet und war noch spitzenmässig!! Gestern als wir im Hotel ankamen war natürlich erst mal die Frage wo es ein Cajero (Bankomat) gibt. Denn wir hatten noch keine Guaranies. Wir haben im nahegelegenen Supermarkt einige Banken, dort gebe es die Cajeros. Wir sind dann schnurstracks dahin und wieder war Spiessrutenlaufen angesagt. Die verdammten Scheissautomaten haben wieder kein Geld rausgespuckt. Als wir dann weitergingen, stand da plötzlich ganz alleine so ein Scheissding da und ich sagt zu Melanie: Du musst schauen, der geht auch wieder nicht. Karte rein und schwubs, ein paar Sekunden später hatte ich eine Million Guaranies in der Hand. Das sind etwa Fr. 200.--. Das ging aber schnell, beim fünften Automaten hats geklappt. Morgen fahren wir um 7 Uhr ab, damit wir die grosse Hitze vermeiden können. Nächstes Ziel ist Tucuman San Miguel. Dort treffen wir Claudia und Germann. Mit der Fahrzeit rechnen wir so 3 – 4 Tage.

Ort: Presidencia Roque Saenz Pena         Kilometer 491
Datum: 6. Februar 2015

Paraguay ade. Ein wirklich schönes und aufgeschlossenes Land, wie wir wirklich feststellen mussten. Wir mussten beide sagen, dass es schön war, trotzdem dass wir wegen Paraguay etwa 600 Kilometer zusätzlich fahren mussten. Wir konnten uns unter Paraguay überhaupt nichts vorstellen, dass die aber so modern und aufgeschlossen sind hat uns wirklich überrascht und würden diesen Weg jederzeit wieder gehen. Heute Morgen um 7 Uhr nach einem Kaffee haben wir Paraguay wieder verlassen. Wir fuhren pünktlich wie geplant um 7 Uhr im Hotel Ibis ab und fuhren an den 50 Kilometer entfernten Border. Dieser ist sehr glatt abgelaufen und hat uns nur eine halbe Stunde gekostet, wenn man von Kosten sprechen kann. Allerdings wollten Sie uns nach der Durchsicht des Fahrzeugausweises und der Versicherung gleich weiter losschicken. Ich fragte die Zöllnerin, ob wir denn keinen Beleg bekommen müssen. Nein, wir können fahren. Als ich insistierte, dass wir für unser Motorrad einen Beleg brauchen, ging sie zu einem anderen Zöllner und fragte Ihn. Dieser sagte dann, dass wir einen Beleg brauchen und er ihn ausstellen würde. Die Zöllnerin übergab uns an den Zöllner. Es ist halt so, wenn man keinen Beleg hat, kommt man nicht mehr zum Land hinaus mit dem Motorrad und das wollen wir absolut nicht. Nach kurzer Zeit hatten wir unkompliziert diesen Wisch in der Hand und fuhren los. Wir hatten erhofft, dass die Temperaturen etwas erträglich sind, wenn wir am morgen früh losfahren. Dem war aber nur bedingt so. Wir fuhren bei 28 Grad ab und endeten bei 37 Grad hier in Presidencia Roque Saenz Pena. Das ist eine kleinere Stadt in Richtung Tucuman San Miguel und wir mussten gar nicht lange suchen bis wir ein flottes Hotel fanden. Erst mal die Töffklamotten weg und unter die Dusche. Wir haben jetzt gelernt nach mindestens einer Stunde oder 100 Kilometer ist einfach Pause angesagt. Bevorzugt ist eine Tankstelle, wo wir unsere Jacken und Helme mitnehmen und dort einen Kaffee und oder Mineral trinken. Dann kühlt sich alles schön ab und so sind wir wieder bereit für die Weiterfahrt. So kamen wir relativ ausgeruht und nicht total „amene Rumpf“ an. Jetzt müssen wir wieder bis 21 Uhr warten, bis es etwas zu beissen gibt. Vorher ist das Restaurant nicht offen. Morgen geht es weiter Richtung Tucumann.

Ort: Santiago del Estero    Kilometer gefahren: 460
Datum: 7. Februar 2015    

Heute sind wir nicht mehr so früh los. Erst mal Frühstücken. Beim Checkout haben wir noch 2 Brasilianer getroffen, welche ebenfalls mit dem Motorrad unterwegs sind. Sie gehen hoch bis nach Peru. Sie lassen Bolivien aus, da die Bolivianer nicht ganz nett seien und viel geklaut würde. Anschliessend packten wir und los gings durch unglaubliche Weiten. Ich weiss nicht wie viele Kilometer dass wir an Äckern vorbei gefahren sind. Kartoffel-, Mais- und Kornfelder. Alle so gross, dass man kaum das Ende erahnen konnte. Gerne hätten wir noch gesehen, mit was für Maschinen die Felder geerntet werden. Doch nirgends war eine solche Aktivität auszumachen. Es war auch heute wieder heiss. Allerdings wars nicht so heiss wie in Paraguay. Das Thermometer schwankte immer so zwischen 32 und 34 Grad. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Strassen waren meist schnurgerade. Die einzige Abwechslung war manchmal, dass nach 20 – 30 Kilometer die Strasse einen kleinen Knicks hatte und man tatsächlich eine Kurve machen musste. Zwei Vögel mussten auch noch dran glauben. Beide Male sind sie mir direkt ins Motorrad hineingeflogen. Eidechsen haben wir nicht nur laufend über die Strasse gehen sehen, sondern auch solche, die über die Strasse haben laufen wollen und es beim besten Willen halt nicht geschafft haben! Tote Hunde hat es am Strassenrand zuhauf. Ich weiss nicht, wie viele ich heute allein davon gesehen habe. Morgen geht es nach Tucumann San Miguel. Wenn alles klappt, werden wir dort Germann und Claudia treffen und aller Wahrscheinlichkeit auch bei Ihnen übernachten. Tucumann ist nur noch etwa 150 Kilomter entfernt. Das wird nochmals ein heisser Brocken. Dann geht es endlich Aufwärts Richtung Bolivien, wo ich viel angenehmere Temperaturen erwarte, alleine der Höhe wegen.

Ort: San Miguel de Tucumann      Kilometer gefahren: 172
Datum: 8. Februar 2015              

Etwa um 10 Uhr sind wir in Santiago del Estero abgefahren. Etwas spät doch wir haben ja nur etwa 150 Kilometer bis nach Tucumann und wir sind ja erst auf das Mittagessen eingeladen bei Gunterns. Das Mittagessen findet ja sowieso erst so um 14.00 Uhr statt so haben wir ja Zeit zum verschwenden. So um ein Uhr sind wir dann angekommen und es gab wirklich einen herzlichen Empfang. Wir haben uns jetzt fast 3 Jahr nicht mehr gesehen und ich konnte mich noch sehr gut an unsere erste Begegnung bei Gunterns erinnern. Nach der Begrüssung war erst mal Grill angesagt. Argentisches Rindfleisch lag schon bereit und sein Bruder war auch da welcher den Grill betreute. Nach dem Mittagessen ging es erst Mal in den hauseigenen Pool. Es hiess Badehosen und Bikin anziehen. Wir gingen in unser Zimmere hoch und wollten unsere Badesachen auspacken, doch diese waren nirgends zu finden. Jetzt haben wir wirklich nicht viel Gepäck und wir müssen unsere Kleider suchen!?!? Tätsächlich waren unsere Badesachen unauffindbar. Mir kam in den Sinn, dass wir 2 Tage zuvor in einem Hotelpool noch badeten und dann die Badesachen in der Dusche aufgehängt hatten um sie zu trocknen. Diese haben wir natürlich vergessen!! Ich sagte Germann, dass wir unsere Badesachen nicht mehr haben. Innert Minuten waren eine Badhose für mich und ein Bikini für Melanie bereit. Wir zogen uns diese an und badeten mindestens eine Stunde im Pool. Anschliessend machte Germann und Claudia den Vorschlag, dass wir noch auf einen Berg hochfahren und dort Kaffee trinken gehen. Diesen nahmen wir natürlich gerne an und sie führten uns an einen sehr schönen Ort hoch über Tucumann wo wir eine wunderbare Aussicht geniessen durften. Am Abend gab es noch ein wenig Znacht und Germann gab mir noch wertvolle Tips. Der Salzsee von Uyuni sei nicht zum befahren. Der See habe etwa 5 – 10 Zentimeter Wasser und es sei sehr gefährlich mit dem Motorrad trotzdem auf den See zu gehen. Zweitens sei das Motorrad nachher nur noch Schrott. Es würde von der hochgradigen Salzlauge regelrecht zerfressen. Er sei an der Dakar gewesen und hätte zugeschaut, wie die Veranstalter trotzdem die Autos und Motorräder über den See fahren liessen und danach die Fahrzeuge gesehen, die erheblich gelitten haben. Vorallem die Motorräder. Wir fahren nun trotzdem nach Uyuni, denn der Weg dorthin ist wunderschön. Nachher haben wir die Wahl nach Sucre oder direkt wieder nach Potosi zu fahren. Das werden wir aber rollend entscheiden. Morgen geht es weiter nach Salta.


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