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Nigaragua

Motorrad-Reisen > PanAmericana 2012 > Länderberichte

Nicaragua

Einwohner: 6 Mio.
Fläche: 130 000 km2
Hauptstadt: Managua
Sprache: spanisch
Währung: Cordoba Oro
Strom: 120 Volt

Bericht

In Nicaragua, gleich nach der Grenze machte sich mir ein völlig anderes Bild auf. Die Strassen waren super, kein Schmutz und Abfall mehr an den Strassen und alles einfach Sattgrün. Ich hatte dann nach dem Border noch etwa 120 km bis nach Leon, wo ich wiederum durch 2 Polizeikontrollen musste. Die eine wurde ich durch gewunken und bei der anderen musste ich anhalten und meine Ausweise vorlegen. Sie fragten auch wohin und was und wie und waren äusserst korrekt und umgänglich. Mein Töff ist hier eine grosse Attraktion. Eine Menge Autofahrer, Lastwagenfahrer, Töfffahrer, ja sogar Busfahrer hupen mich einfach an und winken, nur wegen dem Töff. Ich zucke jedes Mal zusammen, wenn die beim Überholen oder Entgegenkommen anhupen, doch an das muss ich mich wahrscheinlich noch gewöhnen. Es wurde dann wieder etwa 18.30 Uhr, bis ich in Leon eintraf und dunkelte schon sehr. Ich habe auf meinem GPS das erst Beste Hotel eingegeben und bin jetzt im Hotel Europa. Als ich ankam, fragte ich, ob er Klima im Zimmer hätte, Internet habe und man hier auch Essen könne. Das hat er alles Bejaht und ich glaube ich habe es tiotop getroffen. Im Restaurant habe ich dann zu Abend gegessen. Eine Karte gibt es nicht. Er hat mich nur gefragt, ob Rind gut sei. Mir ist fast alles recht, denn ich hatte einen Morz-Hunger. Zuerst gab es Suppe, einen kleinen Salat und dann ein Filet Mignon. Es war ganz ok. Ich habe bis aufs letzte Reiskorn alles aufgegessen. Nun sitze ich im Schaukelstuhl draussen und lasse den Tag Revue passieren und schreib dazu mein Bericht. Heute geht's früh in die Federn, denn ich bin total "amene Rumpf".

Datum: 22.06.12
Ort:  Leon

Da ich gestern Abend bereits um 21 Uhr eingeschlafen bin, bin ich heute Morgen um 7 Uhr bereits wieder aufgestanden. Zuerst ging's runter in den Frühstücksraum zum Kaffee. So gegen 8 Uhr bin ich an die Rezeption um zu melden, dass ich noch eine Nacht bleibe und nach einem kleinen Stadtplan habe ich ebenfalls noch nachgefragt. Als ich alles bekommen habe bin ich dann ins Zentrum gelaufen, bewaffnet mit meinem Fotoapparat und meiner Kiffertasche. Die hat sich übrigens bis jetzt sehr gut  bewährt und es hat schön Platz drin. Es sieht hier eigentlich nicht viel anders aus als das was ich in Zentral-Amerika in Dörfer und Städten bereits gesehen habe. Es hat einen grossen Dorfplatz mit einigen Marktständen und etwa 8 Kirchen auf die ganze Stadt verteilt. Die meisten mit baufälliger Substanz. Die grösste, die Kathedrale, steht natürlich am Hauptplatz. Was hier anders ist, ist das fast keine Polizei präsent erscheint, es etliches sauberer ist als in den vorherigen Ländern, es einige Kaffees hat, die sogar hinausstuhlen. Dennoch hat es etliche Häuser, ja fast alle, die vergittert sind. Ob das von früher her kommt weiss ich nicht. Auf alle Fälle kann man sich problemlos überall bewegen ohne das Gefühl zu haben, es könnte unsicher sein. Die Leute sind auch hier sehr nett, wie übrigens in ganz Zentral-Amerika. Ich musste  ein paar Mal fragen, wie ich wieder zu meinem Hotel zurückkomme, denn die Strassen sind hier nicht angeschrieben und wenn man kreuz und quer läuft ist's mit der Orientierung manchmal nicht ganz so einfach. Die Temperaturen schwanken immer so zwischen 30 und 34 Grad und man tut gut daran, immer die Strassenseite zu nehmen, die Schatten hat. In einem Kaffee habe ich dann noch ein Österreicher-Pärchen getroffen. Sie sind für einen Monat hier in einer Spanischschule und anschliessend reisen sie noch für 2 Wochen in Nicaragua umher. Ansonsten kann ich fast keine Touris ausmachen und habe das Gefühl, dass ich der einzige bin. Mir sieht man den Touri natürlich sofort an, denn mit den Frisuren der hiesigen Männer kann ich nicht mithalten. Bei mir kann man ja von Frisur auch kaum mehr sprechen. Ich habe es heute mit meinem Bauch nicht so recht. Ich vermute nicht das Essen vom Vorabend, sondern die Hitze und der Grenzstress, des gestrigen Tages. Wahrscheinlich legt sich das bis Anderntags wieder. Morgen werde ich an die Küste fahren und irgendwo, wo es mir gefallen könnte, werde ich am Meer einige Tage verbringen. Ich muss jetzt halt die Zeit ein bisschen totschlagen, da Melanie erst am 2. Juli nach Costa Rica kommt.

Datum: 23.06.12
Ort:  Poneloya

Nach dem Frühstückskaffee im Hotel in Leon bin ich so um 10.30 Uhr Richtung Küste nach Poneloya aufgebrochen. Es ist zwar nur ein kleiner Hüpfer von 21 km. Da es heute Morgen bereits geregnet hat und hier an der Küste es ebenfalls nieselt habe ich mich entschlossen, in einem kleinen Hotel heute an der Küste zu verbringen. Es sind ein paar Amis hier und ich werde sicher einen ganz passablen Tag hier verbringen. Die Küste hier ist sehr gefährlich, denn es hat ablandende  Brandung und sie haben gesagt, ich müsse sehr aufpassen und nicht weit raus gehen. Die Wellen sind richtig schön hoch. Surfer hat es einige, welche die meterhohen Wellen für Ihren Spass ausnutzen. Ich bin zweimal hinein und die Wellen haben richtig grossen Spass gemacht. Wenn man hinauswill, muss man schauen, dass eine Welle kommt, sonst kommt man gar nicht mehr an Land, denn der Sog zurück ins Meer, ist unheimlich stark. Das Wasser hat etwa 27 Grad. Von Abkühlung natürlich keine Spur. Es sieht hier alles ein bisschen heruntergekommen aus und Leute hat es nicht sehr viele. Ich habe diesen Tag ausgenutzt für meine weitere Planung, wie ich an der Küste weiterfahre. Auf dem Programm steht Granada, Rivas und San Juan del Sur. Im Hotel in Leon habe ich noch die aufregensten Punkte von Nicaragua nachgefragt und als ich Ihn auf Managua ansprach, sagte er, dass es erstens dort nicht allzu viel zum sehen gäbe und zweitens sei es "Danger". Also werde ich Managua auslassen. Zmittag habe ich einem Restaurant nebenan gegessen. Spaghetti mit Meeresfrüchten. Es war "SO" gut. Vergleichbar mit denen, die ich mit Eggli auf Korsika gegessen habe. Nun sitze ich, leicht erhöht, in der Hotelbar, direkt am Strand unter einem Strohdach und die Wellen kommen bis etwa 5 Meter an meine Füsse heran. Es ist eine klasse Abendstimmung und es ist eine Wucht den Pelikanen in Ihrem Formations-Flug zuzuschauen. Man hat das Gefühl, sie gleiten nur Zentimeter über dem Wasser. Natürlich fehlt ein Serveca nicht. Am Mittag hat mich eine ältere Frau angesprochen und gefragt, von wo ich komme und ob das Bike von mir wäre. Ich sagte dass ich von Suiza komme. Sie käme von Schweden und das würde immer verwechselt mit der Schweiz. Ich sagte, dass es mir genau gleich gehe, Sie verwechseln mich immer mit den Schweden. Ich sass etwa eine Stunde mit Ihr am Tisch und wir hatten ein ausserordentlich nettes Gespräch. Sie hat eine Menge von sich erzählt, dass Sie seit 2 Jahren in Leon wohne und 3 Töchter und Enkelkinder habe. Sie könne aber nicht mehr nach Schweden zurück, denn dort sei es kalt und die Leute seien niemals so freundlich wie hier. Auf die Frage, was sie den mache, sagte sie, nichts. Sie habe vorher 7 Jahre in Phnom Pen gelebt, doch mit der Zeit sei Sie dort einfach nicht mehr zufrieden gewesen. Unheimlich viel Verkehr und alles sei hektisch gewesen. Dann habe sie sich entschlossen nach Nicaragua zu gehen, welches sie aus vorigen Ferien mal kennengelernt habe. Nun sei sie als Tourist hier und gehe alle 3 Monate nach Costa Rica für einen Tag raus und komme dann als Tourist wieder rein. Sie hat mir in Granada noch eine Adresse mit einem schönen alten Hotel aus der Kolonialzeit gegeben. Ich werde mir dieses sicher mal anschauen.

Datum: 24.06.12
Ort:  Granada

Heute gab's auch nur ein kurzer Hüpfer von 170 km nach Granada. Bei heissen 36 Grad bin ich von Poneloya nach Granada gefahren. Zum Teil war die Strasse grauenvoll, obwohl Sie rot eingezeichnet war. Zwischendurch fehlte sie ganz und man musste im Schotter oder auf der Wiese nebenan durchfahren, sonst war kein durchkommen möglich. Etwa 30km konnte man so mit 20 - 30 Std./km fahren, alles andere wäre Lebensgefährlich gewesen. Alles was sie mir erzählt haben, stimmt einfach. Es ist eine ganz hübsche Stadt, die sogar eine Fussgängerzone hat. Das ist in diesen Breitengraden nicht selbstverständlich. Normalerweise drängen die Autos sogar durch die Märkte, die eh schon voll sind. Hier ist das aber ganz anders. Eine richtig herausgeputzte Stadt mit relativ vielen Touris. Alle haben, so scheint es, Granada als Zwischenstation eingebaut. Vieles wurde schön renoviert und an ein paar Häuser sind sie dran. Ich habe heute mit Amis, Franzosen, und Holländer gesprochen. Sie machen alle einen Round-Trip in Zentralamerika. Wenn ich sage von wo ich komme und wohin ich gehe kommt ein grosses WOW. Ich habe halt eine bisschen mehr Zeit als die meisten Touris hier. Man merkt es auch an der Gastronomie. Vieles ist auch in Englisch angeschrieben und es ist leicht, sich etwas zu bestellen und die meisten Restaurants sind auch von Amis geführt. Am Mittag lief ich noch an den See hinunter. Bei dieser Morzhitze. Es war enttäuschend. Eigentlich erwartete ich, dass dort viel Betrieb herrscht, doch nada. Nicht eine Menschenseele lag am "Strand". Es hat einen langen Steg wo Schiffe anhalten. Die andere Seite sieht man nicht und der See eignet sich nicht zum Baden, da zu schmutzig!! Nicht destotrotz muss ich sagen, wenn die Verschmutzung nicht währe, wär's einen Ausflug wert. Am Abend bin ich dann nochmals in den zentralen Markt und in die Fussgänger-Zone und habe dort in einem Ami-Restaurant Z`nacht gegessen. BBQ-Rippen mit Kartoffelsalat. Es hat richtig gut geschmeckt. Das natürlich draussen an einem Gartentisch. Aber glaubt mir, es war Dunkel und es hatte immer noch 30 Grad. Ich glaube in der Nacht wird es nie kühler. Im Anschluss bin ich noch bei einem Pup draussen gesessen und habe den Drink von Andrea Matthis, die sie mir im Kuvert in Noten geschenkt hat, getrunken. Im Anschluss habe ich den von den "Ebenälplers" grad auch noch gekippt. Naja vielleicht hätte es einer auch getan, aber da es mir hier richtig gut gefällt, mussten grad Beide hinhalten. Dazu habe ich den Umzug beobachtet. Ich kam mir vor wie an der  Piazza in Ascona. Es ist jetzt 22 Uhr und der nächste Gang heisst in die Federn. Gestern bin ich um 20.30 Uhr ins Bett, dafür bin ich heute bereits um 6 Uhr aufgestanden. Eigentlich stehe ich total neben den Schuhen. Normalerweise gehe ich doch vor 23 - 24 Uhr nie ins Bett, aber seit ich auf der Tour bin, bin ich ein richtiger Frühschläfer geworden. Ist das Normal oder bin ich Abnormal? Nein, Nein, Selbstzweifel lasse ich natürlich nicht aufkommen. Morgen bleibe ich sicher nochmals in Granada und dann sehe ich weiter.

Datum: 25.06.12
Ort:  Granada

Bereits um 8.30 Uhr klingelte mein Telefon. Ob ich jetzt noch eine Nacht bleibe, war die Frage. Ich habe doch gestern bei der Ankunft glaube ich deutlich gesagt für 2 Nächte. Nun, ich habe dann halt nochmals gesagt, dass ich nochmals eine Nacht bleibe und ich glaube, dass Sie's jetzt wissen. Mein Töff durfte ich gestern Mittag noch neben der Rezeption in eine Kammer stellen, damit er weg von der Strasse ist. Im Laufe des Morgens bin ich dann wiedermal in den Markt hinein. Mit diesem Angebot muss sicher niemand hungern. Reich sind die Nicaraguaner ganz sicher nicht. Man sieht hier auch noch viele, die mit Ross und Wagen unterwegs sind. Also Wagen, das ist eher eine Karre, die mit zwei grösseren Autopneus und ein paar Holzladen zusammengehalten wird. Nach einer Cola Zero auf dem Hauptplatz bin ich wieder ins Hotel zurück um mich in meinem Hotelzimmer wieder etwas herunter zu kühlen. Mein Bein ist jetzt auch wieder verheilt. Heute nach dem Duschen ist die letzte Rife abgefallen. Jetzt habe ich halt an meinem Bein einen weiteren kleinen Schönheitsfehler, doch ich bin froh, dass dieses Malheur ohne grössere Komplikationen wieder verheilt ist. Gestern Abend konnte ich auch, wahrscheinlich Strassenjungs, zuschauen, wie die aus Palmenblättern Figuren, Blumen und andere Sachen zusammenknüpften. Ein Junge setzte sich neben mich und fragte ob ich auch so eine Blume für einen Dollar kaufe. Ich verneinte, denn ich wüsste nicht, wie ich diese transportieren sollte. Dann machte er wieder mit so einem Palmwedelstreifen einen Käfer in einer Perfektion und Geschwindigkeit dass ich zum Staunen kaum raus kam. Dieser Junge war nicht älter als 10 Jahre! Er sagte mir, dass er halt Spezialist sei und ob ich doch nicht jetzt diesen Käfer kaufen möchte. Ich gab Ihm dann halt einen Dollar und sagte, er dürfe den Käfer behalten, denn ich kann Ihn wirklich nicht transportieren. Der Dollar sei für die Vorführung. Er bedankte sich und ging halt zum nächsten "Opfer". Obwohl, ich habe mich absolut nicht als Opfer gefühlt. Was man hier auch sieht, ist, dass Wasser in einem Plastikbeutel, der verschweisst ist, verkauft wird. Man beisst mit den Zähnen in eine Ecke rein und spritzt dann den Inhalt einfach in den Mund. Man hat dann am Schluss nur noch den Plastikbeutel welchen wir in den nächsten Papierkorb werfen würden und hier wird dieser einfach auf den Boden geworfen. Oder die Getränke-Verkäufer auf der Strasse. Da gibt es keine Becher. Es wird ein durchsichtiger Plastiksack genommen, da wird zuerst Eis hineingeschüttet, dann kommt das Cola, Fanta oder irgendwas hinein, und am Schluss wird ein Röhrli hineingesteckt und der Sack oben verknotet. So funktioniert das auch. Cajero  sind Bankomaten. Sich Geld besorgen in Zentral-Amerika kann auch ein Problem sein. Es gibt sehr viele dieser Cajero's. Doch wenn sie nicht ATM angeschlossen sind, spucken diese einfach kein Geld raus. Ich habe auch schon solche gehabt, die ATM angeschlossen waren und trotzdem nicht funktionierten. Das wird dann jedes Mal ein Spiessrutenlauf. Ich habe immer das Gefühl, wenn ich kein Geld mehr habe, dass ich da stehe, wie wenn man mir die Unterhosen ausgezogen hätte. Wenn ich dann wieder aufgeladen bin, ist es mir viel wohler. Am Abend bin ich dann wieder in die Fussgängerzone zum Essen. Heute war ich in einem Anderen. Es war nicht sonderlich gut. Wieso tendiert man immer wieder, obwohl man weiss, dass es am anderen Ort gut ist, etwas Neues aus. Ich glaube es ist einfach der Gwunder. Anschliessend noch ein Espresso und ein Cuba libre. Die schmeckten dafür umso besser. Morgen geht es weiter? Ich weiss es noch kein bisschen. Morgen ist Morgen!

Datum: 26.06.12
Ort:  San Juan del Sur

Relativ früh am Morgen habe ich zusammengepackt und meinen Töff beladen. An der Rezeption habe ich noch das Zimmer bezahlt und zugleich für meine gewaschene Wäsche auch noch eine saftige Rechnung dazu erhalten. 36 Dollar für ein bisschen Wäsche!!!! Man merkt richtig, dass man an einem Tourismus-Ort ist. Hier wird abgezockt, was das Zeug hält. Sicher, für unsere Verhältnisse ist es immer noch recht günstig, aber im Vergleich zu den Vororten, kostet alles rund das Doppelte. Nach diesem Frust habe ich mich aufs Radel geschwungen und bin losgedonnert. Unterwegs hatte ich am Meer noch einen kurzen halt gemacht. Da kamen Poncho und Emanuel auf mich zu, ich glaube es sind Landstreicher, und bestaunten mein Töff. Sie wollten alles wissen. Wie schnell der fährt, wieviel Zylinder und Kubik und und und. Sie fragten mich fast ein Loch in Bauch. Als er mein GPS sah, fragte er ob das Televisione sei. Ich glaube er hat zum ersten Mal ein GPS gesehen. Ich schaltete dann das Ding ein und zeigte Ihm, wie das funktioniert und dass das für die Strasse sei. Der konnte sich kaum erholen. Es war auf jedenfall eine lustige Begegnung und am Schluss fragte ich Sie, ob ich von Ihnen noch ein Foto machen dürfe. Sie haben natürlich gerne ja gesagt und sich noch richtig schön hingestellt. Als ich Ihnen das Foto auf dem kleinen Bildschirm zeigte, ging das staunen gleich wieder los. Ich glaube, die beiden haben auch noch nie eine Digi-Camera gesehen. Mein Ziel war San Juan del Sur an der Küste, es soll hier sehr schön sein und es hätte wunderbare Strände zum Baden und das ist auch so. Es ist auch ein Touristen-Dorf aber eben nur ein schmuckes, relativ sauberes Dorf. Etwas kleiner als Appenzell. Es hat einen Fischerhafen und wirklich einen tollen Strand. Man kann etwa 200 Meter hineinlaufen und ist immer noch nur bis zur Brust im Wasser. Temperatur fast wie eine Badewanne. Einfach herrlich. Der Strand wird gesäumt von zahlreichen Restaurants und Bars. Die Lufttemperatur ist um einiges angenehmer als in Granada, denn hier weht wenigsten immer ein bisschen der Wind, welcher die Grade um etliches verträglicher macht. In Granada war einfach eine stehende Hitze. Das Dorf ist ein richtiges Fischerdorf und wird von viel Backbackers (Rucksack-Touris) besucht, deshalb hat es ungewohnt viele Hostels, die glaube ich gut ausgelastet sind. Ich selber habe in einem strandnahen Hotel ein recht schönes Zimmer bekommen und mein Töff habe ich vor den Eingang stellen können, welcher in der Nacht von einem Sicherheitsmann bewacht wird. Zwei junge Schweizerinnen (Zürcher) habe ich auch getroffen. Sie sind seit einem halben Jahr unterwegs und kommen von Brasilien aus. Sie haben ganz Südamerika gemacht und sind jetzt auf dem Weg nach Nordamerika. Auf diesen Breitengraden haben sie eine Spucksitte (für Europäer eher eine Unsitte). Die Jungs und die Girls (die Alten zum Teil auch) spucken dauernd auf den Boden. Für mich ist das etwas Abscheuliches. In aller Öffentlichkeit wird dauernd gespuckt. Wenn ein paar zusammenstehen und eine Weile reden sieht es nachher am Boden aus, als wenn's dicke Regentropfen an dieser Stelle geregnet hätte. Richtig "grusig". San Juan del Sur sei bekannt für seine phänomenalen Sonnenuntergänge. Dieser ist für heute richtig in die Hose gegangen, denn ein Gewitter zieht auf und es ist deshalb sehr stark bewölkt. Am Abend werde ich irgendwo in einem Strandrestaurant essen. Ich habe Lust auf Fisch. Ich werde sicher zwei Tage hier bleiben und dann den 20 km entfernte Border nach Costa Rica machen.

Datum: 27.06.12
Ort:  San Juan del Sur

Als ich gestern Abend zum Hotel hinaus ging um meinen Znacht zu nehmen, sprang mir eine Rezeptionistin hinterher und fragte mich, ob das mein Töff sei vor dem Eingang. Ich bejahte. Sie sagte, dass vor 10 Minuten ein "Freund" von mir an der Rezeption gewesen sei und hätte mich verlangt. Sie habe gedacht, ich sei nicht auf dem Zimmer und habe deshalb gar nicht angerufen. Er sei dann wieder gegangen mit seiner Frau. Ok, wenn er wieder kommt, soll sie die Adresse aufschreiben und ich werde mich dann bei Ihm melden. Ich ging dann zum Nachtessen mit den Gedanken, was das für ein Freund sein könnte. Nach dem Nachtessen bin ich wieder ins Hotel zurück und habe gemeldet, dass ich dann wieder hier sei und bin aufs Zimmer. Ich war kaum recht auf dem Zimmer, klopfte es an der Tür und ein Angestellter vom Hotel stand in der Tür und sagte, der Freund sei jetzt wieder hier. Voller Erwartung bin ich dann in die Lobby und es standen da ein etwa 30-jähriges Pärchen. Ich begrüsste sie und fragte natürlich was sie den von mir möchten. Sie stellten sich als Leandro und Fernanda aus Argentinien vor und sie seien auf dem gleichen Weg wie ich nach Süden. Er habe den genau gleichen Töff, mit der gleichen Ausrüstung wie Garmin und etc. Als wir ein bisschen geredet hatten, schlug ich vor, dass wir etwas trinken gehen um unsere Erfahrungen und Erlebtes auszutauschen. Wir sind dann zuerst noch seinen Töff, etwa zwei Blocks weiter, anschauen gegangen und tatsächlich, es könnte der Bruder meines Töffs sein. Anschliessend sind wir in eine ruhige Strandbar und wir hatten natürlich einander viel zu erzählen gehabt. Sie sind von Argentinien, aus Mendoza. Er ist Architekt und sie ist Augenärztin und sie seien für 4 Monate unterwegs. Er habe ein eigenes Büro und seine Angestellten können auch ohne Ihn arbeiten. Sie sind von Argentinien aus nach Chile gefahren und haben dort das Motorrad nach Miami fliegen lassen und sind von dort aus gestartet. Zuerst nach Kanada an der Ostküste hoch und dann haben sie die USA durchquert und sind an die Westküste. Von da an sind sie dann immer Südwärts, allerdings die Baja California haben sie nicht gemacht,  sie sind direkt runter. Sie sind dann in Mexiko an die Karibik nach Cancun und dann über Belize nach Guatemala usw. Belize sei ein totaler Reinfall gewesen. "Never" werde er wieder in dieses Land Reisen. Sie hätten 150 Dollar für die Einreise bezahlen müssen und nochmals 80 Dollar für die Ausreise und das für 3 Stunden Durchfahrt. Ich bin jetzt froh, dass ich dieses Land ausgelassen habe. Trotz Muttersprache Spanisch, haben auch Sie 3,5 Stunden am Honduranischen Border gehabt und am El Salvador Border 1,5 Stunden. Es sei einfach Chaotisch gewesen. Ich konnte dem natürlich mit meinem Erlebten nur zustimmen. Sie fragten dann, was meine Pläne wären und ich sagte Ihnen, dass Melanie am 2. Juli nach San Jose für 2 Wochen kommen werde und dass ich dann mein Motorrad abstelle und mit einem Mietauto Costa Rica auskundschaften werde. Sie reisen morgen hier ab und machen den Border nach Costa Rica und werden 2 - 3 Stationen machen und dann ebenfalls nach San Jose fahren. Da ich noch eine Nacht hier bleibe, haben wir jetzt abgemacht, nachdem wir unsere E-Mail-Adressen ausgetauscht hatten, dass wir uns in San Jose nochmals treffen werden. Ich werde ihnen dann auch noch die Adresse unseres gebuchten Hotels mitteilen. Es war ein richtig spannendes aufeinander treffen. Sonst war der Tag geprägt von meinem immer stärker werdenden Bauchweh. Ich hatte schon die ganze Nacht richtige Krämpfe und die Tabletten, die ich in meiner Reiseapotheke mitgenommen habe, nützen nicht viel oder besser gesagt gar nichts. So im Viertelstundentakt kommen die Krämpfe und dann muss ich auf den Boden kauern und nach 10 - 20 Sekunden ist es wieder vorbei. Ich habe jetzt heute den ganzen Tag nichts gegessen, ohne dass eine Besserung eintraf. Heute Abend habe ich meinem Hausarzt ein Mail geschrieben, dass er Melanie noch weitere Medis mitgeben kann. Sonst habe ich heute nicht viel gemacht. Ich bin die ganze Bucht von San Juan del Sur am Strand nach abgelaufen. Dieser Strand ist wirklich eine Wucht. Er ist so flach, dass die Gezeiten sich unheimlich auswirken. Gegenüber von Ebbe und Flut ist die Strandbreite mindestens 100 Meter unterschied. Am Mittag habe ich dann noch Fussball geschaut. Portugal gegen Spanien. Am Abend dann war dann noch Sonnenuntergang angesagt, von welchem ich noch ein paar Fotos machte. Ich hoffe, dass ich heute Nacht besser schlafen werde und dann ist dann Morgen der Border nach Costa Rica.

Schlussfazit zu Nicaragua
Ich durfte ein richtig nettes Land kennenlernen. Viele hier sind arm. Vor allem die, die auf dem Land wohnen und dort auch arbeiten. Es ist ein sehr fruchtbares Land und man könnte so ziemlich alles pflanzen und es käme sofort. Leon, Granada und San Juan del Sur haben mir sehr gut gefallen. Granada wird einfach von Touris überschwemmt aber sehenswert ist sie allemal. Die Wärme ist auch ein Thema. Manchmal ist es stehend heiss und es geht kein Lüftchen. Wie das die Leute tagein, tagaus aushalten, und dazu noch arbeiten, das verdient meinen Respekt. Die Leute sind sehr nett und ich bin's natürlich auch. Vulkane hätte man auch besteigen können, doch angesichts der Hitze vergeht mir jede Bewegung, die nicht unbedingt nötig wäre. Die Strassen sind hier wesentlich besser als in Honduras und El Salvador. Die Hauptachsen sind am besten. Kommt man dann auf Nebenstrassen, dann ist es dann mit den Blumen vorbei. Löcher, Wannen oder gar keine Strasse mehr, das habe ich zwischen Leon und Managua gehabt. Mein GPS hat mich auch fast immer gut geführt, obwohl es eine Gratis-Datei war. Wie schon bereits gesagt, gibt es für Zentral-Amerika keine Daten zum kaufen. Ohne wäre ich vielmals aufgeschmissen gewesen. Vor allem in den Städten ist es sehr hilfreich. Adressen kann man keine eingeben und es sind nur die grösseren Orte drauf, doch die haben mir vollkommen gereicht. Karte und GPS war auf jeden Fall eine Super-Kombination. Ab Costa Rica nach Süden gibt es dann wieder Original-Garmin-Dateien, die ich mir dann in den nächsten Tagen auch herunterladen werde. Der Schmutz und Unrat ist auch hier ein Problem, doch ein riesiger Unterschied zwischen den vorhergehenden Ländern. Sehr auffallend war das nach dem Border von Honduras. Mein Schlussfazit: Ich würde gerne wieder kommen.

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