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Mexico

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Mexico

Einwohner:           112 Mio
Fläche:                 1,9 Mio km2
Hauptstadt:           Mexico-Stadt
Sprache:               spanisch
Währung:              Mexikanischer Peso
Strom:                  127 Volt

Bericht
Datum: 22.05.12
Ort:  El Rosario

Bin heute mit Herzklopfen um ca. 10 Uhr in Chula Vista abgefahren. Wird das alles so klappen an der Grenze so wie ich mir das vorgestellt habe? Ich musste etwa 17 Kilometer noch fahren und dann kam sie, die besagte Grenze. Ich stellte mich in eine der 6 Kolonnen ein und ein Auto nach dem anderen musste durch so eine Schleuse fahren. Dort wurde glaube ich mit Kameras und sonstigen Sensoren alles abgesucht und als ich dran war heulte natürlich die Sirene auf. Ich nehme an, dass die meine Exotik-Nummer gesehen haben und ein Beamter winkte mich dann zu sich und weiste mich ein, ich soll mich dort mit meinem Motorrad hinstellen. Als ich abstieg kam er auf mich zu und sagte, ich müsse mich beim Touristik-Visa-Büro melden. Das machte ich dann auch und er fragte mich dort, was ich in Mexiko will. Ich sagte dass ich eigentlich nur Transit bin und dann weiterfahre bis nach Argentinien. Er war sehr erstaunt und fragte mich, ob ich in San Diego gestartet sei. Als ich dies verneinte und sagte dass ich in Alaska gestartet sei, war er natürlich noch erstaunter. Er fragte mich wie lange ich ungefähr in Mexiko bleiben will, antwortet ich etwa 20 Tage. Er gab mir dann ein Visum für 30 Tage, was für mich vollkommen auszureichen scheint. Danach fragte ich Ihn, wo ich mein Motorrad einführen muss, denn das ist von jetzt an sehr wichtig, damit ich keine Probleme habe an den folgenden Grenzen. Ich muss immer mein Motorrad einführen lassen und beim Hinausgehen wieder abmelden. Für das musste ich in ein anderes Büro, dass ca. 2 Blocks weiter weg war. Dort habe ich mich dann nach vielem Fragen, wo das sei, gemeldet. Der Beamte hat mir dann das Motorrad-Transit-Zertifikat ausgestellt. Ich musste 400 Dollar mittels Kreditkarte hinterlegen. Dieser Beleg wird dann bei meiner Ausreise aus Mexiko vernichtet. Das ganze Grenzprozedere hat etwa 1 ¾ Stunden gedauert. Als dies alles geschehen war, habe ich mich aufs Motorrad gesetzt und habe mir gesagt, nur noch raus aus Tijchuana. Auf meinem GPS habe ich La Paz B.C. eingegeben und es hat mich aus dieser Stadt raus gelotst. Ich habe mir gesagt, jetzt bist du in Mexiko angekommen. Auf der Mex 1 bin ich dann etwa 350 km runtergefahren und bin jetzt in El Rosario, wo ich in einem Motel übernachte. Unterwegs in einem kleineren Ort habe ich dann noch ein Cambio gesehen, wo ich meine ersten Peso wechseln konnte. Es ist einfach scheisse, wenn du in einem fremden Land bist und deren Währung nicht hast. Da war mir schon ein bisschen wohler. Die Landschaft ist hier sehr karg, eigentlich eine Steinwüste. Alle 20 - 30 Kilometer kommt ein Dorf oder sogar ein kleines Städtchen. Die Hauptstrassen sind jeweils geteert und alles andere sind dann nur noch Dreckstrassen oder Vorplätze. Ich kam mir vor wie in Kenia, dort ist das auch so. Die Dörfer haben meist eine Tankstelle, einen Marketo und dann die Häuser der Hauptstrasse entlang. Die Dörfer scheinen sehr arm. Ob Sies sind, kann ich nicht beurteilen. Auf den Strassen kannst du nur etwa 90 - 100 Fahren und in den Dörfer hat es unzählige Schweller (Buckel) und dann ist Vorsicht angesagt, sonst haut's dich vom Töff (10 - 20 Km/Std). An noch eine Besonderheit muss ich mich gewöhnen. In den 350 Km musste ich durch 4 Militär-Kontrollen. Da wird jedes Fahrzeug angehalten und durchsucht und befragt. Ich aber, wegen meiner Exotik-Nummer wurde jedesmal durchgewinkt. Morgen geht es weiter Richtung La Paz.

Datum: 23.05.12
Ort:  Santa Rosalia

Bin heute so um 9 Uhr abgefahren bei recht kühlen 17 Grad und leicht bedeckt. Dies änderte sich aber bald. Das Thermometer stieg bald mal auf 22 Grad und das schönste Wetter. Die Strasse hervorragend. Ich kam recht schnell voran die ersten 250 km waren auf der Westküste, die dann aber abbog in Richtung Ostküste. Allmählich ging's auf etwa 700 Meter hoch und man glaubt es kaum, in den Bergen ist die Temperatur gestiegen auf 32 Grad und wenn du runterkommst wird es wieder merklich kühler um 22 Grad. Das ist natürlich sehr angenehm zum Fahren. Das war so auf der ersten Hälfte des Tages und dann kam der Abzweiger auf die andere Seite an die Ostküste. Da ging's dann wieder so auf 2 - 300 Meter hoch und wieder runter und es wurde immer heisser. Spitze hatte ich heute etwa auf 150 km bei 36 Grad und dies bis kurz vor Santa Rosalia, dort hatte ich dann nur noch 28 Grad. Jetzt bin ich in einem Hotel abgestiegen. Von der Hauptstrasse weg und dann nur noch reiner Schotter und nur mit 10 Std./km fahren. Bis zum Hotel. Super Aussicht aber die Klimaanlage ist defekt. Dafür habe ich sofort eine kalte Dusche genommen um mich ein bisschen abzukühlen. Während der Fahrt bin ich an 3 Militärkontrollen angehalten worden. 2 Mal haben sie mich kurz befragt und beim einten Mal musste ich die Koffer öffnen. Sie schauten kurz rein und sagten dass es ok sei und ich soll jetzt weiterfahren. Einmal wurde ich angehalten, damit mein Motorrad desinfiziert wird. Weiss der Kukuk für was das gut sein soll!!! Jäno, auch das habe ich über mich ergehen lassen und natürlich immer freundlich lächeln. Bei zwei Baustellen bin ich auch vorbeigekommen. Jedes Mal mindestens eine halbe Stunde Wartezeit. Wenn es dann heiss ist und die Autofahrer im klimatisierten Auto sitzen und ich draussen an der prallen Sonne bei über 30 Grad stehe, wird es dir innert Minuten zu warm. Dann stehst du gerne in den Schatten eines Lastwagens. Einmal durfte ich als erster von der Baustelle weiterfahren. Ich habe mich natürlich gefreut. Die Freude währte aber nur kurz, denn die haben auf 3 km Länge Schotter aufgetragen und der war nicht gewalzt. Meine Pneus versanken in diesem Schotter!!! Wenn ein oder zwei Lastwagen vorgefahren wären, dann hätte ich in deren Radbreiten fahren können und jetzt das!! Ich bin dann durchgekommen. Ganz langsam, dass versteht sich ja von selbst. Es hat mich hin und her getrieben und ich weiss nicht, ob ich wegen der Sonne oder wegen der Strasse mehr geschwitzt habe. Die Fahrt als solches war nicht unbedingt sehr spektakulär. Es ist eine Sand- und Steinwüste mit unzähligen Kakteen. Manchmal kommt es dir vor als würdest du in einem Kakteen-Wald fahren. Diese sind sehr schön zum anschauen und die Landschaft ist dadurch auch sehr schön. Heute jedoch bin ich 8 Stunden durch diese Kulisse gefahren und irgendwann verleidet es einem. Als ich das Meer an der Ostküste sah, habe ich mich richtig gefreut. Die Strassen waren mehrheitlich gerade und zwar Schnurgerade!!! Da fährst du 40 - 50 km über eine Hochebene einfach immer geradeaus. Da kann man manchmal den Horizont gar nicht mehr sehen, den die Strasse geht dann einfach in nichts über. Überall hat es 80iger Tafeln aufgestellt. Ich glaube die sind nur zur Dekoration für den Kakteen-Wald. Alle fahren mindestens 110 (inkl. Lastwagen). Normal ist mein Tempo heute bei etwa 120 gewesen. Einmal vor einem Dorf hat die Polizei Kontrolle gemacht. Aber da hat mich ein entgegenkommender Lastwagen gewarnt. Die Polizisten hatten gleich zwei in der Arbeit und ich bin natürlich mit der erlaubten Geschwindigkeit an denen vorbeigefahren. Etwa 8 Töffs, solche mit Gepäck, sind mir entgegengekommen. Die kommen wahrscheinlich von La Paz. Ich hoffe, dass ich dort auch ein paar treffe. Morgen steht La Paz auf dem Plan.

Datum: 24.05.12
Ort:  La Paz

Nun, ich bin so gegen 7 Uhr aufgestanden und habe noch einige Skype gemacht. So gegen 9 Uhr bin ich dann los. Anfangs waren die Temperaturen recht angenehm, so um 28 Grad. Die Landschaft hat sich nicht gross verändert. Kakteen und Kakteen, unglaublich viele, als würdest du um Wald fahren. Mit kleinen Wechsel ins Gebirge, so um 500 Meter, welche dann wieder runter auf ein Plateau führten und so ging das den ganzen Tag. Alle 50 - 100 km ein kleines Dorf und dann einfach wieder nichts ausser Kakteen usw. Grundsätzlich kann man sagen, an der Westküste von B.C. hat es noch ein wenig Grün und dort hat's auch Bauernwirtschaft, aber auf der Ostseite ist alles Sand und Steinwüste. Eine kurze Schrecksekunde hatte ich auch noch. Ich, mit 130 Sachen drauf, wurde von einem Auto überholt. Er fuhr unwesentlich schneller als ich und ich hängte mich Ihm hinten an. Der Abstand immer so ca. 100 bis 150 Meter und dies etwa 10 km lang. Und uhrplötzlich, weiss der Kukuk warum wurde der langsamer und ich hab's einfach zu spät bemerkt. Erstens konnte ich nicht ausweichen, denn gerade auf seiner Höhe kam ein Lastwagen entgegen und ich musste voll auf die Klötze sodass das Vorderrad blockierte. Zum Glück schlug dann das ABS an und ich konnte so mein Motorrad halten. Das war brenzlig und hat mich wieder etwas Aufmerksamer gemacht. Danach fuhr der andere wieder gleichschnell wie vorher. Die Temperaturen sind im Wesentlichen im Westen im einige Grad tiefer als im Osten. Die Strassen waren sehr gut und 2 Militärkontrollen habe ich ohne Probleme überstanden. Über die Berge wird es immer wieder sehr kurvenreich und sobald du darüber bist kommt man auf ein riesiges Plateau und im Normalfall geht's dann einfach 30 - 40 km schnurgeradeaus. Die ersten 50 km nach Santa Rosalia gingen noch an der Küste entlang. Die waren einfach fantastisch. Ich habe sogar meine Filmkamera am Töff montiert. Kurven, Strände, Kakteen. In Loreto, übrigens ein sehr schönes kleines Fischerdorf, da habe ich dann eine kurze Rast gemacht und an einem Stand ein paar Tacos Cameron gegessen. Ich wusste zwar nicht was ich bestellte, aber es war richtig gut. Etwas Fisch im Bierteig gebacken mit Tacos und einer Sauce zum "tünklen". Gegen den Schluss, so auf den letzten 100 km wurde es dann richtig heiss, ich habe dann auch meine ersten 40 Grad geknackt. Das ist dann heiss, aber beim Fahren geht's. Einfach Helm auf, Jacke auf und nur noch fahren, fahren und ja nicht anhalten. Wenn's dann wieder runtergeht, kommen einem die 30 Grad gerade wieder angenehm vor. Jetzt bin ich im Hotel Baja California in Laz Paz. Eigentlich eine Absteige aber es hat alles und vor allem ich kann mein Töff in einen Hinterhof stellen. Ich muss zum Strand etwa 10 Minuten laufen, was mir eigentlich nichts ausmacht. Am Abend bin dann  in die Stadt La Paz gelaufen um etwas zum Futtern zu bekommen. Da hier alles recht touristisch abläuft habe ich auch keine Probleme mit meiner Bestellung in einem Restaurant. Ein Kellner schwärmte mir vor, wie gut einige Sachen sind und was er Favorisieren würde und genau das habe ich dann bestellt. Natürlich mit einem Serveca und dann nochmal eines, denn nach der grossen Hitze habe ich das verdient!! Das Essen war wirklich Spitze. In einem Steinhafen wurde Scampi, Pouletfleisch, Rindfleisch und Gemüse an einer Tomatensauce serviert. Ohne zum übertreiben, es sah nicht nur schön aus sondern es war auch gut. Am Schluss habe ich vom Haus noch ein Tequilla bekommen, der mir richtig eingefahren ist. Oder waren's die zwei Servecas oder beides? Scheissegal, ich schlenderte dann noch die Promenade ab und ging ins Hotel zurück. Ich habe mich entschlossen, dass ich hier mindestens 2 Tage aufhalte. Ich gehe morgen mal schauen, wies mit der Fähre steht und wie das abläuft und ob ich überhaupt reservieren muss. Das wird sich dann alles Morgen entscheiden.

Datum: 25.05.12
Ort:  La Paz

Am Morgen, so gegen vermeintlich 8 Uhr bin ich aufgestanden. Geweckt durch den Verkehr, denn das Hotel liegt direkt an der Hauptstrasse. Als ich geduscht und rasiert aus dem Hotel ging sah ich, dass es unweit von mir ein Kaffee gibt. Dort habe ich mir erst mal einen entsprechenden Kaffee zu mir genommen. Der Kaffee, na ja, man muss halt Abstriche machen, aber es roch wenigstens nach Kaffee und 2 Spiegeleier habe ich noch dazu genommen mit Tacos. Hat geschmeckt. Man kann ja auch fast nichts falsch machen. Dort habe ich eine Wanduhr gesehen und die hatte eine Stunde mehr drauf. Ich fragte die Serviceangestellte, was denn die Local-Time ist und die bestätigte die Uhr welche an der Wand hing. Ich musste irgendwann mal wieder eine Zeitzone durchfahren haben ohne dies zu bemerken. Was soll's, dann ist es halt jetzt 9 Uhr. Ich habe mir gestern Abend schon gedacht, dass es hier unheimlich früh dunkel wird, nun habe ich die Antwort. Dann ging's runter in die Stadt auf's Tourismusbüro, welches ich gestern Abend entdeckt habe und halt schon zu war. Dort habe ich nach einer Stadtkarte gefragt und eine Auskunft wegen den Fähren. Die haben mir dann erklärt, dass nicht hier die Fähren abfahren, sondern etwa 20 km ausserhalb und dass das Fähren-Office auf der andern Stadt-Seite ist. Nun, ich bin dann losmarschiert Richtung Fähren-Office. Mensch war das ein Marsch!! Inzwischen war es gegen 12 Uhr und die Mittagssonne brasselte auf mein Oberteil. Mein Chäppi lag natürlich in einem Koffer des Töffs schön am Schatten. Dort nützt es am meisten! Endlich angekommen und schweissgebadet durfte ich das klimatisierte Fähren-Office betreten. War das eine Wohltat! Ich bin noch selten so gerne in eine Reihe angestanden wie heute. Erst Mal abkühlen hiess die Devise. Dann kam ich dran. Ich möchte eine Fähre nach Mazatlan, habe ich gefragt. Sie gab mir die Auskunft, dass es nur ein kleines Cargo-Schiff wäre und die Überfahrt etwa 16 Stunden dauern würde. WOW, war erst mal mein Gedanke und sie sagte dann auch, dass es ein grosses Fährenschiff gebe nach Los Mochis, das ist etwa 800 km weiter oben von Mazatlan und die Überfahrt daure nur 6 Stunden. Ich habe mich sehr schnell entschieden für Los Mochis. Wenn das so ein Schüttelkahn ist und dies 16 Stunden dauert, dann bin ich am Schluss Ausgekotzt wie eine ausgedrückte Zitrone und das habe ich wirklich nicht im Sinn! Sie sagte mir auch, dass ich noch die Zolleinfuhrbescheinigung machen müsse, sonst käme ich nicht vom Ziel-Hafen. Dass ich dies bereits habe hat's Sie sehr erstaunt. Zum Glück habe ich in Tijchuana diese Formalitäten bereits erledigt gehabt, denn ich wüsste hier absolut nicht wo ich dies machen müsste. Gut, mit Fragen würde es dann sicher irgendwie gehen. Ich habe dann erfahren, dass für den Mexikanischen Staat Baja California ein Sonderstatus herrscht und man hier ohne dieses Zertifikat herumfahren darf. Dass habe ich auch erst hier erfahren. Die Reservation lautet nun auf den Montag, 28. Mai 2012 um 12.30 Uhr Abfahrt und 2 Stunden vorher da sein für das Beladen. Das heisst für mich jetzt, dass ich halt noch 2 Tage länger in La Paz sein darf, was mich nicht im Geringsten stört. Denn die Stadt ist wirklich schön. Ich werde Morgen aber aus dem Hotel Auschecken, denn ich möchte weiter nach unten zu den verschiedenen Beaches, und mir dort für die 2 Nächte ein Hotel nehmen. Hat erstens den Vorteil, dass ich näher an der Fähre bin und zweitens ich auch noch mehr von den verschiedenen Beaches sehe. Nun, nach Abschluss der Formalitäten bin ich dann wieder ins Hotel gewatschelt und es hatte fast keine Leute mehr unterwegs. Warum? Weil's so heiss ist! Inzwischen war's 14 Uhr und ich ging sofort auf mein Zimmer und schaltete sofort die Klima-Anlage ein welche ich gestern Nacht ausgeschaltet habe und ich "Armloch" sie am Morgen vergessen habe wieder einzuschalten!! Jetzt wird erst mal Siesta gemacht und erst gegen Abend wieder auf die Gasse und die Klimaanlage wird sicher nicht ausgeschaltet. Am Abend bin ich dann wieder ins gleiche Restaurant wie am Abend zuvor habe gesagt. Dass ich nochmals einen seiner Favoriten essen würde und er empfahl mir den Fisch. Ok habe ich gesagt und es kamen 2 Fischfilets auf Ananasscheiben mit Reis und Karotten mit Bohnen gemischt. Einfach nur fein. Ich habe gar nicht gewusst, dass Ananas und Fisch zusammen geht. Man lernt nie aus! Dazu natürlich 2 Servezas und für die Desinfektion ein Tequilla. Heute hat's mich nicht "krüselet". Irgendwie war ich am ersten Abend einfach k.o. nach der Wärme und den 580 km. Dann ging's nochmals ein bisschen auf die Promenade am Meer entlang und dann ins Hotel zurück. Morgen zusammenpacken und weiter nach unten Richtung Fährhafen, welcher etwa 20 km ausserhalb von La Paz ist.

Datum: 26.05.12
Ort:  La Paz

Heute Morgen ging's los. Einpacken und auschecken war angesagt. Bevor ich aber losfuhr ging's noch ins Kaffee nebenan. Natürlich, 2 Spiegeleier mit Tacos, das musste auch noch sein. Nachher schwang ich mich auf meinen Esel und los ging's. Alles was ich täglich 2 - 3 Mal zu Fuss machte, durfte ich heute hoch zu Ross fahren. Es kam mir wirklich weit vor, was ich die letzten 2 Tage gelaufen bin. Unterwegs in die Stadt hielt ich nochmals an um zu Tanken. Denn wenn weiter unten keine Tankstelle mehr ist, muss ich mit fast leerem Tank auf die Fähre und ich weiss ja nicht, wies im Ankunftshafen dann ausschaut. Wie auf der Karte vermerkt, bin ich dann immer weiter Runter an die Beaches. Einer folgte auf den anderen und einer schöner wie der andere. Türkisblau, wo's nicht so Tief war und Dunkelblau wo's dann runterging. So wie man sich das vorstellt so aus den Prospekten. Aber, dann folgt das Aber. An keinem der Beaches hat es ein Hotel. Wenn's gutging hat es vielleicht ein paar Strohdächer und einem winzigen Restauräntli. Mehr einfach nicht. Der Hafen kam und ich bin dann noch etwa 3 Beaches weitergefahren und immer das gleiche Bild. Jetzt ging nur noch umkehren und wieder zurück nach La Paz. Jetzt bin ich halt wieder in La Paz, aber auf der anderen Seite in einem sehr schönen Hotel (Seven Crown). Ein paar Mal teurer als ich vorher Übernachtet habe, aber was soll's, ich bleib ja nur zwei Tage. Beim Einchecken habe ich das erste Mal wieder Deutsch sprechen können, denn der Receptionist konnte sogar Deutsch, was mich echt verwunderte und weiss sogar, dass es in der Schweiz 4 Landessprachen gibt. Sehr zuvorkommend und "können wir Ihnen mit dem Gepäck helfen", ich traute meinen Ohren nicht, das habe ich auf der ganzen Reise noch nie gehört. Ich verneinte natürlich und fragte nur noch wo ich mein Baby hinstellen kann. Er gab mir ein guten Platz und versicherte, dass alles überwacht werde. So, nun war ich wieder gleich weit wie vorher. Es war jetzt halt schon wieder so um 14 Uhr und natürlich warm. Also kurze Hosen und Käppchen montiert und an den Strand runter und habe mich etwa 30 Minuten an die Sonne gelegt. Das ist einfach zu warm. Ein bisschen Hunger hat sich auch eingestellt und so ging ich ins nächst beste Restaurant und verlangte die Karte. Also eigentlich bin ich ein Verfechter von Bildchen auf der Karte, aber wenn man die Karte nicht lesen kann, ist das für ein Tourist, wie ich einer bin, das einzig Richtige. Und eins hat's zur Folge. Du lernst die Speisen kennen mit Namen und kannst so deinen kümmerlichen Wortschatz vergrössern. Step bei Step. Ich ass Tacos mit Krevetten. Einfach Spitze, dazu, wie sollte es anders sein, ein Servezas. Anschliessend in's Kaffee. Ich habe eine Kaffee-Ecke gefunden die tatsächlich Expresso, so wie wir das kennen, macht. Mmh!!! Er war so gut, ich bestellte sofort noch einen. Einer kostet 8 Pesos, etwa 60 Rappen. Allgemein ist das Essen sehr, sehr günstig und was ich feststellen musste, die können sogar kochen!! Die Amis und die Kanadier können einfach nicht kochen. Die fressen ihre Hamburger und Steaks in rauen Mengen (man sieht es ihnen auch an), aber kochen, so mit Saucen und mit ein bisschen Fantasie, das ist kulinarisch tiefste Schublade. Nach den zwei Espressos schlenderte ich so in die zweite und dritte Gassenreihe und siehe da, ich befand mich plötzlich auf der Bahnhofstrasse von La Paz. Ein "Lädeli" am andern und jedes hatte seinen eigenen Sound auf die Strasse. Die einen verkaufen Schuhe, T-Shirt, Esswaren einfach kunterbunt und das sicher einen Kilometer lang. Die Geschmäcke aus den verschiedenen Läden waren richtig interessant und einfach viele zufriedene Gesichter. Es war richtig eindrücklich. An einer Kreuzung war ein Polizist in Vollmontur und Sonnenbrille und leitete den Verkehr. Keine Handbewegung ohne einen Stoss in seine Trillerpfeife und wenn einer nicht grad so reagierte wie er es wollte, dann gab's halt zwei Stösse. Ich musste schmunzeln und stellte mir vor, wie den das bei uns so funktionieren würde. Ich glaube mit 50 müsste man unsere Polizisten alle wegen Gehörschaden für invalid erklären. Am Abend bin ich dann wieder Mal auf die Promenade und habe in einem kleinen Restaurant gegessen. Wiedermal Riesencrevetten auf 4 verschiedene Arten. Das war sehr gut aber jetzt habe ich von den Cameron genug und werde bestimmt Morgen etwas anderes Essen. Anschliessend Expresso und dann ab ins Hotel zum schreiben.

Morgen setze ich mich mit kurzen Hosen und T-Shirt auf mein Baby und fahre nochmals runter an die schönen Beaches.  Getränke und ein paar Bananen habe ich eingekauft, damit ich dort nicht verdurste und verhungere. Ich freue mich darauf.

Datum: 27.05.12
Ort:  La Paz

Nach einer schlechten Nacht, war bis 2 Uhr wach, bin ich heute um 9 Uhr aufgestanden und habe ein Skype gemacht. Der Kaffee gestern hat seine Wirkung nicht verfehlt, glaube ich jedenfalls. So um 11 Uhr bin ich dann mit den montierten Badhösli wieder an die Beaches gefahren. Einfach herrlich. Fast keine Leute am Strand. Sogar ein Strohdach war noch frei, welches ich mir gerne zu Eigen machte. Ein Mexikaner, welcher Tische und Stühle vermietete fragte mich, ob ich auch einen Stuhl mieten möchte. Ich bejahte und zahlte die Tagesgebühr von 15 Peso. Dann ging's erst mal ins Wasser. Es war warm wie in einer Badewanne. Geschätzte 25 Grad. Genau die Temperatur die ich liebe. Man konnte Knietief etwa 200 Meter rauslaufen und nur einfach im schönen weissen Sand Wasserwaten. Beim genau hinsehen konnte man sogar kleine Fische ausmachen. Ab und zu kam ein Mexikaner vorbei welcher Hüte, Tücher und usw. verkaufen wollte. Nicht aufdringlich und sehr zurückhaltend. Als einer mit allerlei geschnitten Früchten in Becher vorbeikam schlug ich zu. Ich hatte richtig Lust und entschied mich für Mango-Schnitze. Ich habe meinen Lebtag noch keine so gute und süsse Mango gegessen. Anschliessend kam einer vorbei mit, ja ich wusste nicht genau was es war. Ich sah nur die Leute mit einem Becher voller Eis mit allen Farben. Gut, nehm ich auch einen, sagte ich zu mir und probier das mal. Ich staunte nicht schlecht. Er machte seine Kühltruhe auf und was sah ich da, einen riesig grossen Eisklotz und nichts anderes. Was soll denn das? Fragte ich mich. Dann nahm der so einen Schaber, ich nenne Ihn jetzt Eisschaber und schabte einfach Eis ab diesem Block und schüttete das gekrachte Eis in meinen Becher und anschliessend fragte er mich, welchen Sirup ich denn haben möchte. Man konnte aus 6 verschiedenen aussuchen. Die Mango war vorhin so gut, sodass ich mich für Mango-Sirup mit Mango Stückchen entschied - und fertig war mein Drink und schmeckte nicht nur sondern erfrischte auch. In Abwechslung mit Wasserwaten, Wasserliegen und auf meinem jämmerlichen Frottetüchlein (Ich habe halt ein Platzproblem)  liegen verbrachte ich etwa 4 Stunden dort. So von 2 Uhr an gab's dann immer mehr Leute. Das meiste was ich ausmachen konnte waren Mexikaner und ganz wenige Touris. Die Mexikaner kommen anscheinend halt erst so um diese Zeit. Was auffällt, es gibt keine Deutsche. Ich habe noch kein einziges deutsches Wort in Mexiko aufgeschnappt. Sonst sind die doch überall, aber zumindest Baja California haben sie noch nicht im Visier. Langsam hatte ich genug vom herumliegen und zog mich langsam an und schon stand eine Mexikaner-Familie bei mir und fragte mich ob ich gehe und Sie das Strohdach haben können. Selbstverständlich, sagte ich und schwang mich wenige Minuten später auf meinen Bock wieder Richtung La Paz. Das Thermometer stand bei 34 Grad, was sich bis in die Stadt nicht wesentlich änderte. Dafür war die Fahrt, so ungewohnt es auch ist ohne Anzug, nochmals sehr angenehm. Langsam habe ich genug vom nichts machen und bin froh dass es Morgen weitergeht, aber die Tage in La Paz haben richtig gut getan und ich konnte mich so richtig an die Mexikaner gewöhnen.

Kurz-Fazit über Baja California
Wenn man die Chance hat, dieses einmal zu befahren, dann muss man das unbedingt machen. Ich habe unglaublich viel gesehen. Nicht dass man meint, man müsse einfach an ein Ort fliegen. So ist dann dass schon nicht gemeint, denn es gehört einfach auch die Fahrt dazu. Traumstrände, Berge, Kakteen, unglaubliche Weiten, kleine ärmlich scheinende Dörfer und zum Schluss La Paz, die Hauptstadt von Baja California. Auch bin ich mir bewusst, dass ich nur ein kleiner Teil gesehen habe und es noch viel, viel mehr zu sehen gäbe. Für das fehlt mir zum Teil die Geduld und unendlich viel Zeit habe ich natürlich auch nicht und stressen mit "das muss ich sehen und das muss ich sehen" lasse ich mich schon gar nicht. Die Strassen sind gut, einzig die unzähligen Topes und Böller sind manchmal recht nervig. An die Militärkontrollen gewöhnt man sich auch und verheissen ja nichts Schlechtes. Mit den Geschwindigkeiten haben's die Mexikaner nicht so. Ich habe mich mehr oder weniger an Ihnen angepasst und ignoriere die Geschwindigkeits-Täfli halt genauso. Die Leute sind sehr, sehr nett und hilfsbereit und ich mit meinen jämmerlichen Spanisch-Kenntnissen komme bis jetzt Tiptop durch und mit englisch geht's mit den jüngeren Mexikanern gar nicht so schlecht. Mein Schluss-Fazit: Jederzeit wieder!

Datum: 28.05.12
Ort:  Los Mochis

Eigentlich ein Tag zum vergessen! Heute Morgen um 7.30 Uhr aufgestanden. Kaffee gemacht und alles zusammengepackt. Um 10 Uhr muss ich abfahren, damit ich wie angeordnet um 10.30, d.h. 2 Std. vor Auslaufs Zeit der Fähre, da bin. Pünktlich bin ich dort angekommen, zuerst durch eine Schleuse mit dem Zoll. Die haben meine Fahrerlaubnis und das Mexicaine-Zeritfikat mit dem Töff verglichen und ich konnte durch. Sie sagten, ich soll vorne links, Richtung Fähre fahren. Nun, ich habe das gemacht und bin dorthin und wurde aber schon wieder zurückbeordert, - ich soll mich mit dem Motorrad auf die Seite stellen. Es war so eine Einspur-Linie auf die Fähre. Ich habe dann den Töff dort abgestellt und abgeschlossen und bin beim nächsten Haus in den Schatten gestanden und habe gewartet und gewartet. Volle 3 Stunden lang. Um 12.30 Uhr hätte die Fähre auslaufen sollen und ich stand um 13.30 Uhr immer noch mit anderen Autos auf dieser Spur. Ich habe die anderen wartenden gefragt, ob sie denn auch nach Los Mochis wollen? Ja, gaben sie mir zur Antwort. Also stand ich auf der Richtigen Linie. Immer noch beladen Sie die Fähre ununterbrochen mit Lastwagen und endlich, konnten auch wir rein. Schweissgebadet und immer wieder zu mir sagend: Ruhig bleiben!!! - habe ich dann mein Motorrad parkiert und mit Seilen befestigt. Dann ging's nach oben. Treppe um Treppe. 5 Stockwerke. Endlich war ich im Restaurantbereich und dann habe ich eine Couch gesehen, die noch frei war und habe diese in Beschlag genommen. Sofort aus den Töffklamotten raus und kurze Hosen anziehen, war die Devise. Um 15.15 Uhr lief dann die Fähre aus. Ich rechnete dann die Zeiten und dann war mir klar, dass ich vor 22 Uhr niemals von der Fähre bin und ich habe noch keine Unterkunft! Scheisse wie kommt das raus! Jäno, es gibt kein Zurück mehr. Genauso kam es dann auch raus. Um 22.15 Uhr, wieder eine Stunde Wartezeit zum Ausladen war ich dann von Bord. In einer riesigen Wagenkolonne habe ich mich bei stockfinsterer Nacht in diese eingereiht und bin die gut 20 Kilometer nach Los Mochis gefahren. Ich habe auf meinen GPS Unterkünfte eingegeben und ein einziges Hotel kam zum Vorschein. Jetzt konnte ich nicht mehr ans Auswählen denken. Schnurstracks bin ich dorthin gefahren. Beim hinfahren habe ich einfach kein anderes Hotel gesehen sonst hätte ich nicht im Best Western übernachtet aber jetzt bin ich halt hier. Als ich die Fähre reserviert habe, hat die Dame mir gesagt, dass sogar ein Mittagessen dabei sei, dass würde dann kurz nach Auslauf serviert. Mit dieser Aussicht habe ich dann am Morgen auch nichts gegessen und bin direkt nach dem Kaffee zur Fähre gefahren. Plötzlich wurde ausgerufen, das Restaurant würde jetzt öffnen. Schon spurteten die Fahrgäste los Richtung Restaurant. Ich habe mir gedacht, ich lass die erst Mal essen und gehe dann etwa eine dreiviertel Stunde später. Das habe ich dann auch gemacht. Die Kolonne war aber immer noch mindestens 60 - 70 Personen lang. Also stellte ich mich auch ein. Kurz vor dem Buffet kam der Besteck-und Tablar-Bereich. Ich staunte nicht schlecht, beim Besteck gab es ja nur Gabeln. Wo sind die Messer? Die Antwort kommt später! Irgendwann kam ich dann zum Foodbereich.  Fisch-Gehacktes oder Poulet-Würfel an einer kozgrausigen Sauce und Reis oder ein brauner Brei, ich könnte mir vorstellen dass es Bohnenbrei war. Ich entschied mich fürs Poulet, denn der Fisch sah noch schlimmer aus und dazu den Reis. Jetzt wurde mir klar, dass man dafür kein Messer braucht!!!!! Es war die grösste Scheisse, welche ich auf der ganzen Reise essen musste. Mit der Aussicht, dass ich wahrscheinlich Probleme bekomme mit dem Nachtessen wegen der Abendzeit, war ich verdammt, diese Scheisse einfach zu fressen. Ich hätte sowas nicht mal meinem Hund gegeben!!! Nach dem Fressen habe ich mich dann auf die Cousch gelegt und habe eine Stunde sicher geschlafen. Jetzt hatte ich wieder zu kalt, denn die Klimaanlage wurde wahrscheinlich auf Frost eingestellt. Wieder Töffklamotten anziehen, sonst hälst du das nicht aus und bist nachher krank! Ab und zu kamen einige Lastwagenfahrer auf mich zu und fragt wohin und was und, und, und… Sie sagten, da müsse man hin und da und da und ich soll auf keinen Fall nach Mexiko-City, dass sei nicht gut. Ich habe zwar nicht ganz verstanden wieso aber ich seh's ja dann. Die Gespräche waren aber alle sehr nett, das muss ich noch dazusagen. Eine ganz nette Bekanntschaft (er heisst Mett) durfte ich beim Anstehen auf der Einfahrtlinie für die Fähre noch machen. Es kam ein etwa 35 Jähriger auf mich zu und fragte wohin und von wo. Ich gab im gerne Antwort und merkte auch, dass er auch ein Touri ist. Ich fragte Ihn auch von wo und wohin. Er sagte, dass er mit dem Velo unterwegs sei und er jetzt die Cargo-Fähre nimmt, welche nach Mazatlán fährt. Ich sagte Ihm, dass ich mit der Fähre nach Los Mochis gehe, denn die Cargo-Fähre hätte ja 16 Stunden. Er sagte, wenn er ein solches Motorrad hätte, würde er auch nach Los Mochis fahren aber da er mit dem Velo unterwegs sei, wären Ihm die gut 500 km mehr wert als die 16 Stunden. Er ging dann sein Velo holen und stellte es bei mir ab. Ich staunte nicht schlecht. Ein Velo Marke Eigenbau. Die Räder waren genauso Dick und Gross wie an meiner BMW das Vorderrad. Er sagte, dass wenn er im Sand fahren müsse, dass das Fahren viel besser sei mit den breiten Reifen als mit den normalen. Auf Asphalt habe er dann halt den Nachteil, aber Zeit spiele Ihm eigentlich keine Rolle und er fahre am Tag etwa 20 - 30 km. Ich fragte Ihn dann, wie er's denn durch die Wüste gemacht hat. Er Antwortete, dass er immer 20 - 25 Liter Wasser zur Sicherheit dabei habe und er dann auch dort übernachte. Neben allem Gepäck auf den Seiten, hatte er auch noch ein Reserve-Pneu und ein Surfbrett auf dem Gepäckträger. Ich kam zum Staunen nicht mehr raus und dachte mir, dass das Velo etwa 70 - 80 Kg wiegt oder auch mehr. Ich fragte ihn dann, wo er gestartet sei. Er sagte, dass er im Osten Kanadas gestartet sei, dann zur Westküste und alles runter auf der 1 und 101 in den USA und dann über Tijchuana an die Baja California bis hinab nach La Paz. Der hat wohl nicht alle Tassen im Schrank, war mein Gedanke. Wie lange bist du denn schon unterwegs, fragte ich? 14 Monate. Und wie lange hast denn du Zeit? Open-End. Ich habe Ihm gesagt, dass ich auch nach Mazatlán gehe und von dort an der Küste entlang fahre. Wenn ich Ihn dann sehe, werde ich bestimmt anhalten und mit Ihm ein bisschen plaudern. Morgen steht Mazatlán auf dem Programm, mal schauen, ob ich den Plan einhalten kann.

Datum: 29.05.12
Ort:  Mazatlán

Bin so, nach allen Skyps, um 10.45 Uhr in Los Mochis abgefahren. Das erste Mal hat mich mein GPS ein bisschen im Seich herumgeführt. Es kommt in den grösseren Städten mit den irrwitzigen Einbahnstrassen nicht ganz gut zurecht. Ich bin jetzt schon ein paar Mal als Geisterfahrer in einer Strasse gelandet, die Einbahn hatte und dann geht dann ein Hupkonzert los, was ich ja verstehe, aber als Touri findest du in diesem Wirrwar einfach kein Konzept, das durchschaut werden kann. An den Blinkanlagen habe ich's langsam Intus. Rechts kannst du immer Abbiegen, auch wenn Rot ist und auf eigene Verantwortung. D.h. speziell gut schauen, dass keiner kommt. Aber die Einbahnstrassen sind noch ein bisschen ein rotes Tuch für mich. In einer Stadt bist du so oder so voller Konzentration. Da  ist eine Blinkanlage, das nächste Mal ein Stop. Aber ein Stop heisst nicht, dass du anhalten musst, sondern es kann ruhig ein Rollstop sein. Ein Polizist hat mich angewiesen, dass ich fahren soll, obwohl ich nicht gehalten habe und die anderen habe ich beobachtet, die machen es genauso. Irgendwie hab ich's dann doch noch auf die Mex 15 geschafft und bin Richtung Süden nach Mazatlán. Es waren etwa 460 km mit 31 Grad noch in der Stadt und dann wurde es immer heisser und gipfelte bei 39 Grad. Die 39 Grad hatte ich etwa eine Stunde. Mensch war das heiss. Jacke auf, Helm auf und Handschuhe hatte ich schon lange keine mehr getragen. Wenn man mich anhand meiner Hände identifizieren müsste, dann würde zuerst auf einen "Nigger" getippt. Meine Hände sind richtig Dunkelbraun. Eins habe ich auch nicht gewusst, dass nach langen 39 Grad, dir 33 Grad gerade kühl vorkommen. So war's dann auch. Die Strasse führte zuerst von der Küste weg und dort wurde es dann richtig brandheiss. Als dann die Strasse wieder Richtung zur Küste nahm ging die Temperatur auf 32 Grad am Schluss zurück. Unterwegs hatte es nichts Spektakuläres. Viel Steppe ein paar Maisfelder und alles wirklich flach. Unterwegs habe ich den ersten Unfall gesehen mit einem Lastwagen. Der Anhänger war umgekippt. Ich führte das auf die heftigen Winde zurück, die teilweise wirklich zum Töff fahren unangenehm waren. Als ich in Mazatlán ankam, gestaltete sich die Hotelsuche als schwierig. Als erstes bog ich in eine Strasse ein wo Beaches stand und auf einmal war ich total in einem Wohnquartier. Da kam ein Pöstler mit dem Motorrad auf mich zu und fragte mich was ich suche. Die Beaches und die Hotels. Ich sei da falsch ich solle Ihm nachfahren. Das tat ich noch so gerne und fuhr etwa einen Kilometer hinter Ihm her und er führte mich auf eine Hauptstrasse und hielt an. Er sagte, ich soll jetzt einfach auf dieser Strasse bleiben bis eine Brücke kommt und über die Brücke und da wären die Beaches und die Hotels. Die teuren auf der rechten Seite und die günstigeren auf der linken. Ich bin dann links und habe nach etwa einer halben Stunde ein hübsches Hotel direkt am Beach gefunden für 400 Pesos, das sind ungefähr 30 Franken. Denn Töff konnte ich 3 Meter vor meine Appartementtüre stellen und ist in einem Hinterhof, was ich ganz gut finde. Das Zimmer hat alles, TV, Klima und leider kein Internet im Zimmer. Dies kann ich nur in der Lobby machen. Nach einer kurzen Dusche bin ich dann an den Strand und habe mich noch ein bisschen in die Abendsonne gelegt. Das Wasser ist etwa 28 Grad warm. Da freut sich aber mein "Kleiner". Wellen, Sonne, Pelikane im Formationsflug und und und, schöner kann man's glaub nicht mehr haben. Das wird mir fast täglich bewusst und dass ich das erleben darf, dafür bin ich allen dankbar, die mir das ermöglicht haben. Am Abend habe ich noch in einem schmucken Restaurant gegessen. Filet Mignion, das habe ich noch verstanden, aber was auf dem Teller daherkam erstaunte mich. Das Filet wird in etwa 8 cm breite Rugel geschnitten und dann wird längs dem Rugel das Filet etwa in 8 - 10 mm dicke Scheibe  geschnitten und zwar von aussen nach innen und das Ergebnis ist dann, dass du etwa ein 8 cm breites, etwa 20 cm langes und ca. 8 - 10 mm dickes Fleisch auf dem Teller hast und die Faserung des Fleisches verläuft demnach der Breite nach. Sie hat noch nachgefragt, wie ich das Fleisch haben möchte und ich habe um medium gebeten. Es war halbwegs  medium aber naja, ich habe mir unter Filet Mignion etwas anderes vorgestellt. Dazu gab's Kartoffeln und Salat, was meiner Vorstellung dann entsprach. Zum Filet gab's noch separat eine sauscharfe Sauce. Wahrscheinlich eine Paprikasauce mit Chili nach gewürzt. Wenn man nicht zu viel nahm war die Sauce, nach einer kurzen Eingewöhnungsfase, recht gut. Ein bisschen zu viel, stampft's dir die Schweissperlen gleich reihenweise aus dem Kopf.

Ich werde jetzt sicher 2 Tage hier bleiben und schaue dann weiter.

Datum: 30.05.12
Ort:  Mazatlán

Heute Morgen, nach einer kurzen Dusche, habe ich mein klimatisiertes Zimmer verlassen und als ich aus der Tür kam, kam mir gleich ein Schwall heisser Luft entgegen. Mensch ist das jetzt schon wieder so warm. Das Thermometer in der Hotellobby, welche Tag und Nacht Open-Air ist, zeigte das Thermometer bereits wieder 31Grad im Schatten an. Das kann ja heiter werden. Jetzt geht's erst mal zum Kaffee, gestern Abend hatte ich ein Starbucks entdeckt und ging schnurstracks dort hin und bestellte mir ein Cappuccino. Dazu noch eine Schoggo-Muffin. Wenigstens mal etwas Schockoladen-Haltiges. War echt gut. Anschliessend wieder ins Hotel zurück und noch ein bisschen Surfen. So um Halbeins ging's dann an den Strand. Mein Rucksäckli gepackt und wirklich nur das nötigste mitgenommen ging's dann los. Am Strand war kaum ein Mensch. Ich breitete mein neu erstandenes Tüechli (70 x 140) aus und mein jämmerliches Tüechli von 50 x 70 cm brauchte ich zum trocknen. Im Halbstunden-Tackt ging's dann ins Meer rein, kurze Trocknungsfase und dann wieder rein ins Meer. Von Abkühlung kann eigentlich keine Rede sein, aber es war einfach himmlisch. Das Meer ist wie eine Badewanne und du kannst etwa 200 Meter rauslaufen in perfektem Sand. Kaum eine Muschel oder ein Stein, welcher dich pickst. Man hätte wahrscheinlich noch weiter rauslaufen können, doch wollte ich ja nichts überstürzen. Das Wasser ging so bis zum Bauchnabel und die Wellen waren dann etwa Kopfhoch, sodass du sicher überall Nass wurdest. Nach 3 Stunden hatte ich dann genug, denn der Erste und Zweite Sonnenbrand habe ich bereits von meiner Haut abgeschält. Jetzt war erst Mal Trinken angesagt. Etwas weiteroben habe ich eine Strandbar ausgemacht. Dort ging's hin und ich bestellte ein Corona. Was kam, es kamen 2 Corona in einem Eiskübel. Wieso 2 Corona, war meine Frage. Happy-Hour. Naja, man gönnt sich ja sonst nichts. Die kipp ich locker weg. Mit 2 Coronas und ein paar Limetten-Schnitzen intus, ging's dann zurück ins Hotel für eine ausgiebige Siesta.

Wahrscheinlich hänge ich hier noch ein Tag an, denn ich find's absolut schön hier.Der Abend verlief ganz unspektakulär. So gegen 18 Uhr bin ich dann wieder an den Strand und habe die Abendsonne bis zum Sonnenuntergang genossen. Anschliessend zu einem Serveca in die Strandbar und so gegen 21.30 Uhr wieder in das Restaurant, welches ich am Vorabend besuchte. Es gab Pollo. Ausser, dass das Ganze mit Käse überzogen war und ich den erst mal weg operieren musste war's ganz gut. Die gestern beschriebene Sauce hat Ihr seiniges beigetragen. Im Anschluss ging's dann zurück ins Hotel. So gegen 1 Uhr morgens bin ich durch den Alarm an meinem Töff aufgeschreckt. Verstohlen guckte ich durch die Vorhänge zu meinem Töff, der ja nur etwa 3 Meter von meiner Eingangstüre entfernt stand. Niemand war da. Was war den los? Ich zog meine kurzen Hosen an und ging raus und was entdeckte ich? 2 Waschbären, dies sich's auf meinem Motorrad gemütlich machten. Fehlalarm! Wahrscheinlich ist einer an mein Schloss gekommen oder hat sogar hineingebissen. Ich weiss es nicht. Nach der kurzen Aufregung konnte ich dann wieder beruhigt einschlafen. Ich habe mich nun entschieden, dass ich nochmals eine Nacht dranhänge und dann definitiv runter nach Guadelajara fahre. Im Anschluss steht dann Queretaro auf dem Programm. Dort wo Anselms Bruder wohnt. Ich werde, sobald ich wieder Internetverbindung habe mit Ihm in Verbindung setzen, denn in meinem Hotel ist im Moment das Internet out of order.

Datum: 31.05.12
Ort:  Mazatlán

Heute ging's ganz gemächlich los. Das Internet immer noch out. Zuerst habe ich mein Zimmer um eine Nacht verlängert und natürlich auch sofort bezahlt und danach ging's ins Starbucks den obligaten Kaffee trinken. Zurück ins Hotel und an meinem Bericht schreiben und auch noch den Monatsbericht verfassen. Dies alles schön in der Hotellobby openair. Schön gemütlich. Plötzlich ging's Internet wieder. Zuerst Skype mit Nani und dann mit Melanie. Dann die verschiedenen Mails beantworten. Diese freuen mich immer riesig. Das ist für mich auch ein Zeichen, dass meine Internetseite angeschaut wird und motiviert mich, den täglichen Bericht zu schreiben. Ich sitze täglich mindestens am Abend 1 -2 Stunden am PC, um das Erlebte in Worte zu fassen und eben die verschiedenen Mails zu beantworten, welche ich sehr gerne beantworte. Manchmal erfahr ich wieder einige Neuigkeiten aus Appenzell und Weissbad, was mich dann nicht so weit weg erscheinen lässt. So um eins ging's an den Beach, mit denselben Intervallen wie gestern. Zurück im Zimmer schön kalt Duschen und Wunde behandeln. Sieht richtig gut aus mit der. Schätze in so 2 - 3 Wochen geht sie dann zu und kann dieses Thema dann auch abhacken. Am Abend bin ich dann mal Chinesisch Essen gegangen. Cameron nach Peking Art mit Nudeln. Ich wollte kein Reis, dafür Nudeln. Was kam? Natürlich beides und die Crevetten nach Peking Art waren sehr gut aber die Dimensionen die da herrschen. Das waren mindestens 500 g Crevetten und ein Berg von Nudeln. Nach der Hälfte musste ich aufgeben. Im Anschluss noch ein Serveca an der Stehbar am Strand und dann ging's ins Körbchen, denn ich muss ja Morgen fit sein. Ich gehe Morgen definitiv nach Guadalajara. Mazatlán habe ich gesehen und ich hab die Stadt richtig lieb gewonnen. Pulsierend, touristisch, eine Menge Bars, die aber meinem Alter nicht mehr so entsprechen, sehr schönes Meer, schöner Strand, aber ich hab's jetzt gesehen und freue mich auf Neues.

Datum: 01.06.12
Ort: Guadalajara         

Um 9 Uhr bin ich in Mazatlán abgefahren. Die ersten 100 km waren flach und mehr oder weniger ohne grosse Vegetation. Danach, plötzlich befand ich mich in einer Hügellandschaft und beim ersten Blick auf meinen Höhenmesser zeigten, dass ich jetzt auf 700 Meter befand. Dies geschah fast unbemerkt. Die Vegetation wurde immer grüner und am Rande der Strassen hatte es die ersten Maisfelder. Es wurde immer üppiger. Die Laubbäume wechselten sich ab mit schönen Föhren und auch die bebauten Felder wurden zahlreicher. Mango- und Ananas-Plantaschen  in Hülle und Fülle. Als ich die Stadt Tepic durchquerte war ich bereits auf über 1100 Meter und gipfelte dann in Guadalajara auf 1770 Meter über Meer. Wer glaubt, dass sich die Temperaturen durch die Höhe auch reduzieren, dem ist nicht so. Ich bin mit 31 Grad abgefahren und in Guadalajara mit 35 Grad abgestiegen. Zwischenzeitlich durfte ich mal ganz kurz die 29 Grad ansehen, dass aber nur auf ganz wenigen Kilometer, ansonsten immer über 30 Grad. Ich hatte ja berichtet, dass ich in La Paz "Mett" kennenlernen durfte. Der mit dem Velo-Eigenbau. Wen sah ich heute auf der Hauptstrasse nach etwa 120 km? Es war "Mett" mit jetzt 2 Mitfahrkollegen, die er auf dem Cargo-Schiff kennengelernt hatte. Ich kam auf der Hauptstrasse herangebraust und sah weit vorne, dass da drei Velofahrer schön am Rand fuhren. Als ich immer näher kam sah ich das Velo von "Mett" mit seinen dicken Rädern. Ich ging sofort auf die Bremse und hielt hupend einige Meter weiter vorne an. Die Freude war gross. Wir hatten dann noch einen kurzen Schwatz. Ich sagte, dass ich nach Guadalajara fahre. "Mett" meinte, dass das auch sein Ziel sei, aber erst in einem Monat. Wir verabschiedeten uns auf "Nimmerwiedersehen" und wünschten uns viel Glück auf unserer Weiterreise und "Take Care". Jetzt bin ich in einem Hotel in Guadalajara auf einer Zufahrtsstrasse zur Hauptstadt. Die Stadt hat 1,7 Mio. Einwohner. Dass ist für Schweizerbegriffe unglaublich gross. Ich hatte das Gefühl, da es hier einige Hotels gibt, dass ich in der Nähe vom Downtown bin. Mal schauen ob's stimmt. Dies ist nun halt nicht so. An der Rezeption habe ich eine City-Map bekommen und auf dieser sieht das recht nah am Zentrum aus, doch beim nachfragen, wie weit das ist, hat die freundliche Dame gesagt. Its not possibel. Ich bin dann trotzdem losgelaufen und habe mir gesagt, ich lauf mal soweit ich mag. Und ich mochte! Den ganzen Tag auf dem Bock gesessen sodass mir das Laufen echt vergnügt vorkam. Nun, ich hatte immer das mächtige Gebäude im Visier welches mit Hotel Riu angeschrieben war. Ich dachte mir, dort hat's sicher noch mehr und zurück nehm ich mir halt dann ein Taxi. Ich bin sicher eine Stunde gelaufen und kam zu einem riesigen Gebäude mit unheimlich vielen Parkplätzen und jede Menge Menschen, welche mit Einkaufstüten und sonstigem unterwegs waren. Ich musste, damit ich auf die andere Seite komme über eine Fussgängerpassage welche über die X-Spurige Strasse führte. Und ging in dieses Gebäude. Angeschrieben war's mit Mal of Guadalajara. Ich staunte nicht schlecht. Gigantisch, auf 4 Stockwerken das grösste Shoppingcenter was ich je gesehen habe. Alle Marken, einfach alles war vertreten. Das Tivoli-Shoppingcenter Spreitenbach soll ja das grösste in der Schweiz sein. Dieses hätte sicher 3 - 4 Mal Platz in diesem Gebäude. Ich schlenderte sicher eine Stunde durch die Stockwerke und musste feststellen, dass es den Mexikaner recht gut geht. Da wird eingekauft, was das Zeug hält. Ich, mit meinem Platzproblem konnte sowieso nichts kaufen aber mein Hühnerauge hat noch ein Starbucks gesehen, wo ich mir noch einen guten Kaffee genehmigte. Von dort aus beobachtete ich recht lange die Leute. Beim hinauslaufen dachte ich mir, jetzt habe ich eine Kaffee-Stärkung bekommen, jetzt läufst du auch zurück, und dass bin ich dann auch. Die Autos auf den Strassen sehen die meisten recht Neu aus. Natürlich gibt's auch noch die Rostlauben und verbeulten aber das ist im einstelligen Prozentbereich. Was auch auffällt. Es hat noch recht viele VW-Käfer. Die einen sind aufgetakelt bis zum geht nicht mehr und die anderen, naja, denen sieht man Ihre Jahre sehr gut an. Ein Käfer ist mir besonders aufgefallen. Keine Radverkleidungen und damit auch keine Lichter, und die Trittbretter fehlten ebenso, aber so fahren die herum und kein Hahn schreit danach. Die Fussgänger in Mexiko haben's ebenfalls sehr schwer. Die Stadt kann noch so gross sein, aber eine Fussgänger-Ampel wäre eine Fussgänger-Ampel. Du musst immer schauen, wenn die von links Rot haben, dann kannst du rüber. Aber Achtung, wenn dann der, der rechts abbiegen will, bei rot fährt, und das darf er, dann kommst du ins spurten, um auf die andere Seite zu kommen. Es ist jedenfalls immer ein Spiessrutenlauf. Morgen fahre ich noch ins Zentrum und mache einige Fotos und fahre dann weiter nach Querétaro.

Datum: 02.06.12
Ort: Querétaro         

Bin in Guadalajara um 9 Uhr abgefahren. Auf dem GPS habe ich Querétaro eingegeben. Um eins soll ich bereits dort sein. Also fuhr ich noch in die Stadt um noch einige Fotos zu schiessen. Das Unterfangen ging völlig daneben. Diese Stadt ist riesig und es hat verschiedene Zentren und Unmengen von Autos welche das gleiche tun wie ich, - nämlich ins Zentrum fahren. Ich hatte keine Chance mein Töff irgendwo zu parkieren. Eine Stunde tat ich mir das an. Kreuz und Quer und schlussendlich gab ich auf. Ich gab auf dem GPS Querétaro ein in dieses führte mich dann endlich aus der Stadt. Ohne wäre ich wahrscheinlich noch x-mal im Seich herumgefahren. Bei himmlischen 23 Grad durfte ich die Stadt verlassen. Es war richtig angenehm wie schon seit langem nicht mehr. Während der ganzen Fahrt bewegte ich mich stets auf 1600 - 1800 Meter. Üppige Vegetation mit grossen Mais- und Ananas-Felder. Wenige Rinderherden habe ich gesehen, dafür Schweinetransporter. Ich habe sowas noch nie gesehen. Die Schweine sind zusammengepfercht auf 3 Stockwerken und man kann diese von aussen offen sehen. Ich glaube die Hälfte war schon tot. Die Sauen konnten unmöglich stehen. Die Tiere taten mir sehr leid, denn die Temperaturen stiegen im Laufe des Morgens  auf um die 30 Grad und verharrten mehr oder weniger auf diesem Niveau. Auch  einem Hühnertransporter durfte ich heute begegnen. Ich roch Ihn schon einen Kilometerweit. Ich  glaube diese Hennen hatten nichts mehr zu gackern. Bei uns würden solche Transporteure geradewegs verhaftet. Aber, andere Länder, andere Sitten und das muss ich akzeptieren. Das Thema Lastwagen ist manchmal ganz amüsant. Kommt eine Steigung, nicht Steil, einfach im normalen Bereich. Denn verlieren die Lastwagen an Geschwindigkeit, dass glaubt man nicht. Man kann locker, mit den Händen im Hosensack, an diesen Riesendingern vorbeischlendern. Hat dann aber der hintere Lastwagenfahrer das Gefühl, seine "Rennmaschine" sei um einen halben Stundenkilometer schneller, dann wird überholt. Man kann sich ja vorstellen wie lange das geht, bis der vorne ist. Der Überholte kann gar nicht langsamer, denn dann würde der sein Motor abwürgen. Die Lastwagen werden einfach gefüllt bis an den Anschlag, inkl. den beiden Anhänger die sie noch nach sich ziehen. Ich hatte schon angehalten und gewartet, bis die Ihr Spiel gemacht haben, denn sonst würde ich Gefahr laufen, dass noch meine Kupplung durchbrennt (ist ein bisschen übertrieben, ich weiss). Die Autobahnen werden eigentlich immer doppelt geführt. Die eine ist gratis und die andere muss man bezahlen. Auf der bezahlten kommst du sehr gut voran, denn es hat fast kein Verkehr. Auf der Libere (gratis) die führt dann auch durch die Dörfer und ist dementsprechend voll. Obwohl, auch hier kommst du recht gut voran aber nicht zu vergleichen mit der bezahlten. Die Lastwagen und der allgemeine Verkehr dann durch die Dörfer ist dann schon immer eine Himmelsfahrt. Wenn das Dorf dann eine Stadt ist, vergleichbar mit St. Gallen, dann musst du schauen wie ein Häftlimacher. Erstens auf dein GPS achten, zweitens auf die Rotlichter und drittens auf die Altos (Stoppschilder). Ich bin heute auch mal bei Rotlicht, ich hab's einfach nicht gesehen, durch und dann wird es brenzlig. Als ich dann in Querétaro ankam, zeigten sich dicke Wolken am Himmel. Genau dann, als ich auf der Hotelsuche war, öffnete Petrus die Schleusen und ein gewaltiges Gewitter entlud sich. Mein Erster Regen seit Kanada. Eigentlich schön, aber ich wurde Platschnass. Das fahren auf dem Kopfsteinpflaster, welcher wahrscheinlich schon seit langem kein Regen mehr gesehen hat, war ein richtiges Seifenbahnspiel. Ich rutschte vorne und ich rutschte hinten und der Spass war auf Sparflamme. Verzweifelt suchte ich einen Unterstand, aber nichts war da. Bin dann per GPS zum nächsten Hotel und habe den Töff draussen einfach stehen lassen. Ist ein bisschen eine Absteige aber scheissegal, ich habe jetzt ein Zimmer und kann im trockenen stehen. Etwa eine Stunde musste ich warten, bis ich mein Töff entladen konnte. Nach dem Zimmerbezug war allgemeines auspacken und umziehen angesagt. Lange Hosen ja, aber sonst nicht mehr, denn der Regen kühlte unmerklich ab. Da ich mitten im Zentrum bin hat es auch einen grossen Markt. Dort bin ich dann herumgeschlendert und habe mich bei einem Chinesen noch ein bisschen Verpflegt. Inzwischen war es 17.30 Uhr und ich hatte den ganzen Tag noch nichts gegessen. Jetzt musste ich einfach etwas zwischen die Zähne kriegen. Das Wasser in der Altstadt steht jetzt etwa 10 cm in den Strassen und läuft allmählich ab. Die vorbeifahrenden Autos spritzen einem bis an die Knie voll und du kannst nicht ausweichen. Am Abend habe ich mit Markus Brägger abgemacht. Ich werde zu Ihm auf 20 Uhr hinausfahren. Auf meinem GPS habe ich seine Adresse eingegeben und es hat angezeigt, dass ich etwa 17 km fahren muss. Er hat gesagt, dass ich den Töff bei Ihm über Nacht in die Garage stellen kann, denn auf der Strasse sei das nicht sicher. Ich hoffe nur, dass es bis dann aufgehört hat zu Regnen.

Ich bin dann bei trockenem Wetter auf die Zeit zu Markus Brägger. Ich kannte Ihn nicht persönlich aber ich hatte schon Mail- und Telefonkontakt. Markus und ich gingen dann in eine sehr schöne Bar, welche unweit von seinem Wohnort war, und hatten uns natürlich sehr viel zu erzählen. Ich fragte Ihn richtiggehend aus und er gab mir viele wertvolle Tips die ich natürlich gerne annahm. Dass das nicht ganz mit trockenem Mund von statten ging, versteht sich von selbst. Wir wussten beide nicht mehr, wie viele Servecas wir intus hatten. Ich nahm dann ein Taxi zu meinem Hotel zurück und er fuhr mit dem Auto die etwa 500 Meter nach Hause. Bei uns wärst du ein Schwerverbrecher, aber laut Markus ist das hier kein Problem.

Datum: 03.06.12
Ort: Querétaro         

Nach dem gestrigen Absturz, übrigens mein erster seit Beginn meiner Reise, holte mich Markus um 11 Uhr in meinem Hotel ab und zeigte mir den ganzen Tag einige kleine mexikanische Dörfer, welche unweit von Querétaro liegen. Ich rechne Markus sein Engagement für mich sehr hoch an, das er das für mich machte. Ich konnte einen wirklich schönen Tag mit Ihm erleben. Er klärte mich dann auch auf, dass das, was ich als Ananas-Felder anschaute, gar keine waren, sondern das ist der Kaktus welcher für die Brennung des Tequilla's angebaut wird. Dieser muss mindestens 6 Jahre alt sein, bis man Ihn ernten kann. Man lernt nie  aus. Z'mittag, so um 14 Uhr gab's dann beim Italiener in einem dieser Dörfer. Ich habe Spaghetti carbonara genommen und Markus die Lasagne. Beides sah erstens gut aus und schmeckte auch so. Gegen Abend lud er mich wieder in meinem Hotel ab und wir verabschiedeten uns. Gerne werde ich mich revanchieren, wenn er wieder einmal in der Schweiz ist. Ich darf mein Motorrad noch bis Morgen bei Ihm lassen und werde Morgen vom Hotel aus mit dem Taxi zu Ihm nach Hause fahren, mein Töff holen und dann zurück zum Hotel. Dort kann ich dann auschecken und laden und fahre dann nach Acapulco. Übrigens, Markus sagte, dass ich unbedingt nach Acapulco fahren muss, denn das sei eine wunderschöne Stadt und ich müsse sicher mindestens 2 Tage dort bleiben. Noch so gerne werde ich seinen Rat befolgen. Am Abend ging ich noch in die Altstadt hinauf wo Markus mir beim vorbeifahren sagte, dass man da gut isst und dort hat's noch eine Bar und dort ein Kaffee. Dort war richtig viel los. Viele Leute auf der Strasse und eine Unmenge von kleinen Ständen mit allerlei Krimskrams. Dazwischen immer wieder einige Darbieter mit Feuer, Stelzen, Maler und und und. Ich habe dann sein Rat befolgt und im besagten Restaurant sehr gut Z'Nacht-Gegessen. Filet nach Art des Hauses. Eine undefinierbare Sauce mit allerlei drin und die schmeckte richtig gut. Ich versuchte ein bisschen zu erkennen, was das für Zutaten waren, aber es blieb halt nur beim Versuch. Jedenfalls gab's Kartoffelstock dazu und der Teller wurde sogar warm serviert. Das Fleisch war ebenfalls medium gebraten und war sehr zart. Als Getränk leistet ich mir - na was wohl? - ein Serveca und zwar ein dunkles. Im Anschluss ins Kaffe nebenan und ein Espresso und so klang dann der Abend aus. Heute geht's ohne "Dösli" ins Chörbli, denn morgen wird ein happiger Tag nach Acapulco.

Datum: 04.06.12
Ort:  Acapulco   

Heute Morgen ist alles schief gelaufen. Gestern Abend bin ich so um 22 Uhr ins Bett, damit ich am andern Tag dann Fit bin für die Überfahrt nach Acapulco. Ich wollte so um 8 Uhr mein Töff mit dem Taxi zu Markus holen gehen, damit ich spätestens um 9 Uhr abfahren kann. Und was mache ich!!?? Ich erwache erst um 9.15 Uhr!!! Scheisse, mein ganzer Plan ist am Arsch. Sofort unter die Dusche, Taxi bestellt und zum 20 Minuten entfernten Töff. Die Abholung hat wie vorher besprochen sehr gut geklappt. Die Haushälterin wusste bestens Bescheid. Dann zurück ins Hotel. Bis ich nur wieder in der Altstadt war, war schon ein Spiessrutenlauf. Endlich angekommen habe ich sofort gepackt und bin dann so um 10.30 Uhr abgefahren. Die Temperatur angenehme 24 Grad. Querétaro liegt auf 1800 Meter und gegen Mexiko City ging dann das auf ca. 2700 Meter. Etwa 50 km vor Mexiko-City  ging's dann bereits los mit unendlich vielen Häuser und die Autostrassen waren sehr voll, aber man kam voran. Das kann ja noch heiter werden. Mich nimmt nur wunder, wie mein Garmin mich durch die Stadt lotst, denn ich habe nicht Mexiko-City eingegeben sondern Acapulco. Er sollte mich demnach um den heissen Brei herum manövrieren. Das hat er dann glaube ich auch gemacht aber eben, irgendwo müssen die 25 Mio. Menschen ja leben. So gefühlte 10 km am Zentrum bin ich dann vorbei gekommen. Plötzlich stockte der Verkehr und ich musste anhalten und es ging nur noch Schrittweise voran. Auf einmal Stand ein Motorradfahrer mit einer Neu aussehenden KTM neben mir und sprach mich an. Ich musste zuerst mal meine Musik im Kopfhörer ausmachen und habe Ihm klargemacht, dass ich kein Spanisch kann. Er hat sich kurz vorgestellt, er hiesse Pancho und ich soll Ihm folgen. Das tat ich natürlich und fragte mich, was den der von mir möchte. Ich klemmte mich an sein Hinterrad und nach ein paar Kilometer hielt er in einer Strassen-Nische an. Er stellte dann um auf gebrochen Englisch und ich auch, natürlich auch gebrochen!! Es stellte sich dann heraus, dass er mein PanAm-Kleber auf meiner Koffer gesehen hatte und wollte mit mir reden. Er ist so geschätzte 30 - 35 Jahre alt. Er sagte dann, dass er vor 4 Jahren mit seinem Freund auch diese Tour gemacht hatte und zwar auch mit einer GS. Dass sei sein Lieblings-Töff gewesen doch im Moment hätte er nicht so viel Geld, wieder eine zu kaufen. Er zeigte mir auf seinem Telefon einige Bilder von Ecuador, Peru, Argentinien usw. Er fragt mich dann wo ich denn heute hinfahre. Nach Acapulco, war meine Antwort. Er glaube nicht dass das mit meinem GPS so leicht sei, denn hier funktionieren die GPS gar nicht gut. Ich habe Ihm dann gesagt, dass ich Probleme im Moment mit dem habe. Er fragte mich dann auch wie ich's denn in Panama mache, ob ich verschiffe oder fliege. Fliegen war meine Antwort. Er sagte, dass er auch nach Quito geflogen sei, denn Verschiffen sei nicht "safe". Er habe mir eine Adresse in Panama, wo er geflogen sei. Das habe sehr gut geklappt und verlangte meine E-Mail-Adresse, damit er mir die Daten dann mitteilen kann. Für solche Informationen bin ich natürlich sehr dankbar. Wir tauschten dann unsere E-Mail-Adressen aus und er sagte dann auch, dass er noch einen guten Motorradhändler in Panama kennt, wo ich eventuell ein Service und neue Pneus draufmachen kann, was dann sicher auch der Fall sein wird. Er sagte, dass er mich aus dieser Stadt auf die richtige Autobahn lotsen werde, ich soll mich einfach an Ihn anhängen, was ich natürlich gerne tat. Kein Blick mehr auf mein GPS, nur noch sein Hinterrad im Visier. So lotste er mich etwa eine dreiviertel Stunde durch das Wirrwarr von Strassen und unendlich vielen Autos. Er hielt dann kurz vor der Autobahn wieder an und wir verabschiedeten uns. Er gab mir noch einen Tipp für Acapulco. Ich soll ja nicht nach Acapulco rein fahren, denn dort sei es gar nicht sicher. Ich soll an den Diamant-Beach fahren, welcher auch zu Acapulco gehört und wenn ich irgendein Problem hätte hier in Mexiko oder auch weiter unten. Ich könne ihm jederzeit auf seine Händynummer, welche er mir auch gegeben hat, anrufen. Der Diamant-Beach ist ca. 6 Kilometer von der City entfernt. Diesen Rat hatte ich mir zu Herzen genommen und bin an den besagten Ort gefahren und habe mir hier etwa ein Kilometer vom Strand entfernt ein Hotel genommen. Wunderschönes Zimmer. Es ist eigentlich eine Suite mit allem drum und dran für 800 Pesos. Da kann man nicht viel sagen. Verpflegt habe ich mich heute beim Chinesen um die Ecke. Ich konnte vom Buffet aussuchen und bezahlte gerade mal 56 Pesos. Das ist etwa Fr. 4.50.

Die Fahrt heute war von Vielem begleitet. Bis nach Mexiko war's eigentlich Flach mit wenigen kleinen Hügeln und man merkte gar nicht, dass man immer höher hinaufkam. Überall Felder und alles sehr üppig Grün. Mexiko-City war dann auf etwa 2700 Meter bei etwa 22 Grad. Richtig angenehm. Nach Mexiko-City ging's auf die Autobahn und führte merklich immer weiter nach oben und allmählich wurde es auch kalt. Ich musste das erste Mal wieder meine Handschuhe anziehen und meine Luftschlitze am Anzug zu machen. Das Thermometer zeigte nur noch 16 Grad an und der Höhen-Messer war auf 3093 Meter über Meer. So hoch bin ich noch gar nie Töff gefahren, war mein Gedanke. Auf den anschliessenden 50 km ging's dann wieder stetig bergab und verharrte dann auf etwa 1200 Meter. Ich konnte etwa 3 Stunden so Töfffahren wie auf der Autobahn zwischen Parma und La Spezia. Es war einfach ein Traum. Die Baumgrenze habe ich noch nicht gesehen, denn es hat dicken Wald von Föhren und Laubbäumen bis auf die besagt Höchstgrenze die ich befuhr und von dort gingen die Hügel ja noch viel weiter nach oben und diese waren bis an die Spitze bewaldet. Etwa 50 km, nachdem ich die Handschuhe angezogen hatte, musste ich diese blitzartig wieder ausziehen, denn es wurde wieder richtig warm, so immer um 32 Grad. Die Lüftungsschlitze machte ich natürlich auch wieder auf. Unterwegs musste ich zweimal tanken und dazu gab es jedes Mal ein Cappuccino. Das war meine ganze Verpflegung über den Tag. Am Morgen, weil ich Affe mich verschlafen hatte, konnte ich nicht mal mehr einen Kaffee organisieren. Unweit vor Acapulco ging's dann merklich runter und am Schluss war ich dann wieder auf 0 Höhenmeter. Heute hatte ich alles. Grosse Höhen und wieder runter auf den Nullpunkt. Wärme und Kälte, die mir inzwischen, solange sie nicht extrem sind, gar nicht mehr so viel ausmachen. Ach ja, das habe ich noch ganz vergessen. Ich wurde auch noch von einem wespenähnlichen Viech gestochen. Weil ich die Ärmel von meiner Motorradjacke auf habe, damit diese voll in den Fahrtwind zeigen und dadurch schön kühle Fahrt-Luft an meine Arme bläst, habe ich unbemerkt eine  Wespe eingefangen, welche mich viermal in mein Oberarm stach. Zuerst merkte ich gar nicht was passiert ist, es stach und brannte wirklich sehr, und ich konnte auch nicht sofort anhalten, denn es war genau auf der Höhe einer Baustelle. Ich versuchte während der Fahrt das Ding irgendwie durch die Jacke zu töten, damit das Scheissviech endlich aufhört zu stechen. Kurz nach der Baustelle konnte ich dann anhalten und meine Jacke ausziehen. Ich fand dann ein recht grosses, braunes wespenähnliches Ding, welches durch das herumdrücken zum Glück schon "mause" war. Man konnte an meinem Oberarm 4 Einstiche erkennen. Jetzt bin ich Acapulco und weiss noch nicht so recht, soll ich einen Break machen oder nicht. Ich werde das dann Morgen entscheiden.

Datum: 05.06.12
Ort:  Pto. Escondido

Bin heute eigentlich wider willig abgefahren, denn ich hatte von Acapulco nicht viel gesehen. Alle Strände sind zugebaut mit riesigen Hotels und man findet fast keinen Zugang zum Strand. Ich war recht enttäuscht. So bin ich dann los Richtung Süden, alles auf der Mex 200. Es gab keine Autobahn sondern nur diese Hauptstrasse, die ziemlich eng an der Küste nach runter ging, ohne dass ich aber das Meer sehen konnte. Für die ersten 50 Kilometer brauchte ich fast 1 ½ Stunden. Mein Zeitplan musste ich von Anfang an über den Haufen werfen, denn wenn's so weiter geht, schaff ich das nie bis nach Salina Cruz. So kam es dann auch. Nach 400 km musste ich völlig von der Rolle abbrechen. Ich mochte einfach nicht mehr. Ohne einen Meter Autobahn, immer durch die winzigen, kleinen bis mittelgrossen Dörfer, das ging recht an die Substanz. Am nervigsten waren die ewigen Topes auf den Strassen. In jedem noch so kleinen Dorf hatte es mindestens 5 - 6 von "dene Sieche". Du musst auf 0 Abbremsen, um diese zu überfahren und meistens waren Sie gar nicht bezeichnet, sodass du Sie erst im letzten Moment gesehen hast. Ab und zu hab ich Sie auch nicht gesehen und dann haut es dich fast vom Stuhl und die "Eier" sagen dann jedes Mal, schön guten Tag. Unter dem Helm konnte man ja mein Fluchen nicht hören, sonst hätten die mich wahrscheinlich für bekloppt gehalten. Wenn du dann hinter einem Lastwagen über so ein Top musst, dann muss der bei jeder Achse wieder abbremsen und dann die nächste Achse usw. Einfach eine ewige Scheisse!! Zwischen den Dörfern konntest du Gas geben, aber nach 2 - 3 km kam schon wieder ein Dorf. Man kommt und kommt einfach nicht vom Fleck. Unterwegs habe ich jede Menge tote Tiere am Strassenrand gesehen. Vom Pferd, zur Kuh, Hund, Katze, Esel - einfach alles lag tot da und stank und niemand räumt die Kadaver weg. Ich bin durch viele kleine Dörfer gekommen, welche richtig arm waren. Die Häuser entsprechen eher Hütten mit Strohdächern mit einem Esel oder 2 - 3 Ziegen, welche am Strick, mit einem Auslauf von ein paar Metern Ihr Fressen suchten. Sie mussten suchen, denn es gab nämlich einfach nichts!! Die Tiere taten mir leid. Die Temperaturen schwankten nicht gross. Immer so um 34 Grad. Auf einmal sah man dunkle Wolken. Prompt fing es ziemlich heftig an zu regnen. Ich schloss sofort meine Jacke und machte meine Lüftungsschlitze während dem fahren zu. Die Temperatur viel dann auf sagenhafte 28 Grad. Ich dachte zu mir, was ist dir jetzt lieber 28 Grad und Regen, oder 34 Grad und kein Regen. Ich habe mich für die 28 Grad entschieden. Obwohl, ich konnte ja nicht wählen! Ich sah aber, dass das nicht lange dauert und nach einer rechten Viertelstunde war's dann auch wieder vorbei und die 34 Grad waren auch wieder da. Zum trocknen hatte es dann auf dem Töff nicht lange gedauert und alles war wieder beim alten. In Pinotepa Nacional  bin ich dann auch vorbeigekommen. Markus Brägger hat mir eingebläut, dass ich hier auf keinen Fall anhalten soll, denn da sei es richtig gehend gefährlich. Diebstahl und Überfälle seien da an der Tagesordnung. Ich habe mich wirklich daran gehalten und bin einfach durchgefahren, obwohl mir dieses Dorf, mit regem Verkehr noch recht sympathisch war. In Pto. Escondido war dann für mich Schluss. Als ich die Strände sah, mit ein paar Hotels rundherum, einige Bars und Restaurants und die Wellen, die Meter hoch waren, war's richtig um mich geschehen. Jetzt wird kein Meter mehr gefahren. Ich bin dann ins nächst beste Hotel und habe nach einem Zimmer gefragt und auch bekommen. 400 Peso mit Klima. Mein Töff konnte ich in die Hotelhalle hineinstellen, direkt vor die Rezeption. Das ist natürlich für mich das A und O. Ein kleines Manko hat's aber, es hat kein Internet. Als ich ausgepackt hatte bin ich sofort ab unter die Dusche. War das eine Wohltat! Sofort die Klimaanlage angeworfen und diese funktionierte blitzartig. Geduscht und in den kurzen "Hösli" ging's sofort an den Strand. Mir ging fast der Kiefer runter. War das einfach nur schön. Ich bin richtig gehend froh, dass ich in Acapulco abgefahren bin. Denn in so einer Grossstadt, ist es für richtig Ferien zu machen, einfach nicht Ideal. Da ist mir das kleine Städtchen Pto. Escondido viel sympathischer. Markus hatte mich schon darauf Aufmerksam gemacht, dass es hier sehr schön sei. Am Strand hatte ich sofort eine Bar ins Visier genommen und nach ein paar Fotos habe ich mir, na was wohl? - ein Serveca bestellt! War das gut. Ich hatte heute wahrscheinlich einen grossen Flüssigkeitsverlust, denn, obwohl ich beim Tanken immer etwa einen halben Liter Mineral getrunken hatte, musste ich wirklich nie "müssen". Da Schwitzt man die Flüssigkeit einfach wieder raus. Unterwegs in einem kleinen Dorf hatte eine Schulklasse alle Fahrzeuge mit einer gespannten Schnur genau bei einem Topes, angehalten. Man sah, dass es eine Schulklasse war, denn alle trugen die gleiche Uniform. Es kam ein kleines, sympathisches, etwa 10-Jähriges Mädchen mit einem Kässeli auf mich zu und fragte, ob ich auch etwas Spende für die Schule? Ich steckte 50 Pesos in den Schlitz. Ihr hättet die Augen dieses Mädchens sehen sollen. Zuerst sagte es nichts und dann Gracias, Gracias und wollte nicht mehr aufhören. Es ging wirklich nur um etwa 4 Franken, aber dass ich denen mit diesen 4 Franken so viel Freude bereiten konnte, das hat mich richtig gerührt. Das Mädchen sprang wieder zu seinen Klassenkameraden und erzählte wahrscheinlich davon, den anderen. Jedenfalls, als ich das elende "Scheiss-Topes" passierte, winkte die ganze Schulklasse mir zu. Am Abend ging ich in ein Strandrestaurant und habe zur Vorspeise einen Crevetten-Cocktail und zum Hauptgang Fisch genommen. Es war wirklich Spitze. Dazu, na was wohl? - nein!!!! Heute habe ich ein Mochito genommen und erst nachher ein Serveca. Sozusagen zur Feier des Tages!! Es ist recht touristisch hier und ich habe erstmals wieder beim vorbeigehen Deutsch gehört. Zur Hauptsache aber ist das ein Ausflugsort für die Mexikaner und Amis. Europäer konnte ich ausser den Deutschen keine ausmachen. Ich habe mich jetzt kurzerhand entschlossen, dass ich hier 2 Tage bleiben werde, als Ausgleich für Acapulco. Das will ich mal den ganzen Tag erleben!

Datum: 06.06.12
Ort:  Pto. Escondido

Und ich hab's erlebt. Am Vorabend habe ich nebenan nochmals ein Serveca genommen und bin richtig auf "de Schnurre" ins Bett und habe in meinem runter gekühlten Zimmer gut geschlafen. Ohne Internet ist schon nicht so der Hit. Ich habe gestern Abend im ganzen Dorf versucht ein Internet zu knacken, aber die waren alle dicht! Gestern Abend dann kurz vor dem zu Bett gehen im Hotel, habe ich ein Kaffee gesehen, wo zwei mit einem Laptop sassen. Der gibt bei Konsumation sicher seinen Code. Ich bin heute Morgen, ausgerüstet mit meinem Laptop dann schnurstracks in dieses Kaffee und habe ein Kaffee und 2 Spiegeleier bestellt und so ganz nebenbei gefragt, ob Sie Internet haben. Sie lächelte und kam mit einem Zettel mit dem entsprechenden Code zurück. Nun war die Welt wieder in Ordnung. Ich konnte richtig loslegen. Nicht nur mit Kaffee und Spiegelei, auch Mails runterladen und beantworten. News abrufen und, und, und. Einfach das, was mich interessierte . Zum Skypen war's noch zu früh, da musste ich warten bis es etwa 12 Uhr war. Als mein Wissenshunger gestillt war, ging ich wieder ins Hotel zurück und fragte,  ob sie auch Lavanderia-Service haben. Sie verneinte und beschrieb mir den Weg, wo ich eine Lavanderia finde. Im Hotelzimmer packte ich mein Bünteli. In der Kleidertasche hatte es fast nichts mehr gehabt, denn waschen war bitternötig. Die Wäscherei habe ich dann unweit von meinem Hotel ohne Probleme gefunden. Ich fragte, ob Sie mir meine Wäsche waschen würden. Eigentlich ein Scheissfrage, denn ich war ja in einer Wäscherei, aber man fragt halt so! Nun, die Dame sagte ja gerne und nahm mein Büntel und hievte den auf die Waage. 4,5 Kg sagte sie und streckte mir ein Zettel entgegen wo draufstand, dass jedes Kilo 12 Pesos kostet. Das ist ja fast nichts. Ich musste dann 56 Pesos bezahlen, welche ich dann auf 70 Pesos aufrundete. Dass man hier drin überhaupt arbeiten konnte, konnte ich mir kaum vorstellen, denn erstens, draussen war's schon eine Schweinehitze aber hier drin war's noch viel, viel heisser. Sie sagte mir, dass ich um 16 Uhr meine Wäsche wieder abholen kann. Als ich wieder im Hotel war, war's gerade 12 Uhr. Eigentlich Skype-Zeit. Also wieder zum besagten  Kaffee, wo ich jetzt den Code besass. Nochmals ein Kaffee bestellt und mit allen einen kurzen Schwatz gehalten. Dass war ja für beide Seiten schön. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, ein bisschen an den Strand zu gehen und "go bädele und e chli ligge". Inzwischen war's schon 13.30 Uhr. Wieder ins Hotel und "tenufetz" für's Strandleben. Am Strand erstand ich mir einen Liegestuhl mit Sonnenschirm und liess alle viere baumeln. Nicht lange, ich wollte ja auch baden. Also so lange wie heute habe ich schon lange nicht mehr gebadet. Das Meer ist ja kein Hallenbad, wo das Wasser keinen "Mux" macht. Der Strand war schon schön, aber das Wasser und die riesigen Wellen waren einfach maximal. Beim hineingehen zeigte sich kein "Hüenerhütli". Man konnte einfach so ins Wasser, ich glaube es hat 28 Grad. Sicher, es gab eigentlich keine Abkühlung, dafür konnte man umso länger drin bleiben und die Wellen waren einfach spassig. Wenn eine grosse kam, dann tauchst du unten durch und bei den kleineren konntest du durchspringen. So stelle ich mir baden vor. Ab und zu kam jemand vorbei, ob ich etwas trinken möchte und ich bestellte ein S…….. Beim liegen habe ich dann noch die Strassenkarte und den Lonely Planet studiert und mir eine Route nach und durch Guatemala zurechtgelegt. Mal schauen ob's auch so hinkommt. Inzwischen war es 17 Uhr geworden. Meine Wäsche sollte jetzt fertig sein. Vom Strand direkt in die Lavanderia und dort sah ich schon ein Sack angeschrieben mit Marcelo. Meine Wäsche, feinsäuberlich verpackt. Die hat sogar meine zwei Hemden gebügelt, dabei wären Sie bügelfrei. Superservice, das muss man schon sagen. Zuhause habe ich dann den Wäschesack ausgepackt und die Wäsche hat sogar richtig gut gerochen. Nun ist meine Kleidertasche wieder voll mit sauberer Wäsche. Am Abend bin ich nochmals ins gleiche Restaurant gegangen. Ich wollte unbedingt nochmals denselben Crevetten-Cocktail wie gestern. Es sind 6 geschälte Riesencrevetten, welche auf dem Holzkohlengrill gebraten werden und dann mit einer Cocktailsauce warm serviert werden. Himmlisch kann ich nur sagen. Zum Hauptgang gab es Nudeln an Pesto und die waren auch gut. Anschliessend beim Hotel noch in die Nebenanbar zu einem Schluss-Serveca und dann ab in die Haja denn Morgen wird's wieder happig.

Morgen fahr ich einfach soweit wie ich komme, denn bei diesen Strassenverhältniss muss ich 2 Tage nach San Cristobal einplanen.

Datum: 07.06.12
Ort:  San Christobal

Bin heute so gegen 9 Uhr in Pto. Escondio abgefahren. Es war auf den ersten 250 km wieder das gleiche Lied. Dörfer Tops, Dörfer Tops usw.  Aber nach Salina Cruz ging's dann wieder vorwärts und bin recht zügig voran gekommen. Es ging durch recht fruchtbares Land und wurde auch bewirtschaftet. Eindrücklich war auch der Windpark um La Ventosa. Es waren sicher 1000 Windräder (wenn nicht noch mehr) auf etwa 30 km aufgestellt, die wahrscheinlich alle Strom produzieren. Heute bin ich von 0 auf 2100 Meter ü.M. und bin jetzt in San Cristobal. Hier werde ich 2 Tage bleiben. Unterwegs hat es mich 2 Mal verregnet und zwar heftig. Ich musste bei Vollregen den Regenanzug anziehen. Eigentlich habe ich's vorher schon gesehen, aber ich wollte es einfach nicht glauben und dann hat's mich halt erwischt. Dass war etwa 100 km vor San Cristobal. Der Regen dauerte etwa 50 km. Man konnte nur mit 50 Std./km fahren. Das Wasser stand auf der Strasse und die Autos fuhren auch nicht schneller. Anschliessend wurde es wieder trocken und ich habe nach ein paar km den Regenschutz wieder ausgezogen und bin weiter Richtung San Cristobal. Genau auf dem Pass, etwa 10 km vor San Cristobal hat's mich dann nochmals erwischt. Den Regenschutz habe ich dann halt nicht mehr angezogen. Ich war durch und durch nass, aber was soll's, ich werde wieder trocken. In den letzten Tagen hatte ich eigentlich nie mehr von den Militärkontrollen berichtet, denn diese liefen immer gleich ab. Wenn Sie mich sahen, haben sie mich in der Regel vorbeigewunken, oder kurz gefragt wohin und woher und dann konnte ich wieder gehen. Heute war's genau das Gegenteil. Nimmt mich nur wunder wieso. Ich wurde 4 Mal kontrolliert und gefilzt. Mich nimmt nur wunder weshalb. Der letzte war der Schlimmste. Ich musste sogar meinen Seesack öffnen. Ich habe ein Portemonnaie bereit gemacht mit wenig Geld aus Ungarn und Tschechien und alten Kreditkarten für den Fall, dass ich überfallen werde, dann kann ich denen das Portemonnaie geben. Beim letzten Mal öffnete er sogar diese Geldtasche und fragte nach "Dolleri". Ich sagte dass ich nur ein paar Peso habe. Er immer wieder "Dolleri Dolleri". Der korrupte Kerl wollte Geld von mir. Ich gab Ihm keines und Stand neben meinem Töff und wartete. Er ging dann zu einem anderen Soldat und der rief auch "Dolleri Dolleri". Ich winkte ab. Er liess mich mindestens 5 Minuten bei meinem Töff stehen und kam dann zurück und sagte ich solle jetzt gehen. Ich hätte Ihn an die Wand Nageln können. Mit einer Wut im Bauch bin ich dann wieder weiter gefahren. Markus Brägger hat gesagt, dass das Militär nicht korrupt sei, die Polizei jedoch schon. Ich habe jetzt eine andere Erfahrung gemacht. Das ist leider ein richtiges Negativ-Erlebnis von Mexiko und hat in meinen Gedanken über dieses Land einen heftigen Knacks bekommen. Langsam geht's an die Vorbereitung für den Übertritt nach Guatemala. Ich muss noch mein Garmin mit den neusten Karten füttern und bei den Kradvagabunden genau nachlesen was ich für den Übertritt alles brauche und wie ich mich verhalten soll. Diese Internet-Seite ist einfach Spitze. Bis jetzt war alles so, wie  Sie's beschrieben haben. Ich konnte das Hotel für die zwei Nächte nicht bezahlen, da ich zu wenig Pesos mehr hatte und Dollar wollten Sie nicht nehmen. Sie sagten aber, dass ich auch erst Morgen bezahlen könne. Ich fragte dann wo die nächste Bank sei und sie beschrieben mir den Weg. Am Abend, ich hatte grade noch 320 Pesos, bin ich in eine kleine Pizzeria gegangen um zu essen und wo es sicher nicht so teuer ist, wenn man hier teuer sprechen kann. Die Pizza war scheisse aber eben, wenn's sein muss frisst der Teufel fliegen. Ich hatte danach genau noch 212 Pesos, etwa 17 Franken. Unterwegs habe ich dann noch eine Bank gefunden. Obwohl Master Card, Visa etc. drauf stand, bekam ich mit meiner Travel-Cash und EC-Karte einfach kein Geld raus. Jedes Mal hiess es Invalid-Card. Scheisse, ich hab kein Geld. Bei einer andern Bank genau das Selbe. Sind meine Karten "futsch"? - wieso bekomme ich kein Geld? Es ist ein richtiges Scheissgefühl wenn du abgebrannt bist. Ich bin dann wieder ins Hotel zurück und kam zum Schluss, dass ich die Nacht abwarten muss, dann gehe ich in die Banken rein und hole halt so Geld. Morgen gehe ich San Cristobal anschauen, denn jetzt ist es bereits dunkel und konnte darum nicht mehr viel sehen.

Datum: 08.06.12
Ort:  San Christobal

Am Morgen um 7 Uhr aufgestanden. Immer noch mit einem unguten Gefühl. Meine Karten sind die tatsächlich kaputt? Das kann doch nicht sein. Ich habe dann auf die AIKB angerufen und die haben mir bestätigt, dass meine Karte in Ordnung sein sollte. Also ging ich wieder los. Bankomat um Bankomat abgeklappert. Um 9 Uhr gingen die Banken auf. Jetzt rein in die erste Bank. Ein Bankangestellter kam dann mit mir an den Bankomat, vielleicht habe ich irgendetwas falsch gedrückt. Doch der Fehler zeigte sich genau gleich wieder. Er sagte zu mir, dass der Automat keine Verbindung zu der AIKB machen kann, ich soll doch zur Bank Santander gehen. Unterwegs hatte es noch zwei Automaten und bei denen gingen die Scheisskarten ebenfalls nicht. Bei der Bank Santander bin ich dann rein und habe es auch probiert. Ging auch nicht!!! Scheisse, ich immer noch keine Geld. Jetzt bleibt mir nichts anderes übrig als meine Dollars, ich hatte noch 300 davon, zu tauschen. Ich bin wieder bei der Bank Santander in die Reihe gestanden und dann drangekommen. Ich gab meine Dollars zum wechseln. Sie verlangte den Pass und sagte dann ich müsste vom Pass zuerst eine Kopie anfertigen lassen. Obwohl ein Kopierer in der Halle stand, sagte sie zu mir, dass ich 2 Blocks laufen müsse, dort sei eine Kopierstation und dann müsse ich mit dem Pass, der Kopie davon und dem Geld wieder zurückkommen, dann werde sie mir wechseln. Ich bin halb wahnsinnig geworden. Ich will doch nur ein paar Pesos, nichts weiter! Ich rang richtig mit mir, meine Nerven zu behalten. Inzwischen habe ich noch bei OXO einen Kaffee über die Gasse gekauft, damit ich wenigstens mal meinen Morgenkaffee hatte. Geldstand, nur noch 190 Pesos. Ich bin dann Richtung Kopie-Shop gewatschelt und was sehe ich da, noch eine Bank. Die HCBC, oder so. Ich wieder rein, meine Travel-Cashkarte reingesteckt und siehe da, sie funktionierte. Ich konnte es kaum glauben. Ich hatte wieder 3000 Pesos in den Händen. Ich war etwas von froh, dass kann man sich kaum vorstellen. Wie kommt das noch raus wenn ich noch weiter unten bin. Nun ist der Tag gerettet und ich kann San Cristobal endlich ohne Geldsorgen anschauen. Gegen Mittag bin ich dann in die Altstadt San Cristobal's. Es hat etliche Kirchen, in denen nicht fotografiert werden darf. Die einen sind fein säuberlich renoviert und die anderen sind in relativ schlechtem Zustand. Es hat in jeder Gasse X-Kleinstlädeli. Ich schätze hunderte. Es hat sehr viele Indios, die Betteln und Ihre Kinder zu den Touris (im Normalfall Amis) schicken um Mitleid zu erwecken. Irgendwie ist das für mich eine fremde Welt. Es hat nicht unbedingt viele Touristen doch auch die Mexikaner sind rege auf den Beinen. Ich schätze auch, dass recht viele Mexikaner hier einen Stopp machen und San Cristobal anschauen und die sollte ich natürlich auch zu den Touris zählen. Die Ami und die Europa-Touris erkennt man meist an der Haarfarbe. Beim mir sieht's man sowieso. Nicht nur wegen der Farbe, sondern auch wegen der Menge!! Ich war auf einem riesigen Markt, wo Indios Ihre Sachen feilboten. Gemüse, zum Teile habe ich diese noch nie gesehen, Gewürze, Früchte in allen Variationen, Stickereien und noch vieles mehr. Es hat Kleinststände, wo zum Beispiel eine Indiofrau auf einem kleinen Kohlengrill einige ihrer 20 Maiskolben darauf grilliert und sitzt dort auf einem umgekehrten Kübel, mit dem Sie den Grill und die Maiskolben, wahrscheinlich auf dem Kopf, hierher transportierte. So ein Stand mass dann nicht mal ein Meter. Solche und auch ein wenig grössere hatte es ein paar hundert. Mir war aufgefallen, dass ich einer der einzigen Touris um diese Stände schlenderte, die anderen waren eher in der Innenstadt, wo es auch einige Stände gab. Aber hier, dieser Markt ist riesig. Die die konnten, haben Ihren Stand mit Plastik gegen den drohenden Regen notdürftig abgedeckt, doch wenn es heute wieder so regnet wie gestern, dann schwimmt hier alles. Ich getraute mich kaum, die Stände zu fotografieren. Ich mit dem teuren Fotoapparat und Sie, welche die Maiskolben für 5 Pesos feilbot und wenn's gut ging bis am Abend Ihre Maikolben verkauft hatte, stimmt für mich die Situation nicht mehr. Ich nehm's viel lieber zu Kenntnis und präge mir diese Bilder in meinem Kopf ein und hoffe, dass ich dies nicht mehr vergessen werde. Nach dem Markt bin ich dann wieder in die Innenaltstadt und kaufte von einer Indio-Frau einen Chipssack. Ich setzte mich bei einer Kirche auf die Treppe und ass ein paar davon. Da kam ein kleines Indiomädchen zu mir und hatte Armbändeli zu verkaufen. Ich verneinte, da ich dies wirklich nicht brauchen konnte. Da deutete das Mädchen auf meinen noch fast vollen Chipssack und fragte, ob sie auch haben kann. Ich gab Ihm dann den ganzen Sack und es sagte dann Gracias und lief zu seiner Mutter. Von weitem konnte ich dann beobachten wie vier Kinder, im Alter wie eine Treppe, und die Mutter von den Chips assen. Irgendwie hatte ich einfach ein mulmiges Gefühl. Das San Cristobal ist eine wirklich hübsche Stadt und die Häuser werden glaube ich nach und nach renoviert und man kann sehen, dass die Struktur und die Ansicht der Häuser erhalten werden. Die Autos, die sich hier wirklich durchzwängen, das übersteigt unsere Vorstellungkraft. Alle Strassen sind Einbahn. Wenn die untere Strasse in diese Richtung fährt, fährt die Obere in die andere Richtung. Man hat das Gefühl, es ist ein ewiger Stau und die Fahrer haben einfach Geduld und warten, wenn sich einer in den Parkplatz zwängt oder schnell auslädt. Von Geschwindigkeit kann schon gar nicht gesprochen werden, es geht einfach Schrittweise vorwärts.  Gegen Abend bin ich dann nochmals in die Altstadt und bin dann noch in ein Teil, indem ich noch nicht war. Zu Abend gegessen habe ich in einem Argentinischen Restaurant. Ein schönes Glas Wein aus Argentinien und ein wunderbar gebratenes Fleisch von der Rippe. Dazu ein Kräuteröl mit Knoblauch. Ich freue mich jetzt schon auf Argentinien. Im gleichen Restaurant am Nebentisch habe ich beim hinausgehen plötzlich Schweizer-Deutsch gehört und habe sie angesprochen. Sie sind erst 2 Tage in Mexiko und reisen Morgen weiter nach Cancun. Im Anschluss war ich noch auf dem Hautplatz, wo gerade eine Politveranstaltung mit ein paar hundert Leuten stattgefunden hat. Am 1. Juli wird gewählt und es hängen eine Unmenge von Plakaten und Transparenten an den Wänden. Markus hat mich aufgeklärt, dass jede Partei, eine gewisse Menge Geld bekommt, um sein Portierter Kandidat zu promovieren. Obwohl die meisten keine Chance haben, wird das Geld verteilt. Ausgemacht wird es im Normalfall unter 2 - 3 Kandidaten. Es wird auch an den Strassenkreuzungen, Rotlichtlampen etc. geworben. Zum Beispiel wenn die Ampel auf Rot ist, springen Helfer mit einem riesigen Transparent zuvorderst vor die Autos und halten dieses hoch, bis die Ampel wieder auf grün schaltet. Denen kommt alles in den Sinn. So, nun ist es soweit, Morgen geht's über die Grenze nach Guatemala, mal schauen wies dort ist, und wie das Grenz-Prozedere abläuft. Die neuen Garmin-Karten habe ich aufs GPS geladen, und die Infos der Kradvagabunden habe ich aus dem Internet hinausgeschrieben.

Schluss-Fazit zu Mexiko
Mexiko, immer wieder! Ich darf froh sein, dass ich dieses Land auf diese Weise kennenlernen durfte. Ich war relativ lange in Mexiko. Zuerst die Baja California, dann die Westküste und zum Abschluss dann das Inland. Die Normalreisenden fliegen nach Cancun und haben das Gefühl, sie wären in Mexiko. Dem ist aber gar nicht so. Cancun ist eine sogenannte Retortenstadt die aufgebaut wurde und nur der Tourismus eine Rolle spielt. Wenn man aber durch das Land reist, sieht man evektiv was Mexiko ist. Ein pulsierendes Land mit aufgestellten Leuten, wunderschöne Landschaften in allen Facetten. Trocken, sehr trocken und je höher dass man kommt umso grüner und Fruchtbarer ist das Land. Die Baja, La Paz, Porto Escondido, Matzatlan und San Cristobal werden mir sicher in sehr schöner Erinnerung bleiben. Das heisst aber nicht, dass das andere nicht schön war, doch diese Orte sind am herausragensten für mich gewesen. Die verdammten Scheiss-Topes würde ich alle am liebsten in die Luft sprengen, doch diese Topes sind, so glaube ich, die einzige Möglichkeit, die Geschwindigkeiten an neuralgischen Stellen zu reduzieren. Die Militär- und Polizeikontrollen haben mich zwar gestört, aber tragen sicher zu mehr Sicherheit bei. Apropoz Sicherheit. Ich habe persönlich niemals nur ein bisschen Angst haben müssen und würde, wenn man die Regeln einigermassen einhält, dieses Land als Sicher bezeichnen. Mein Motorrad war für mich eher das Objekt das gefährdet war. Da es im Gegensatz zu den Töffs der Mexikaner sehr gross erscheint und auch ist,  hatte ich viel eher das Gefühl dass es plötzlich nicht mehr da ist. Ist es aber nicht, sodass auch da erst das Gegenteil passieren müsste. Somit kann ich nur sagen VIVA LA MEXIKO!!!! Mein Schluss-Fazit soll ja nicht als abschliessend gemeint sein. Denn ich bin mir bewusst, dass ich von Mexiko nur ein ganz kleiner Teil gesehen habe.

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