Südafrika - Don't stop

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Südafrika

Motorrad-Reisen > Afrika-Tour 2020 > Berichte
Datum: 29. Februar 2020  Ort: Stellenbosch    Kilometer: 182     Land: Südafrika

Heute ist der einzige Tag, der nur alle vier Jahr vorkommt, ja, nämlich der 29. Februar. Das nur am Rande. Wir sind heute spät zum Frühstück. Wir haben ja nichts zum pressieren. Heute geht es nur bis nach Stellenbosch, auch das ist eine Weingegend. Einen kleinen Pass haben wir auch noch im Visier und hoffen, dass das GPS uns an den richtigen Abzweiger bringt. Nach dem Packen ging es los und wir mussten feststellen, dass der Wind sehr viel weniger aktiv war als die beiden Tage zuvor. Wir fuhren alles an der Westküste entlang gegen Süden in Richtung Kapstadt. Irgendwann kam dann der Abzweiger Paarl sodass wir der Küste jetzt ade sagen konnten. Irgendwann sagte dann das GPS, dass wir hier nach rechts fahren müssen und schwups, waren wir auf der «Gebirgsstrasse» über das kleine Pässchen Hellshoogte. Kurze Zeit später fuhren wir in Stellenbosch ein. Auch hier ein kleines schmuckes Städtchen. Unser GPS brachte uns schnurstracks zu unserem Guesthouse. Das Bike durften wir in den Garten stellen, sodass es hier für die nächsten zwei Tage sicher steht. Apropos Sicherheit. Nie, aber auch wirklich nie hatten wir einen Anflug von Unsicherheit. Alles scheint hier in geordneten Bahnen. Am Abend sind wir dann noch ins Städtchen hineinspaziert. In einem Sportgeschäft kaufte ich mir neue sogenannte «Adiletten». Die «Alten» stanken von Fussschweiss, was ich meiner Rolltasche einfach nicht mehr zumuten konnte. Ich habe es mal noch mit waschen versucht aber es blieb beim Versuch. Hat einfach nichts mehr gebracht. Mit DJ habe ich auch wieder Kontakt gehabt. Er ist jetzt in Mumbai und bereit für den Abflug am 1. März. Er fliegt über Dubai und dann nach Kapstadt. Er kommt am 2. März gegen Mittag dort an. Selbstverständlich holen wir Ihn dann am Flughafen ab. Morgen machen wir nochmals einen Braektag und lassen die Seele baumeln. Übrigens das Abendessen heute war himmlisch. Ich hatte Rissotto und Melanie «Tüggen» (Mais). Weiteres dann im nächsten Bericht.

Datum: 28. Februar 2020  Ort: Langebaan    Kilometer: 0        Land: Südafrika

 
Nach einer langen Nacht, wir gingen um 21 Uhr ins Bett, sind wir heute um 8 Uhr aufgestanden. 11 Stunden liegen. Der Wind hat über Nacht ein wenig nachgelassen. Er soll aber gegen 14 Uhr wieder kommen, so die Prognosen. Nach dem Frühstück brachten wir unsere Wäsche noch ins Nebenhaus. Dort hat es eine kleine Wäscherei. Um 17 Uhr können wir unser «Pünteli» wieder abholen. Anschliessend machten wir uns an den Strand und liefen erst die rechte Seite und dann die linke Seite ab. Wiederum überall die Skytsurfer, welche mit den Instruktoren die ersten Gehversuche mit Ihrem Gerät probieren. Längere Zeit schauten wir dem bunten Treiben zu und mussten nachher sagen, «für das sind wir einfach zu alt». Wir hätten nur schon die liebe Mühe, den Schirm richtig in den Wind zu bringen, geschweige dann noch auf das Board aufzusteigen. Über den Schweizer Nachrichtenkanal bekommen wir die Corona-Virus-Krise ein bisschen mit. Wir wissen nicht was wir von alle dem halten sollen. Natürlich haben wir in den letzten zwei Wochen auch von dieser Krise gehört, doch habe ich bewusst auf ein Kommentar darauf verzichtet. Was aber jetzt in der Schweiz abgeht kann ich einfach nicht nachvollziehen. Vielleicht liege ich auch völlig falsch und habe zu wenig Respekt gegenüber diesem Virus. Ich stelle mir nur einfach vor, was denn eine normale Grippe mit uns macht. Auch hier gibt es bedauernswerte Todesfälle und vielleicht gehöre ich auch mal zu dieser Todesfallgruppe. Hier in Südafrika ist der Virus überhaupt kein Thema. Ich bin überzeugt, dass es auch hier sogenannte Infizierte gibt, aber man sieht und hört einfach nichts. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ganz Indien mit mehr als 1,3 Milliarden Menschen keinen einzigen Fall hat. Ich werde weiterhin die Nachrichten verfolgen und hoffe, dass alles dann doch noch gut kommt. Bald schon, am 2. März, kommt DJ aus Indien in Südafrika an. Wir werden dann wie geplant unsere Afrika-Tour in Angriff nehmen. Übrigens hat mir DJ geschrieben, dass er für Malawi in Indien kein Visum bekommen konnte, da der Malawi-Surfer abgestürzt sei. Er müsse in Johannisburg auf das Malawi-Konsulat und dort ein Visum beantragen. Ich habe bereits die Adresse herausgeschrieben, sodass dies kein grosses Problem sein wird. So hoffe ich den. Morgen geht es wieder weiter bis nach Stellenbosch. Stellenbosch liegt unweit vor Kapstadt und soll auch ein sehr schöner Ort sein. Das wird dann die letzte Station mit Melanie sein. Anschliessend fahren wir wieder ins angestammte Hotel nach Kapstadt, wo sie dann am 4. März Ihren Heimflug in die Schweiz antritt. Bis dann aber haben wir ja noch ein bisschen Zeit zusammen.

Datum: 27. Februar 2020  Ort: Langebaan    Kilometer: 248        Land: Südafrika

 
Heute Morgen sind wir relativ früh aufgestanden. Nach einem guten Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und fuhren los an die Westküste von Südafrika. Vorbei an unzähligen grossen Weingütern und Apfelplantagen. Ein Weingut umfasse so ca. 250 Hektaren, wurde uns erzählt auf dem Weintram. Gekeltert würde meist Merlot, Cabernet und Shyraz. Aber auch Spezialtäten hätten ihren Platz wie Pinot, Human rouge etc. Diese würden auch verschnitten mit anderen Weinsorten. Auch Weissweine werden gemacht. Chasslat, Souvignon etc. Mit dem Linksverkehr ist es auch so eine Sache. Eigentlich habe ich keine Probleme damit, aber ab und zu, das heisst, zwei Mal ist es jetzt vorgekommen, bin ich auf der falschen Seite gefahren. Meist kommt es, wenn kein oder sehr wenig Verkehr herscht. Wenn man aus einer Seitenstrasse in die Hauptstrasse hineinbiegt bin ich einfach im grössten Recht auf der falschen Spur gewesen und habe erst gemerkt, als mir ein Auto entgegenkam. Es wurde nie gefährlich aber es ist dann schon peinlich und man entschuldigt sich dann per Handzeichen bei den entgegenkommenden Autofahrer. Je näher als wir heute an die Westküste kamen je stärker wurde der Wind und wurde auf dem Bike recht unangenehm. Melanie sagte kein Wort mehr. Zwischenhinein fragte ich si ob si nach Atme. Gequält kam die Antwort: «De Scheisswind». Ein kleines Schmunzeln konnte ich unter meinem Helm gerade noch verstecken und sagte: «Isch ke Problem» - und ruhig war es wieder. Dieser Wind begleitete uns auf etwa 50 Kilometern bis in das Städtchen Langebaan hinein. Je nach Fahrtrichtung kam er von der Seite oder dann von der Front. Im Rücken hatten wir ihn nie. Natürlich fuhr ich nicht mehr die erlaubten 120 Stundenkilometer, sondern passte die Fahrt dem Wind an mit so um die 100. Etwa um 15 Uhr kamen wir in Langebaan an und bezogen unsere Unterkunft.  Langebaan ist das Mekka der Skytsurfer. Es ist recht faszinierend, wie die mit Ihren Schirmen über das Meer hinaus donnern und Sprünge und Überschläge machen. Es hat auch jede Menge an Skytsurfer-Schulen hier, wo Instruktoren Ihr Wissen weitergeben. Das muss recht mühsam sein. Erst üben sie am Strand mit dem Windsegel und dann müssen sie ins Wasser wo das Aufsteigen auf das Board alles andere als leicht ist. Wir haben jemanden zugeschaut, der völlig entkräftet wieder an Land kam, ohne dass er jemals aufs Brett gekommen ist. Bei den Anderen, die es können sieht das einfach easy aus. Die machen ihren Schirm bereit und steigen mit dem Wind aufs Brett und donnern los. Einmal in diese Richtung und dann wieder auf die Andere. Am Abend haben wir im Hotel gegessen. Das Abendessen ist von 18 – 21 Uhr nachher wird das Restaurant geschlossen. Auch in den anderen Restaurants ist spätestens um 22 Uhr Schluss. Die Südafrikaner stehen relativ am Morgen früh auf und gehen am Abend auch recht früh zu Bett oder was auch immer. So sind die Gepflogenheiten anderer Länder halt sehr unterschiedlich. Wir hocken ja manchmal bis weit in die frühen Morgenstunden in den Bars oder Pups und hier kann man das gar nicht. Morgen bleiben wir noch eine Nacht hier und erkunden unsere Gegend. Auch müssen wir noch Wäsche waschen. Auch das muss halt mal sein.

Datum: 26. Februar 2020  Ort: Franschhoek    Kilometer: 0        Land: Südafrika

Heute stand ganz im Zeichen des Weintrams. Nach dem Frühstück, übrigens es gab Benedikt-Eier, machten wir uns gegen den späteren Morgen in Richtung der Besammlungsstelle, wo sie uns abholen für das Weintram. Pünktlich ging es los. Wir bestiegen den Bus, welcher zu einem Tram umgebaut wurde. Wenig später waren wir bereits auf einem Weingut, welches wir fürs Erste noch ausliessen. Beim zweiten dann stiegen wir aus und probierten die Weine vom Weingut Mont Rochelle. Mit dem weiteren Tram ging es dann weiter zum nächsten und wieder zum nächsten. Nach dem fünften machten wir dann Schluss. Wir hatten genug Wein probiert und auch Intus. Zurück zum Hotel und erst Mal ein Nickerchen machen, war angesagt. Nach gut drei Stunden waren wir dann wieder bei den Leuten. Wir Deppen haben natürlich alles getrunken und nichts in die Spucknäpfe verschwendet. Das hat halt alles seinen Preis. Nun gut, so ging auch der heutige Tag langsam vorüber. Übrigens die Weine waren alle samt gut, bzw. sie wurden natürlich immer besser! Morgen geht es wieder weiter Richtung Norden an die Westküste. Melanie wird noch ein schönes Hotel finden, da bin ich fest davon überzeugt. Franschhoek ist wirklich eine coole Stadt oder besser gesagt Städtchen. Hier geht es wirklich um Wein und Kulinarik. Beides ist vom feinsten und wirklich zu empfehlen und gelegen ist es auch noch wunderschön.

Datum: 25. Februar 2020  Ort: Franschhoek    Kilometer: 178         Land: Südafrika

Nach dem gestrigen ausgezeichneten Geburtstagsessen mit Melanie hatten wir eine gute Nacht. Natürlich hatte die Flasche Cabernet auch ihre Wirkung nicht verfehlt. Gegen 9 Uhr sind wir zum Frühstück. Etwas spät aber angesichts des kleinen Hüpfers von heute, mussten wir ja auch nicht früh abfahren. Der Wind hatte über Nacht etwas nachgelassen. Der blies die letzten zwei Tage recht heftig an der Küste. Nach dem Packen verliessen wir das Städtchen Arniston, welches wirklich schön gelegen ist und mit seinen alten Häusern und ihren Strohdächern und wunderbares Bild abgibt. Wir hatten heute drei kleine Pässe vor uns. Erst der Houhoek-Pass dann der Viljoen-Pass und dann der Franschhoek-Pass. Alle hatten Ihre Eigenheiten und waren mehr oder wenige hoch. Der höchste war der Viljoen-Pass mit etwa 800 Meter, doch der Schönste war der Franschhoek-Pass. Etwa 13 Kilometer lang und etwa 700 Meter hoch. Als wir auf die Nordseite kamen, tat sich uns ein Bild auf wo man nur staunen kann. Man sah von oben herab über das ganze Tal hinaus und war sehr beeindruckend. Auch hier ist alles grün und wir befinden uns jetzt im Herzen der südafrikanischen Weine. Dazu hat es auch unzählige Plantaschen mit Apfel-Bäumen in Abwechslung mit den Reben. Sie bauen hier meist Cabarnet, Shyraz und Merlot an. Die Weine hier sind einfach wunderbar. Als wir gegen den Franschhoek-Pass hochfuhren kamen wir an einem grossen Stausee vorbei. Der See ist eingesäumt von Sand und das gibt ein sehr komisches Bild ab, denn der See ist ja Süsswasser. Was macht denn der Sand da. Wir vermuten, dass vor sehr langer Zeit hier nur Wüste war und als man den See staute, konnte man die ganze Landschaft mit dem Wasser bewirtschaften. Der Sand ist um den See herum geblieben und rundherum ist einfach alles grün. Wir sind ja jetzt wieder im Landesinneren und das hat man an den Temperaturen auch gewaltig gemerkt. Die Anzeige auf dem Bike gab bis 37 Grad an und das blieb auch bis in unserem neuen Aufenthaltsort Franschhoek so. Wir waren noch etwas zu früh in unserem Hotel angekommen und mussten darum noch etwa eine Stunde warten bis wir unser Zimmer beziehen konnten. Für Morgen haben wir jetzt mit dem Weintram eine Fahrt in die Weinberge gebucht. Um 11 Uhr ist der Start. Wird sicher interessant. Am Abend sind wir in einem angrenzenden Restaurant zum Hotel etwas Essen gegangen. Auch hier alles vorzüglich. Also Essen und Trinken in Südafrika ist wirklich keine Busse. Wir sind noch nie enttäuscht worden. Das kann man nur empfehlen. Mehr dann wieder Morgen.

Datum: 24. Februar 2020  Ort: Arniston    Kilometer: 118         Land: Südafrika

Heute ist ein besonderer Tag. Melanie hat ihren Burzeltag. Die alte Schachtel feiert Ihren… Das darf man ja nicht sagen! Aber Mädchen, du hast dich super gehalten in all den Jahren und sie steigt noch auf das Bike auf wie «fast» eine zwanzigjährige. Natürlich schrillte und piepte das Natel schon am frühen Morgen. Das ist halt heute so. Frühe verschickte man Karten und so, aber das ist einfach vorbei. Nach dem Frühstück zogen wir uns um und bestiegen unser Bike in Richtung Südlichster Punkt Afrikas. Wir mussten wieder zurückfahren bis nach Bredasdorp und dann gings mehr oder weniger wieder geradeaus bis nach L’Agulhas wo dieser besagte Punkt ist. Nach gut 40 Minuten waren wir dann da. Eindrücklich, wie das angelegt ist. Wir konnten mit dem Bike bis auf etwa 200 Meter heranfahren. Allerdings auf nicht ganz «koscheren» Untergrund gegen den Schluss. Auch hier ist das Meer faszinierend und die Felsen und Steine haben groteske Formen. Natürlich waren wir nicht die Einzigen, die diesen Punkt besuchten. Wir mussten sogar ein bisschen anstehen, damit wir vom «Punkt» auch ein Foto machen konnten. Alle stellten sich zur Verfügung um Fotos von anderen Paaren zu machen. Ich machte für Deutsche und Niederländer und sie machten dann wieder von uns. Als wir wieder zurückliefen zum Bike, kam ein Pärchen mittleren Alters auf uns zu und fragten uns wo wir fahren auf Englisch. Bald schon stellte sich heraus dass das ja Schweizer sind. So konnte man sich unterhalten wie einem der Schnabel gewachsen ist. Auf alle Fälle wars eine angenehme Unterhaltung. Auf dem Rückweg kehrten wir dann noch für eine Cola in L’Agulhas ein. Die Rückfahrt ins Hotel verging dann unspektakulär. Wir entschieden uns, dass Melanie nochmals einen Liegestuhl besetzen wird und ich meinen Bericht schreiben werde. Heute Abend beschliessen wir, wo wir Morgen hinfahren werden. Mal schauen was rauskommt. Das Abendessen nehmen wir wiederum im Hotel ein. Gestern war es besonders gut eine Flasche Wein darf natürlich auch nicht fehlen. Alles weitere dann…

Datum: 23. Februar 2020  Ort: Arniston    Kilometer: 308         Land: Südafrika

Wir sind gegen 10 Uhr in George losgefahren. Ganz gemütlich, denn heute stand ja nur ein kleiner Hüpfer auf dem Programm. Alles auf der Hauptstrasse wo man zwischen 100 und 120 Stundenkilometer fahren darf. Übrigens, die Südafrikaner sind sehr disziplinierte Autofahrer. Ich fahre meist 2 – 3 Stundenkilometer über der Limite und bin damit meist auch der Schnellste. Die Südafrikaner fahren meist wenn 100 angeschrieben steht mit etwa 90 – 95 Stundenkilometer. Es gibt nirgends ein Gehupe oder sonstige Aggressivitäten. Dass ist wirklich erstaunlich. Allerdings haben wir heute auf der Hauptstrecke sicher 4 Laserkontrollen ausgemacht. Meist sehr versteckt wie bei uns und die Kameras sah ich meist wirklich nur im letzten Moment. In Swellendam kam dann der Abzweiger gegen Süden. Auf dieser Nebenstrasse ging es etwa 60 Kilometer einfach geradeaus, als ob vorher jemand mit dem Bleistift einen Strich gemacht hätte. Auch auf den Nebenstrassen darf man 100 fahren. Also Tempomat rein und runter gings bis nach Bredasdorp. Dort mussten wir erstmal tanken und fuhren in die kleine Stadt. Auf den vorigen 60 Kilometer hatte es nicht ein Dorf oder Weiler. Ausser einigen Farmen einfach nichts als grün und wieder grün. Einige Aufheller sahen wir in den Rinder oder Schafen, welche auf den satten Weiden ihren Hunger mehr als stillen konnten. Nach dem Tanken nahmen wir dann noch der Rest der Strecke von gut 20 Kilometern. Nach einer guten Viertelstunde standen wir dann vor unserem Hotel. Wunderschön gelegen, direkt am türkisblauen Meer. Ein heftiger Wind bläst hier, der, wenn man nicht in einem Windschatten stehen konnte, echt lästig war. Im Innenhof hat es einen kleinen Pool wo Melanie sich recht rasch dafür entschied, eine Sonnenliege zu besetzen. Ich machte mich mit dem Fotoapparat auf und davon und hielt die eindrückliche Stimmung hier auf Celluloid fest. Ich war einige Kilometer auf den Dünen und den Buchten unterwegs. Das Meer ist hier wirklich faszinierend. Allerdings fand ich im Sand einige Quallen, die nicht echt einladend wirkten aber die Aussicht einfach grandios. Morgen haben wir noch einen Tag im gleichen Hotel gebucht und werden dann einen Ausflug an die Südspitze von Afrika hinunterfahren. Am Abend assen wir im hoteleigenen Restaurant wo eine Flasche Weisswein nicht fehlte. Im Anschluss zogen wir uns dann in unsere Gemächer zurück.

Datum: 22. Februar 2020  Ort: George    Kilometer: 218         Land: Südafrika

Nach dem leckeren Frühstück heute sind wir ganz gemütlich losgefahren zum über den Robinson-Pass. Wir kamen uns vor, als wären wir in den französischen Alpen. Etwa 50 Kilometer lang ist der. Richtig kurvenreich und top Strassen. Was will man mehr. Alles ist satt grün hier. Kurz vor Oudtshoorn haben wir noch eine Straussenfarm besucht. Das sind schon komische Vögel. Die werden hier gezüchtet und man sieht von klein bis ausgewachsen alle Grössen. Die Männer sind dunkelschwarz und schön anzusehen und die Mädchen sind mausgrau und….. Zurück sind wir dann wieder über den Outeniqua-Pass nach George. Diesen Pass hatten wir vor einigen Tagen bereits schon mal gemacht. Auch dieser ist eindrücklich und beschert einem grandiose Aussichten. Wir sind gestern noch etwa 20 Kilometer vor George an schönen Stränden vorbeigefahren. Diese besuchten wir jetzt noch nach unserem Pässe-Trip. Auch das war sehr eindrücklich. Um 15.30 Uhr kamen wir wieder im Hotel an. Inzwischen hatte sich der Himmel zugezogen und es scheint, dass der vorausgesagte Regen nicht mehr weit entfernt ist. Morgen geht es nach Arniston. Dieser Ort liegt etwa 40 Kilometer vor dem Kap Agulhas. Genau hier trennt sich der Atlantik und das indische Meer. Natürlich haben wir vor, diesen Ort zu besuchen. Ich habe immer geglaubt, dass dieser Punkt am Kap der guten Hoffnung liegt. Schon wieder etwas gelernt. Das Kap Agulhas ist auch noch der südlichste Punkt von ganz Afrika. Wies dann wird schreibe ich dann im nächsten Bericht.

Datum: 21. Februar 2020  Ort: George    Kilometer: 338         Land: Südafrika

So, nun geht es wieder weiter. Port Elizabeth habe wir jetzt gesehen. Auf nach George alles der Hauptstrasse am Meer entlang. Wir sind erst so gegen 10 Uhr los. Tanken war erst mal angesagt und dann ging es auf den Superstrassen fast ohne Verkehr Richtung Westen. Zwei kleine Halte haben wir noch eingelegt für Kaffee und so… Gegen 16 Uhr sind wir dann in George eingetroffen. George ist die Hauptstadt von der Garden Route. Die Garden Route ist eigentlich keine Strasse, sondern ein Bezirk von Südafrika. Hatte ich auch nicht gewusst. Die eigentliche Route ist von Kapstadt bis nach Port Elizabeth auf der N62, welche wir abgefahren haben. Das Hotel liegt etwas ausserhalb von George und ist recht schön. Wir bleiben hier zwei Tage. Das Abendessen haben wir im Hotel eingenommen. Es war sehr gut. Wir beide haben razeputz alles aufgegessen. Wir haben den ganzen Tag nichts gegessen und sind entsprechend sehr hungrig gewesen. Um 21.30 Uhr war dann Nachtruhe angesagt.

Datum: 20. Februar 2020  Ort: Port Elizabeth    Kilometer: 0         Land: Südafrika

So schlimm mit dem Regen war es dann halt doch nicht. Keinen einzigen Tropfen. Dafür war es recht stark bewölkt und ein heftiger Wind hatte sich breit gemacht. So wie etwa der Obedorferluft. Den ganzen Tag verbrachten wir entweder im Zimmer oder wir marschierten wieder an die Wasserfront von Port Elizabeth. Ein Weg war so Weissbad – Appenzell. Zu Abend assen wir wiederum im Hotel. Während dem Abendessen kritisierten wir untereinander ein bisschen den Service. Ganz schlimm fanden wir die abgespeckte Speisekarte oder auch das Buffet, dass jeden Abend, zugegebenermassen günstig, aufgestellt wird. Manchmal fehlt einfach ein bisschen Liebe zum Detail. Wieso muss ein Broccoli mit einer weissen Sauce überschüttet werden? Die Sauce könnte man doch auch separat aufstellen und jeder der Lust hat, kann sich sein Broccoli damit nappieren. Auch das Fleisch ist quer durcheinander in einer Warmhalteschale. Auch das könnte man ohne viel Aufwand anders und schöner machen. Oder der Service. Sie laufen x-mal am Tisch vorbei und räumen kein dreckiges Geschirr weg. Das sind aber wirklich Kleinigkeiten. Wir haben festgestellt, dass man lernen muss, dass die Afrikaner keine Uhr besitzen und deshalb sehr viel Zeit haben. Schönes Sprichwort. Oder?

Datum: 19. Februar 2020  Ort: Port Elizabeth    Kilometer: 0         Land: Südafrika
 
Heute ist ja unser freier Tag ohne Bike. Gegen 9 Uhr sind wir zum Frühstück. Es hatte von allem etwas. Eine Dame am Buffet «brätlet» Omeletten auf Teufel komm raus. Gut macht sie das, musste ich gestehen. Und fein war sie auch noch. Auf dem Google hatten wir dann eine Loundry gefunden und machten uns anschliessend auf den 600 Meter langen weg, bewaffnet mit unserem Kleidersack. Als wir dort ankamen musste ich den Sack auf die Waage stellen. 2.24 Kg hat die Waage angezeigt und wir mussten dafür 80 Rand bezahlen. Etwa 6 Franken. Wir können die Wäsche so um 17 Uhr wieder abholen. Das ist dann Service! Wir dachten, dass wir vor einer Waschmaschine warten müssen und jetzt das. Wir liessen uns natürlich nicht zweimal bitten. Da das ja ein kurzes Intermezzo war machten wir uns an den wunderschön angelegten  Strandweg, wo wir einige Kilometer davon abspuhlten. Zwischenhinein etwas zum trinken und dann wieder weiter. So brachten wir den Tag problemlos vorüber. Um 17 Uhr holen wir dann noch unsere Wäsche und das Abendessen nehmen wir auch wieder im Hotel ein. Heute aber a la Carte. Das Wetter zeigte sich heute von der wunderschönen Seite. Etwa 25 Grad und bis um 15 Uhr fast kein Wind. Richtig angenehm. Aber ab 15 Uhr wars dann wieder richtig stürmisch und der Rückmarsch ins Hotel mit Gegenwind recht anstrengend. Wir sind ja jetzt mit Port Elizabeth am äussersten Zipfel der Garden Route. Das heisst für uns, dass wir uns jetzt wieder auf den Rückweg nach Cap down machen. Natürlich nicht in einem Zug. Als erste Station haben wir George ins Visier genommen. Wir haben jetzt noch den Wetterbericht konsultiert und anhand der Resultate beschlossen, dass wir noch eine Nacht länger in Port Elizabeth bleiben. Er hat für  Morgen den ganzen Tag zwischen 50 – 70% Regen angesagt. Es ist keine Busse noch einen Tag ranzuhängen und wenn man weiss, dass übermorgen wieder herrliches Wetter ist, um so mehr.

Datum: 18. Februar 2020  Ort: Port Elizabeth    Kilometer: 289         Land: Südafrika
 
Wir sind dann nochmals ins gleiche Restaurant an der Waterfront gegangen wie gestern Zur Vorspeise gabs eine Portion gebratene Baby-Calamari und zum Hauptgang je ein Steak vom Rind. Alles, auch der Wein war ausgezeichnet, wie der Abend zuvor. Anschliessend war dann Bettruhe angesagt. Am Morgen sind wir nicht so früh aufgestanden, da wir ja heute keine grosse Tour mehr machen. Port Elizabeth ist noch etwa 300 Kilometer entfernt. Nach dem Frühstück packten wir unsere sieben Sachen und während dem Packen kam noch ein Holländer-Pärchen zu uns und fragte, ob wir von Europa her gekommen seien, was wir natürlich verneinten. Wir hatten einen eben langen «Schwatz» über dies und das. Dann konnte es losgehen. Etwa die Hälfte der Strecke hatten wir ja gestern auf dem Rückweg von unserer unerwarteten langen Tour schon mal gemacht, sodass wir keine grossen Besonderheiten erwarteten. Nach etwa dreiviertel der Strecke bogen wir von der Hauptstrasse ab an den Paradiese Beach, wo die grössten Wellen Afrikas kommen sollen. Das Wetter hatte es heute nicht so gut gemeint, wie die letzten Tage. Es nieselte einen unglaublich feiner Sprühregen fast die ganze Strecke. Man wurde eigentlich gar nicht richtig nass und ein Anziehen des Regenanzugs war wirklich nie ein Thema. Die Temperaturen bewegten sich nur so um die 20 Grad. Manchmal ein bisschen drüber und dann ein bisschen drunter. Mit dem «Sommerhäss» recht knapp an der Grenze. Melanie hatte noch eine Unterziehjacke an und ich halt nur mein T-Shirt. In Paradiese Beach hatten wir wirklich nur ein kleiner Halt und schauten das Ganze ein wenig an. Es ist ein richtiger Touri-Ort mit viel Surfergeschäften und von aussen gesehen einige coole Bars. Da das Wetter wirklich nicht einladend war, waren nicht nur die Strände leer sondern auch die Aussenplätze der Bars. Gemütlich machten wir dann noch auf den Rest des Weges bis nach Port Elizabeth. Um 17 Uhr checkten wir im Hotel ein und bezogen unser Zimmer im 14 Stock, wo wir eine einzigartige Aussicht auf die ganze Bay von Port Elizabeth runterschauen können. Am Abend sind wir ins Hoteleigene Restaurant und nahmen dort das Buffet für 190 Rand. Das sind ca. 13 Franken. Naja, ich habe schon besseres gesehen und gegessen auch. Zwei Glas Rotwein durften natürlich auch nicht fehlen und zum Abschluss ein Espresso mit einem kleinen alten Rum. Das musste sein. Morgen ziehen wir unseren freien Tag ein und marschieren dann am Strand entlang Richtung Stadt. Ach ja, dass habe ich auch noch zu berichten. Der Wind vom Meer her ist recht stürmisch und ein spazieren mit «blutten» Beinen am Strand ist recht gewöhnungsbedürftig. Der Sand, der vom Wind herumgeweht wird, «pfitzt» recht heftig an den Beinen. Melanie fragte mich, ob denn das wirklich sein müsse. Natürlich nicht, sodass wir dann wieder ins Hotel zurückgingen. Morgen ist Waschtag. Mal schauen ob Google für uns eine Loundry findet. Mehr darüber dann Morgen.

Datum: 17. Februar 2020  Ort: Knysna    Kilometer: 403         Land: Südafrika

Das mit der kleinen Tour ging heute natürlich wieder in die Hosen. Wir haben wie gestern schon die Distanzen völlig unterschätzt. Auf der Karte hat das wirklich nur als kleine Tour ausgeschaut und doch wurden es wiederum 400 Kilometer. Wir fuhren heute Morgen so gegen 10 Uhr wieder in Richtung über den wunderschönen Pass und wollten anstatt wie gestern als wir von Westen kamen, dann nach Osten fahren. Das Wetter machte uns ein bisschen sorgen, denn es nieselte leicht den Pass hinauf und die Bergspitzen konnte man kaum sehen. Als wir auf der anderen Seite waren, war das Wetter wieder eitler Sonnenschein und sehr angenehme Temperaturen. So um 26 Grad den ganzen Tag rum. Aber auf dieser Ostseite war wirklich nur Pampa. Kaum ein Dörfchen. Nur einzelne Bauernhöfe. Ab und zu ein kleiner Weinberg und dann wieder einige Rinderfarmen. Einmal sind wir an einer Plantage mit Hopfen vorbeigefahren. Später, als wir immer östlicher kamen, befanden wir uns inmitten von Äpfelplantagen. Über zig Kilometer hatte Äpfel. Soweit das Auge reicht. Ab und zu konnte ich auch noch Birnen ausmachen. Wir glaubten uns im Vinschgau aber einfach drei Mal so gross. Später dann ging es wieder über einen Pass an die Küste runter, wo das Wetter wieder erheblich schlechter war. Einige Regenspritzer mussten wir auf unsere Kappe nahmen. Wohlbehalten kamen wir dann nach gut 400 Kilometer wieder in unserem Hotel in Knysna an. So hatten wir unseren «freien» Tag nicht vorgestellt. Wir dachten, dass wir etwa 200 Kilometer machen und dann so um 15 Uhr zurück sind. Das ging halt jetzt in die Hosen und es wurde 18 Uhr. Kaum im Hotel habe ich mich jetzt an den Lapi gesetzt, um endlich den Bericht von gestern und heute zu schreiben. Essen gibt es halt heute etwas später. Morgen geht es nach Port Elisabeth. Mal schauen wies kommt. Bis bald im nächsten Bericht.

Datum: 16. Februar 2020  Ort: Knysna    Kilometer: 443         Land: Südafrika

Wir sind heute Morgen gegen 10 Uhr nach dem Frühstück losgefahren. Wir haben einen kleineren Pass ins Visier genommen, welcher dann gehörig in die Hosen ging. Dieser war etwa 50 Kilometer von Mossel Bay entfernt. Wir haben eine kleine Ortschaft auf dem Weg dorthin eingegeben und kamen dann an den besagten Ort. Von da an nur noch Offroad! Scheisse, wir haben auf der Karte nicht gesehen, dass es keine gelbe sondern eine gelbweisse Strasse von da ab war. Die nächsten 74 Kilometer wären dann wirklich nur noch Offroad gewesen. Das tun wir uns nicht an und beschlossen, einen anderen Weg zu nehmen wieder in die Küste runter, was wir dann auch machten. Die ersten 15 Kilometer waren wieder eine tolle geteerte Strasse und plötzlich waren wir halt auch wieder Offroad. Nun gab es nur noch eins, Augen zu und durch. 18 Kilometer war das besagte Stück Strasse und endlich kamen wir wieder auf eine normale Strasse. Wir waren froh dass wir wieder festen Boden unter den Rädern hatten. Das Wetter spielte auch mit und die Temperaturen stiegen gegen 36 Grad. Zum Glück haben wir unsere Sommeranzüge, sodass die Wärme einigermassen erträglich war. Als wir wieder an der Küste waren fuhren wir nach Riverdale und dann ins Landesinnere nach Ladismith. Jetzt wurde es brandheiss. 42,5 Grad gab die Temperaturanzeige zu Ihrem besten. Wir waren mitten in der kleinen Karoo-Wüste. Und nirgends eine Tankstelle wo man sich abkühlen konnte. Zu Trinken hatten wir natürlich auch nichts dabei. Erst in Oudtshoom fanden wir dann einen Imbiss, wo wir uns mit Getränken eindecken konnten. Ich bestellte sofort zwei Cola Zero à 5 dl und Melanie ein Mineralwasser auch à 5 dl. Im nu hatten wir unsere drei Flaschen leer. Aufs WC musste auch keiner. Man schwitzt die Flüssigkeit so oder so sofort wieder raus. Da erübrigt sich die «Seicherei»! Unterwegs sahen wir verschiedene Wildtiere. Unter anderem zwei Elefanten, Antilopen und Affen. Natürlich hat keines der Tiere sich in Pose geworfen, dass davon halt die entsprechenden Fotos fehlen. Strausse haben wir zuhauf gesehen. Zwei waren wilde und die Anderen waren auf verschiedenen Straussenfarmen gehalten. Auf der N9/N12 verliessen wir dann die kleine Karoo-Wüste wieder über einen Pass, der seinesgleichen sucht. Einfach herrlich diese Kurven. Kaum waren wir auf dem Pass oben, war auch wieder die Vegetation da. Alles ist sattgrün bis in die Bergspitzen hinauf. Auf dem Weg vom Pass runter überholte uns ein Auto und winkte zum Fenster hinaus und an einem View-Point, wo wir so oder so halten wollten, stand da das Pärchen vom roten Auto, welches und zugewinkt hatte. Sie kam sofort auf uns zu und fragten, ob wir von Schottland oder Schweden seien. Weder noch, war natürlich unsere Antwort und berichtigten, dass wir von Switzerland kämen. Ja Schweden und Switzerland dass sei ja kein grosser Unterschied, was wir natürlich nicht gelten liessen, das versteht sich ja von selbst. Nun ja, wir schwatzen noch eine kleine Weile und verliessen den View-Point dann wieder bis nach Knysna. Wir waren wirklich ein wenig geschafft und hatten immer noch einen gehörigen Durst. Um 18 Uhr sind wir im Hotel angekommen und dann war nur noch duschen angesagt und jetzt sofort etwas essen gehen. Ich glaube uns hätte man alles hinstellen, es wäre so oder so gut gewesen, denn der Hunger hatte uns fest im Griff. Spass aber beiseite. Dass Essen war wirklich hervorragend. Ich trank natürlich heute keinen Wein sondern jetzt musste es Bier sein. Zwei Grosse waren es und ich hatte immer noch das Gefühl, dass ich Durst habe. Um 21 Uhr war dann Nachtruhe angesagt und auf Berichte schreiben hatte ich einfach keine Lust mehr. Darum schreibe ich das halt jetzt einen Tag danach. Ich hoffe, dass ich nichts vergessen habe. Morgen bleiben wir noch eine Nacht ich gleichen Hotel und machen von hier aus eine kleine Tour. Alles Weitere dann im nächsten Bericht.

Datum: 15. Februar 2020  Ort: Mossel Bay    Kilometer: 420         Land: Südafrika

Was für ein Tag! Wir haben ja schon viel gehört, dass es sehr schön sein soll, aber dies, einfach grandios! Die Garden Route ist wirklich der Hammer. Nun aber erst mal von Anfang an. Heute Morgen war das grosse Packen angesagt. An der Reception haben wir bereits wieder reserviert für den 2. – 5. März. Identisch mit DJ Reservation. Den Koffer mit den nicht gebrauchten Utensilien konnten wir im Hotel deponieren und meine Spritzen werden auch im Kühlschrank verwahrt bis wir wieder zurückkommen. Als wir fertig gepackt hatten gaben wir im GPS erstmal Worcester ein, welcher etwa 100 Kilometer von uns entfernt war. Im nu waren wir aus Kapstadt raus und auf der Bah. Wunderschöne Berge säumte die Strasse und ein sattes Grün umgab uns. Wirklich beeindruckend. Vorbei an Paarl und dann kam ein Tunnel, welcher etwa 6 Kilometer lang war. Melanie hatte natürlich wieder den Fotoapparat vergessen, sodass wir leider vom Anfang an keine Fotos haben. Als wir zu Tunnel rauskamen befanden wir uns inmitten der Weinberge. Wunderschön. Ein Weingut nach dem Anderen und eines grösser als das Andere. Hier soll der meiste Wein angebaut sein von Südafrika. Wir haben schon einige Weine probiert und wirklich alle waren spitzenmässig. Bald schon waren wir in Worcester und machten dort einen Halt. Kaum abgestiegen sprach uns ein Herr an und sagte «die Appenzeller sind halt auch überall», im akzentfreien Schweizerdeutsch. Wir haben natürlich auch geantwortet und einen Spruch parat. Es war eine ganze Familie. Die einen leben schon lange in Südafrika und die Anderen kamen zu Besuch und werden jetzt herumgeführt um das schöne Südafrika zu zeigen. Nach einem kurzen Kaffeehalt ging es dann weiter. Wiederum an den ausserordentlich schönen Bergen und den Traubenkulturen vorbei. Die Strassen könnten nicht besser sein und der Verkehr ist wirklich nur spärlich. Biken so wie man es sich wünscht. Die Temperaturen zwischen 26 und 32 Grad. Melanie sagte heute xmal «ganz verreckt» oder «oh» «ah» usw. Als weiteren GPS-Ort gaben wir Swellendam ein, sodass wir von der Bahn abfuhren und jetzt auf den gelben Strassen unterwegs waren. Auch diese Strassen haben das Prädikat 1A und wirklich fast kein Verkehr. Das Tempolimit ist 120 Stundenkilometer, welches wir meist ausnutzten. In Swellendam gab es dann wieder einen Stopp und bei einer Cola Zero haben wir dann beschlossen, dass wir bis nach Mossel Bay fahren. Auf Booking haben wir bald ein Hotel gefunden und auch sofort reserviert. Etwa 170 Kilometer waren es dann noch. Ohne Halt ging es weiter und gegen 16 Uhr fuhren wir in Mossel Bay ein. Ein kleiner schmucker Ort direkt am indischen Ozean. Nach dem Zimmerbezug gab es zuerst eine Dusche und dann ab mit dem Lapi unter dem Arm auf die Terrassenbar. Wir werden heute Abend hier zu Abend essen. Das Hotel scheint recht gut zu sein und wir freuen uns auf den «Znacht». Morgen fahren wir? - Dass kommt dann heute Abend raus. Der erste Tag war jedenfalls wirklich vom feinsten. Wies dann war, ja das schreib ich dann Morgen.

Datum: 14. Februar 2020  Ort: Kapstadt    Kilometer: 0         Land: Südafrika
 
Heute Morgen sind wir recht früh aufgestanden. Das Wetter hat auch nicht ganz mitgespielt, denn es war bewölkt und ein Sprühregen machte sich breit. Dies war aber nur von kurzer Dauer. Gegen 10 Uhr war schon alles wieder beim Alten. Schön und einfach nur schön mit blauem Himmel. So wie man es mag. Mein rechtes Knie macht mir ein wenig sorgen, denn es ist relativ stark geschwollen und hat Wasser drinnen. Wieso das so ist kann ich auch nicht sagen. Wir sind die letzten zwei Tage recht viel zu Fuss unterwegs gewesen. Wahrscheinlich hat ihm das nicht allzu gut getan. Nach dem Frühstück sind wir nochmals aufs Zimmer und ich habe eine Tablette gegen die Entzündung genommen. Gegen 11 Uhr sind wir dann mit dem Ubertaxi wieder in die Innenstadt von Kapstadt gefahren, direkt zum Office der Hopp ON-OFF Busse. Dort haben wir uns je ein Tagesticket gekauft und sind in den nächsten Bus eingestiegen. Es war recht interessant. Erst führte er uns durch die Innenstadt und mit den Kopfhörern waren die Kommentare natürlich recht aufschlussreich. Anschliessend ging es zur Talstation zum Tafelberg hoch. Wir entschlossen uns, nicht hochzufahren da oben alles im Nebel lag. Wenn man keine Aussicht hat, muss man auch nicht hoch, war unsere Device. Anschliessend ging es wieder hinunter auf die andere Seite des Tafelberges direkt an den wunderschönen Stränden vorbei. Etwa in der Mitte des Rundkurses verliessen wir den Bus und versorgten uns mit Getränke und etwas essbarem im Hard Rock Cafe. Nach einer guten Stunde Aufenthalt bestiegen wir den Bus wieder und machten die andere Hälfte des Rundkurses. Hier kommt der Atlantik und das Indische Meer zusammen. Das Wasser ist sau kalt. Zwischen 10 – 14 Grad. Also nichts zu baden. Doch die Strände sind wunderschön und es hat zahlreiche Touris hier. Als wir wieder in der Innenstadt von Kapstadt ankamen verliessen wir unseren Bus wieder und machten uns auf, um mein Vodacom-Abo aufzufüllen, denn ich hatte keine Daten mehr zur Verfügung von meinen Reserve-Natel. In der Viktoria-Warf fanden wir dann ein Vodacom-Office, wo ich nach der Bezahlung wieder 20 GB aufgeladen bekam. Jetzt ist alles wieder palletti. Nach einem kleinen Umtrunk auf einer kleinen Terrasse nahmen wir wieder ein Taxi zurück zu unserem Hotel. Es war wieder mal ein Riesenverkehr. Nur im Schneck-Tempo gings die gut 20 Kilometer zurück. Nach einer guten Stunden hatten wir das jetzt auch geschafft. Morgen geht es nun wirklich los mit dem Bike. Heute Abend müssen wir noch alles zusammenstellen und neu einpacken. Den Koffer lassen wir hier, denn wir kommen ja am 1. März wieder hierher zurück. DJ kommt dann am 2. März aus Indien. Zusammen werden wir dann die Auslösung des Bikes dann organisieren. Ich hoffe, dass es genau gleich schnell geht wie bei mir. Morgen haben wir George im Visier. Allerdings sind es gut 400 Kilometer und wir haben beschlossen, dass wir kein Hotel zum Voraus reservieren werden und erstmal abwarten wie der Verkehr und alles drum und dran ist. Wir lassen uns überraschen. Alles weitere dann…..

Datum: 11. – 13. Februar 2020  Ort: Kapstadt    Kilometer: 0         Land: Südafrika

Nach drei Tagen ohne Bericht gibt es halt jetzt viel zu schreiben. Na dann, legen wir los! Wir sind um 13.30 Uhr aufs «Zügli» im Weissbad und ohne nennenswerte Unterbrüche gegen 15.30 Uhr in Kloten am Flughafen ausgestiegen. Da wir noch kein Mittagessen gehabt haben, gingen wir nach dem Einchecken direkt ins nächst gelegene Restaurant und holten das Versäumte nach. Anschliessend ging es durch die Security und schon waren wir bereit für den Abflug um 18 Uhr. Erst flogen wir nach Frankfurt und dann bestiegen wir den Condor-Flugi nach Kapstadt. Dieser war proppenvoll. Das seien noch die Auswirkungen wegen des Sturms vom Vortag, wo keine Flüge ab dem Flughafen Frankfurt getätigt wurden. Es war natürlich kein A380 von Airbus und die Ausstattung liess wahrlich etwas zu wünschen übrig. Auf dem Entertainment-Bildschirm hatte man nur vier Filme zur Auswahl. Wenn man andere Filme wollte musste man 9 Euro bezahlen. Die Kopfhörer schlugen mit 3.50 Euro zu buche. Das Essen war ok. Wie immer nach dem Essen genehmigte ich mir mein «Schlafpülverli» und so vergingen die ersten drei Stunden problemlos. Nach dem zweiten «Pülverli» waren es dann schon 6 Stunden, sodass ich genau auf das Frühstück erwachte. Einfach Grandios. Nicht tut einem weh vom vielen Sitzen und die Zeit verging einfach im «Schlafe». Herrlich. Pünktlich sind wir dann in Kapstadt gelandet.  Nach der Immigration setzten wir uns in ein Taxi und fuhren zum 7 Kilometer Luftlinie entfernten vorbestellten Hotel. Nach 10 Minütiger Wartezeit bis das Hotelzimmer fertig hergerichtet war, bezogen wir das  Zimmer. Nach dem Auspacken, wir hatten ja nicht viel, telefonierte ich dem Broker, welcher mein Bike durch den Zoll schleusen musste. Er sagte mir, dass ich Ihm heute um 8.30 Uhr anrufen soll, dann könne er mir mehr sagen. Nun gut, der Tag war jetzt eigentlich gelaufen. Was jetzt, war nun die Frage. Wir gehen an die Waterfront. Dort soll es sehr schön sein. Gesagt getan. An der Reception stellten wir ein Ubertaxi, welches uns auf direktem Wege an die Waterfront führte. Wir mussten etwa 18 Kilometer fahren. Als wir dort ankamen, sahen wir einen Haufen Touris welche sich durch die Piers hindurchschlängelten. Hier eine Mal und dort wieder richtig schöne Restaurants. Wirklich sympathisch und alles sehr sauber und aufgeräumt. Nach etwa zwei Stunden hatten wir genug und setzten uns in ein Restaurant mit Terrasse. Übrigens das Wetter ist traumhaft. Etwa 26 – 28 Grad und eitler Sonnenschein. Was will man mehr. Wir bestellten uns zwei Bier und eine Portion Calamari, welche sehr lecker waren. Anschliessend gingen wir wieder zu Fuss auf und ab, wo uns unsere Füsse auch hintrugen. Gegen 18.30 Uhr hatten wir nun wirklich genug und bezogen darum einen Platz in einem Steakhouse direkt am Pier. Melanie nahm sich ein kleines Filet und ich ein kleines Shirlon. Beides war ausgezeichnet. Genau auf den Punkt gegart und die Beilagen waren ebenfalls sehr gut. Ein Expresso rundete dann unser Abendessen ab. Inzwischen war es 20 Uhr geworden und es war langsam Zeit, dass wir wieder zum Hotel fuhren. Mit einem offiziellen Taxi fuhren wir wieder ins Hotel zurück. Gegenüber dem Ubertaxi war dieses Taxi einfach doppelt so teuer. Um 21 Uhr war dann Bettruhe angesagt. Auf 7.30 Uhr hatte ich den Wecker heute gestellt, sodass ich nicht mein Anruf um 8.30 Uhr verpasse. Nach dem Frühstück rief ich den Broker an und während dem telefonieren kam schon ein Mail von Ihm an, dass ich ins Broker-Büro kommen soll. Diese war in einem anderen Bezirk von Kapstadt. Wir nahmen wiederum ein Ubertaxi, welches uns bis an die besagte Strasse brachte. Er hat unterwegs gesagt, dass er die Strassennummer nicht eingeben konnte, aber die Adresse müsse unweit von Ausstiegsort sein. Nach mehrmaligem Durchfragen haben wir dann das Büro gefunden. Der Herr, welcher uns betreut kam schnell auf uns zu und sagte uns, dass alles gut gelaufen sei und er uns das Carnet aushändigen kann. Ein Fahrer vom Brokerhouse würde uns nun an den Cargo-Flughafen zu unserem Bike fahren. Wir waren kaum 10 Minuten bei diesem Broker und schon ging es los mit dem Fahrer. Nach etwa 20 Minuten waren wir auf dem Gelände und schups standen wir vor dem Lagerhaus. Da kann man einfach nur sagen «effizient». Bravo. Schneller geht einfach nicht. Die Kiste war im nu geöffnet und abgebaut und schon stand mein «Baby» da. Nach dem montieren der Seitenspiegel und der Frontscheibe hängte ich noch die Batterie an und ein Click und das «Baby» lief. Jetzt war nur noch aufsitzen angesagt und mit dem GPS zurück ins Hotel. Das Ganze ging etwa eine Stunde. Mir läuft das Schaudern den Rücken hinunter, wenn ich an Indien denke. Da hat das ganze Prozedere genau eine Woche gedauert. Man glaubt es kaum, aber es ist einfach war und nichts als war. Das Bike konnten wir auf den bewachten Hoteleigenen Parkplatz stellen. Sämtliches Gepäck haben wir jetzt ins Zimmer verstaut, denn wir müssen noch für die erste Fahrt dann neu einräumen, damit alles am richtigen Ort ist. Natürlich montierten wir jetzt erstmals die kurzen Hosen und nahmen uns auch ein frisches T-Shirt. Selbstverständlich wurden auch die Adiletten montiert, damit auch alles passt. Haha. Einige werden jetzt sicher schmunzeln. Sollen sie halt. Was werden wir den heute noch machen, war jetzt die Frage. Wir hatten natürlich niemals damit gerechnet, dass das Auslösen des Bikes nur eine Stunde dauert. Nach kurzem überlegen sagten wir uns, dass wir wiederum an die Waterfront fahren und noch einige andere Orte besuchen werden. Wieder ging es mit dem Ubertaxi an den besagten Ort. Wir haben nun geplant, dass wir morgen den roten Hopp-ON-OFF-Bus nehmen werden und uns Kapstadt aus dieser Perspektive anschauen werden. Dazu gehört natürlich dann der Tafelberg dazu. In einem Bierrestaurant am Pier genehmigten wir uns noch eine Portion Pouletflügeli und einen Cesars-Salat. Beides war wiederum ausgezeichnet. Um 17 Uhr hatten wir wirklich von der Waterfront genug und fuhren mit einem offiziellen Taxi zurück ins Hotel. Dieses Mal hat es vier Mal soviel gekostet, wie ein Ubertaxi. Man kann es kaum glauben. Aber eben, nur zahlen hilft. Wir hätten ja vor der Abfahrt fragen können, wie teuer das es sei. Aus Fehler lernt man immer wieder dazu! Heute werden wir im angrenzenden Restaurant vom Hotel noch etwas kleines essen. Mal schauen wie es dann ist aber darüber berichte ich dann Morgen.

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