Kolumbien - Don't stop

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Kolumbien

Motorrad-Reisen > PanAmericana 2012 > Länderberichte

Kolumbien

Einwohner: 42 Mio
Fläche: 1.1 Mio km2
Hauptstadt: Bogota
Sprache: spanisch
Währung: Peso
Strom: 110 Volt

Bericht
Datum: 19.07.12
Ort:  Bogota      

Gestern Abend habe ich noch die Rezeption beauftragt, dass Sie mich um 3 Uhr wecken. Zur Sicherheit, habe ich auch noch die Klimaanlage ausgeschaltet, damit ich mein Wecker und das Telefon sicherer höre. Pünktlich kam das Telefon und mein Wecker klingelte auch. Ab unter die Dusche und alles zuammenpacken, war jetzt die Devise. Um 4 Uhr kam mein Taxifahrer und brachte mich auf den Flughafen. Ich verabschiedete mich bei Ihm und zugleich bedankte ich mich für seine Hilfe bei der Übersetzerei. Als ich das Flughafengebäude betrat, suchte ich erst mal den Bildschirm mit den Abflügen und suchte meinen Flug nach Bogota anhand der Urzeit. Ich fand meinen Flug einfach nicht!! Ich habe die Dame gestern noch gefragt, ob es reicht, wenn ich um 5 Uhr komme und sie bejahte. Als ich mein Ticket nochmals anschaute, traf mich fast der Schlag. Wie kann man nur so sausatans Blöd sein. Ich habe die Flugnummer mit der Abflugszeit verwechselt!!!!!! Ich fliege erst um 8 Uhr nach Bogota!!!!  Jetzt blieb nur noch warten. Ich habe die halbe Welt verrückt gemacht wegen dem wecken und dem Taxifahrer habe ich gedroht, dass wenn er nicht da sein werde, "kill" ich Ihn und ich blöder Sauaffe kann nicht mal ein Ticket recht lesen. Ich hätte mir alle Haare ausreissen können. Man muss bei mir zwar suchen, doch wer sucht der findet! Der Tag begann also mit einem vollen Fehlschlag. Die meiste Zeit schlug ich im Flughafen-Kaffee tot. Um 8 Uhr flogen wir dann in Panama City ab. Pünktlich, wie es auf meinem Ticket stand, landeten wir um 9.30 Uhr in Bogota. Ich musste zuerst durch die Immigration wo sie mich befragt haben mit wann, wie etc. Ich bekam das Visum für 90 Tage. Nach der Gepäckausgabe musste ich noch durch den Zoll. Das Gepäck wurde geröntgt. Das habe ich noch nie machen müssen aber in Kolumbien ist das scheinbar normal. Es ist inzwischen 10.15 Uhr gewesen. Das Cargo-Unternehmen in Panama hatte gesagt, dass ich bis 12 Uhr bei Ihnen sein muss, ansonsten Sie das Motorrad erst am nächsten Dienstag freigeben können. Wie angewiesen rief ich auf die Nummer, welche sie mir in Panama gegeben hat, an, doch niemand nahm ab. Nun nahm ich ein Taxi und hielt Ihm die Adresse des Cargo-Unternehmens in Bogota unter die Nase mit der Bitte, dass er mich dorthin fahren soll. Nach einigen Kilometern um das Flughafengelände herum waren wir ziemlich schnell da. Als die mich mit der Motorradjacke sahen, wussten Sie bereits, dass ich zu dem Motorrad gehöre, dass heute Morgen um 9 Uhr bei Ihnen ankam. Sie führten mich sofort zu meinem Töff und ich freute mich, dass er gut angekommen ist. Der wurde einfach nur auf dem Palett, ohne Verschlag usw. ins Flugzeug gestellt. Zuerst musste ich die Übergabeformulare des Cargo-Unternehmens ausfüllen und "unterschreiben". Die Unterschrift musste ich mit meinem Zeigfinger-Abdruck leisten. Das hatte ich auch noch nie gesehen. Sie streckte mir ein Tintenkissen entgegen und ich wusste nicht, was ich damit anfangen soll. Bis sie mich instruierte wie das geht. Ander Länder, andere Sitten. Jetzt ging's zum Zoll. Der Zoll muss das Motorrad erst freigeben und das wird mit einem Permit gemacht. Mit dem Mitarbeiter des Cargo-Unternehmens mussten wir etwa 2 km laufen und ich staunte nicht schlecht. Das Zollgebäude ist Top modern. Ich wurde sehr zuvorkommend und nett empfangen und das beim Zoll!! Ich war mich anderes gewöhnt. Die Dame vom Zoll gab mir sogar noch Tips, wo ich noch alles in Kolumbien hin müsse und schwärmte richtig von den besagten Orten. Sie kam dann nach dem Ausfüllen von X Formularen mit zu meinem Töff und kontrollierte die Rahmennummer. Ich musste die Formulare unterschreiben und Sie ging dann mit dem Cargo-Mitarbeiter wieder zurück ins Zollgebäude. Ich musste bei meinem Töff einfach warten. Das habe ich heute schon einmal am Morgen gemacht!! Es verging nochmals eine Stunde, bis der Cargo-Mitarbeiter mit meinem Permit für 90 Tage zurückkam. Jetzt wurde der Töff vom Palett abgeschnallt und ich konnte in den Vorhof hinausfahren. Ich packte meine Sachen und nun ging's los in Kolumbien. Das Ganze ist viel besser abgelaufen als ich mir das vorgestellt hatte. Obwohl dass Zoll-Prozedere auch wieder 3 Stunden gedauert hatte, habe ich einen kompetenten Eindruck von diesem Land erhalten. Kolumbien stellt man sich als Drittweltland vor und bis jetzt habe ich davon noch überhaupt nichts bemerkt. Da ich jetzt erst mal in Bogota bleibe, habe ich ein Hotel in der City gesucht und auch eines gefunden. Von aussen sieht es nicht unbedingt gut aus aber innen ist es wirklich schön. Ich werde im Moment überhäuft mit Eindrücken, welche ich noch gar nicht verarbeiten kann. Gestern noch in Panama City und heute in der Hauptstadt von Kolumbien. Der Verkehr ist auch hier ein riesiges Problem. Stau, Stau und nochmals Stau. Ich bin etwa 2 Stunden gestanden oder nur sehr mühsam vorangekommen, bis ich das Hotel fand. Der Töff hatte plötzlich etwas mit dem Öl, den die Öllampe blinkte und das ist nicht gut wenn diese blinkt. Habe ich kein Öl mehr, war mein Gedanke. Kann eigentlich nicht sein. Denn in San Jose in Costa Rica habe ich einen Ölwechsel machen lassen. Ich vermute nun, dass das Öl zu heiss wurde vom vielen Staustehen, denn als ich den Töff parkierte hatte ich noch absolut genug Öl drinnen. Als ich wieder fahren konnte, löschte die Warnung wieder. Auf alle Fälle werde ich dieses Problem, wenn es eines ist, im Auge behalten. Nach dem Tenu-Fetz im Hotelzimmer spazierte ich noch in die City und sah unheimlich viele Leute welche geschäftig die Gehsteige füllten. Touris konnte ich keinen einzigen ausmachen. Der Marsch viel nicht lange aus, denn es wird hier um 18.30 Uhr dunkel und ich war einfach auf der "Schnurre". Gegessen hatte ich den ganzen Tag nichts und der Hunger meldete sich nun. Ich habe dann in meinem Hotel gegessen. Es war recht, aber nicht mehr. Heute werde ich früh in die Federn gehen und bin überzeugt, dass ich wie ein Murmeltier schlafen werde. Übrigens, das habe ich noch fast vergessen. Bogota liegt auf 2 700 Meter über Meer und die Temperaturen sind himmlisch. Ich merkte dies an meinem Kopfweh ich musste heute zum ersten Mal ein Alkazyl nehmen. Morgen werde ich diese Stadt ein bisschen auskundschaften. Ich bin richtig gespannt.

Datum: 20.07.12
Ort:  Bogota      

Ich habe tatsächlich wie ein Murmeltier geschlafen. Bei mir war gestern um 21 Uhr Lichterlöschen angesagt. Dafür bin ich heute um 7 Uhr aufgestanden. Erst mal Frühstücken. Ich bin gespannt wie das in Kolumbien aussieht. Überraschungen hat es keine gegeben. Eier, Kaffe und ein bisschen Brot. Die Milch bekam einen Pelz. Ich glaube das habe ich seit Jahrzenten nicht mehr gesehen. Ich erinnere mich als Kind, und das ist schon ein paar Jahre her, dass wenn die Milch einen Pelz hatte, mich das zutiefst schauderte. Hier wird auf jeden Fall die Milch nicht entrahmt, sodass man halt immer mit einem Pelz rechnen muss. Anschliessend ging's dann erst mal in die Stadt. Heute ist ja National-Feiertag. Ich kam zum Staunen kaum heraus. Unglaublich viele Leute auf der Hauptdurchgangs-Strasse, welche für den Verkehr gesperrt wurde. Auf den Gehsteigen und der Strasse wurden Decken ausgebreitet und auf denn wurde die Ware die zum Verkauf standen angeboten. Die einen Verkauften Äpfel, die anderen Teesiebchen, Tampoos, Kleider, Schuhe usw. Eigentlich alles was man sich in einem riesigen Kaufhaus vorstellen kann wurde verkauft. Die eigentlichen Geschäfte waren die meisten geschlossen wegen dem Feiertag. Jeder Schrie sein Angebot in die Menge hinein und das manchmal auch mit einem Megafon. Für Mitteleuropäer ist das schlicht unvorstellbar und hier ist das scheinbar Alltag. Etwas Besonderes habe ich auch noch gesehen. Einzelne Personen halten eine Tafel in die Höhe und dort steht z.B. 200 pro Minutos darauf. Das sind wandelnde Telefonkabinen! Die haben etwa 10 Natels an ihren Jacken aufgehängt und man kann hier für 200 Pesos (1800 Pesos sind einen Dollar) eine Minute telefonieren. Von denen stehen zig herum. Mittagessen gab's beim altbekannten MAC. Da hier wieder eine andere Esskultur herrscht muss ich mich erst mal wieder herantasten wie das alles heisst und was es ist. Diese Hauptstrasse ist etwa 3 km lang und in den Seitengassen sieht es nicht anders aus. Ich bin dann etwa um 15 Uhr wieder zurück ins Hotel, denn vom Stundenlangen herumlaufen und anschauen war ich froh, mich für eine Weile hinzulegen. Gegen Abend habe ich mich dann an den Lapi gesetzt um herauszufinden, wo ich eine Versicherung für meinen Töff abschliessen kann. Am Feiertag war das ja so oder so nicht möglich. Ich fand dann eine übers Internet, bzw. auf einer Seite hat ein Schweizer geschrieben, dass man bei der SURA SEGUROS eine auch nur für 30 Tage abschliessen kann. Ich bin dann an die Rezeption fragen gegangen, ob diese vielleicht auch am Samstag geöffnet haben. Sie meinte das sei nicht sicher, denn viele machen über diese Zeit eine Ferien-Brücke. Ich meinte aber, wenn im Internet am Samstag geöffnet von 8 - 12 Uhr steht, müsste diese eigentlich geöffnet sein. Sei meinte nur ich könne es ja probieren. Die Adresse ist ganz auf der anderen Seite der Stadt und Morgen fahre ich einfach mit dem Taxi dorthin. Nach dem Eindunkeln bin ich dann nochmals in die Stadt runter um etwas essen zu gehen. Ich fand aber nichts anmächeliges sodass ich wieder ins Hotel zurück ging und dort einen Teller Spaghetti reinhaute. Es war wiederum nicht besonders. Morgen halte ich mal Ausschau nach einem vernünftigen Restaurant. Abends habe ich noch ein bisschen TV geschaut, bzw. ich erwachte um 3 Uhr, weil die Kiste halt immer noch lief. Gesehen habe ich eigentlich nichts an was ich mich erinnern kann.

Datum: 21.07.12
Ort:  Bogota      

Wiederum bin ich wieder früh aufgestanden. Kaum hatte ich den Lapi eingeschaltet klingelt es schon. Erst Pascale und dann Melanie und Roger und zu guter Letzt kam auch noch Carlo dran. Nach fast 1 ½ Stunden schnorren war ich froh mal erst unter die Dusche zu können. 5 Minuten musste ich laufen lassen, bis es einigermassen warm wurde. Ich habe in den letzten paar Wochen öfters kein warm Wasser gehabt, doch machte mir dies nichts aus, denn durch die Hitze draussen war das immer eine willkommene Abkühlung. Doch hier, wo es in der Nacht auf 7 Grad abkühlt ist es etwas anderes, denn auch im Zimmer wird es über Nacht recht kühl. Ich schätze so um 20 Grad. Anschliessend wiederum Frühstücken (Menu wie gestern) und dann hiess es die Unterlagen für die Versicherung bereit machen und dann ab mit dem Taxi. Ich bin zum Hotel raus und habe einem vorbeifahrenden Taxi angezeigt, dass ich fahren möchte und er hielt auch sofort an. Ich hielt ihm die Adresse unter die Nase und er fuhr los. Wir hatten etwa 10 Minuten bis zur besagten Adresse. Ich fragte Ihn was es kostet und er sagte 52 000 Pesos. WOW, das ist aber teuer hier mit den Taxis. Die Versicherung hatte zum Glück geöffnet, denn sonst hätte ich den Weg vergebens gemacht. Ich ging dann rein und versuchte in meinem jämmerlichen Spanisch zu verstehen zu geben, was ich wollte. Als ich Moto-Securos sagte hat es bei denen geklingelt und ein netter Herr begleitete mich in das Grossraumbüro. Top-Modern, muss ich sagen. Überall hat es Fräulein's (übrigens allesamt unheimlich hübsch - wenn ich nochmal 20 wäre würde ich da noch ein paar Versicherungen abschliessen) an den Schreibtischen. Der Herr führte mich dann zu einer der hübschen Damen welche auch ein wenig englisch konnte und so lief die Kommunikation hervorragend. Ich konnte mit Ihr eine 30-tägige Versicherung für 31 000 Pesos (etwa 18 Dollar) abschliessen und nach einer guten halben Stunde war ich wieder draussen. Jetzt habe ich für den Taxi mehr bezahlt als für die Versicherung. Das ist ja ein Verhältnisblödsinn doch was sollte ich machen, ich hatte ja keine Wahl. Ich konnte mich dann in diesem anderen Stadtteil ein bisschen umschauen und muss sagen, dass es hier eine recht schöne Wohngegend ist. Es hat Geschäfte, Kaffees, Banken usw. wie in einer kleinen Stadt. Die Strassen sehen super aus und besonders hat mich fasziniert, dass die für die Velos in der Mitte der Strasse einen geteerten Streifen haben für beide Richtungen. Dass ich das in Bogota sehen muss, hat mich echt überrascht. Da könnten sich alle Schweizer Städte eine dicke Scheibe abschneiden. Als ich einen Coiffeur sah dachte ich an meine "Frisur" und fand, dass es nach einem guatemaltekischen Schnitt, auch einen kolumbischen Schnitt vertragen könnte und schubs sass ich schon auf dem Sessel. Ich gab zu verstehen, dass Sie nur mit der Maschine zweimal darüber sausen müsse, dass reiche dann schon. Nach Zehn Minuten war ich wieder draussen. Vier Franken und ein paar Härchen ärmer. Nun musste ich ja wieder zurück und hielt halt wieder so ein Taxi an. Ich zeigt Ihm die Visitenkarte des Hotels und schon ging's los. Kurz vor dem Hotel konnte er eine Strasse nicht fahren, da Bauarbeiten im Gange waren und wich deshalb über ein anderes Quartier aus. Ich sagte zu Ihm, dass er mich hier hinauslassen könne, denn von hier wusste ich den Weg und es war nicht mehr so weit. Er meinte aber, dass er mich in diesem Quartier nicht hinauslässt, denn hier sei alles Prostitution. Und tatsächlich beim genaueren hinschauen standen die da wie an einer Schaufenster-Promenade. Mein Kl……. ging sofort auf Tauchstation, denn das was man sah war meilenweit entfernt von dem was ich im Versicherungs-Büro gesehen habe. Transen und abartige Weibsbilder. Er kurvte mich dann noch durch ein paar Strassen und schubs standen wir vor dem Hotel. Ich fragte Ihn was es kostet. 17 000 Pesos!!!!!!! Was? Ich habe nochmals nachgefragt, weil ich es nicht glauben konnte. 17 000 Pesos. Ich gab Ihm dann 20 000. Der Taxi vorher hat mich einfach übers Ohr gehauen. Da haben jetzt natürlich meine Alarmglocken auf rot geschaltet. In Zukunft lasse ich mich nicht mehr so leicht abfertigen. Das ist halt der Preis den man bezahlen muss, bis man sich ein wenig auskennt in diesem Land. An der Rezeption habe ich nach einer Lavanderia gefragt und sie sagte, dass ich die Wäsche ruhig runterbringen soll, was ich dann auch sofort gemacht habe. Langsam wurde es Mittag und ich ging zu Fuss in die Altstadt. Gestern war dort alles gesperrt, wegen dem Feiertag und ich glaube auch dass es Demonstrationen gegeben hatte, denn es war dort enorm viel Polizei und ein paar Wasserwerfer, die bereit standen. Als ich dies sah, kehrte ich wieder um, denn heute war ja auch noch ein Tag. Was ich dort sehen durfte beeindruckte mich. Ein riesiger Platz mit stattlichen Gebäuden. Das ist der Regierungssitz von Kolumbien und gleich dahinter fing die Altstadt an. Es hat sehr schöne Häuser die renoviert wurden und wunderschöne Kirchen. Beim hindurchgehen hörte ich plötzlich Schweizerdeutsch. Ich sprach das jüngere Pärchen an und sagte, dass es aussergewöhnlich sei, erstens Touris zu sehen und dann dazu noch Schweizer. Sie fanden auch, dass es hier fast keine Touris gibt und fragten mich, ob ich auch auf der Durchreise sei. Ich sagte ja, ich fahre dann wieder weiter nach Ecuador und dass ich mit dem Motorrad unterwegs sei. Sie sind vor 2 Tagen hier angekommen und schauen sich diese Stadt an und fliegen Morgen auf die Insel St. Andres. Wo das genau ist kann ich nicht sagen aber gehört habe ich es auch schon. Nach diesem kurzen Schwatz verabschiedeten wir uns wieder und ich ging mit einem haufen Fotos im Gepäck wieder zurück ins Hotel. Am Abend wollte ich jetzt einmal in einem Restaurant an der Hauptstrasse etwas essen gehen. Ich habe unter dem Tag eines gesehen, dass einen ganz speziellen Grill hatte, wo das Fleisch schräg über der Flamme aufgehängt wurde. Ich habe dann Carne mixto bestellt, was so viel heisst wie gemischtes Fleisch. Dann kam der Teller! Erstens kann das niemand essen, denn der Teller war überhäuft mit verschiedenem Fleisch und zwei Kartoffeln darauf. Das Fleisch konnte ich nicht essen, denn das war so trocken, dass man es mit dem Staubsauger hätte aufsaugen können. Es war einfach eine Scheisse. Heimlich hatte ich dann noch einige Fleischstücke in eine Serviette gepackt und in den Sack genommen, so konnte ich dennoch sagen, dass es ok war. Der anschliessende Bummel durch die Stadt führte mich dann noch zu einem Kaffee wo ich ein klasse Espresso trinken durfte und dann ging's wieder zurück ins Hotel.

Datum: 22.07.12
Ort:  Bogota      

Nachdem obligaten Frühstück mit Spiegeleier, Bort und Kaffee ging ich wieder in die Stadt. Die Innenstadt wurde wiederum gesperrt für die Fussgänger und Velofahrer. Velofahrer hat es viele. Es wurde extra eine Rundstrecke markiert, damit diese ein Parcour absolvieren können. Gleich gegenüber meinem Hotel wurde ein riesiger Flohmarkt aufgestellt. Köbi hätte seine helle Freude daran und wäre bestimmt den ganzen Tag darin herum gestochert. Da gibt's einfach alles. Von alten Klobürsten,Trottinet, Waagen, und weiterer Krimskrams. Scheinbar ist da jeden Sonntag einen Flohmarkt. An der Hauptstrasse sah es nicht viel anders aus. 90 Prozent der Geschäfte haben zu, dafür hat es unheimlich viele fliegende Verkäufer. Es hat auch im Verhältnis sehr viele Bettler ob alt oder jung. Ich glaube etwa 60 Prozent gehören dem unteren Mittelstand an und 30 Prozent sind effektiv arm. Die restlichen 10 Prozent sieht man nicht. Die leben wahrscheinlich in Ihren Residenzen und lassen es sich gut gehen. Ich habe jetzt schon ein paar Mal die Erfahrung gemacht, dass wenn ich einige Tage irgendwo bin, sei es in einer Grossstadt oder auch in einem kleineren Ort, sich diese immer wieder verändern. Es ist nicht jeder Tag wie der Andere. Anfangs wirst du überhäuft mit Eindrücken welche man im Moment nur oberflächlich wahrnimmt. Mit der Zeit sieht man immer mehr und das macht das Ganze sehr interessant. Ich kann mich manchmal auf eine Mauer oder Bank setzen und den Leuten stundenlang zusehen. Man kann das auch ein bisschen als versteckten Voyerismus nennen. Am Mittag habe ich an einem Früchtestand eine Scheibe Ananas gekauft. Die war so gut, dass ich gleich eine zweite kaufte. Es ist mir aufgefallen, dass die Leute hier sehr gerne und viel Früchte essen. Das sieht man auch an den unzähligen Früchteständen an. Die einen Verkaufen Erdbeeren bereits gerüstet, andere eben Ananasscheiben und wiederum andere Mangoschnitze und es hat auch Früchte die ich zum ersten Mal gesehen habe. Es gibt sogar so wie ein Fastfood-Laden sogenannte Fruterias. Die haben sämtliche Früchte im Angebot und verkaufen diese gerüstet auf Pappteller und die Fruchtsäfte in den Bechern. Ich bin fast überzeugt, man könnte in einer grösseren Stadt bei uns an gut frequentierter Lage auch so einen Laden eröffnen und der würde laufen. Das Wetter zeigte sich heute richtig von der schönen Seite. An der Sonne wird es sofort sehr warm und am Schatten, wenn der Wind noch bläst wird es dann sofort wieder kühl. Ich bin auf alle Fälle immer mit einer Jacke ausgerüstet. Morgen werde ich definitiv abfahren und zwar Richtung Armenia. Das ist unterhalb von Medellín. Heute Morgen habe ich von Leandro ein Mail bekommen und der rät mir, dass ich nach Cali fahren soll und dann direkt nach Quito in Ecuador. Ich werde es aber gemächlich angehen lassen und zuerst nach Armenia, dort soll es eine gute Hazienda geben und erst dann fahre ich dann nach Cali. Ich habe heute noch mein GPS bereit gemacht und ich rechne etwa mit 4 - 5 Stunden Fahrt. Mal schauen ob das stimmt, denn es ist entscheidend wie die Strassenverhältnisse sind und da habe ich in Kolumbien nach keine Erfahrung ausser was die Hauptstadt angeht. Der Abend verlief ganz unspektakulär. Ich versuchte wieder ein anderes Restaurant doch auch da war der "Frass" eben ein "Frass". Nicht mehr und nicht weniger. Ich bin gespannt wie es an anderen Orten ausschaut und freue mich auf die morgige Töfffahrt.

Datum: 23.07.12
Ort:  Armenia

Heute Morgen bin ich nach dem Frühstück um 9 Uhr in Bogota abgefahren. Beim Aufstehen habe ich schon den ersten Schock gehabt. Es regnet und nicht zu wenig. Erst Mal Frühstücken und dann schauen wie das Wetter sich verhält. Der Regen hat dann nachgelassen und als ich abfuhr hat es gänzlich aufgehört. Ich bin aber nicht weit gekommen. Ich musste durch die Stadt und folgte schön dem GPS. Es führte mich souverän durch das völlige Verkehrschaos. Als ich langsam aus der Stadt war tröpfelte es immer mehr und ich beschloss, meinen Regenanzug anzuziehen, denn gebrannte Kinder fürchten den Regen. Die Entscheidung war gut. Es regnete nicht allzuviel aber zum Nass werden reichte es allemal. Es ging dann die ersten 20 km wieder etwas Hoch auf etwa 3000 Meter und dann kam ich in einen Regenwald. Es war wie ein kleiner Pass. Verkehr hatte es nicht sehr viel doch wegen den prekären Strassenverhältnissen konnte ich nur mit 20 - 40 Std./km fahren. Eine Kurve nach der anderen und sehr viele Schlaglöcher, ja zum Teil war die Strasse weg und man füllte einfach mit Dreck wieder auf, sodass man im Kriechgang diese Passagen meistern musste. Ich kam dadurch sehr schlecht voran. Das kann ja noch heiter werden. Wenn das so weitergeht bis nach Armenia, dann schaffe ich das nie bis zum Abend. Dann ging's wieder runter. Von 3000 Meter auf 300 Meter. Das Wetter besserte sich immer mehr und der Regen hörte ziemlich bald auf. Als ich unten war beschloss ich, den Regenanzug auszuziehen und schaute auf die Uhr. Es ist jetzt 12.15 Uhr und ich habe mehr als 3 Stunden gehabt für 106 km. Ich hoffte sehr, dass es von jetzt an besser zum fahren ist. Es wurde besser. Sogar sehr gut. Ich konnte in diesem Tal sogar auf die Autobahn, die ziemlich neu sein muss. Auf dem GPS war diese Strasse gar nicht vorhanden. Töff- und Velofahrer (die dürfen auch auf die Autobahn!!!!) und müssen keine Maut bezahlen. Alle anderen müssen durch die Kassa-Schleuse. Das finde ich ganz praktisch!! Als ich die Taldurchquerung erreicht hatte, ging's in einem sehr engen Tal auf halber Höhe die Cordelliere Central hoch. Und wie es hochging. Nirgends wurde eine Brücke gebaut, sondern die Strasse schlängelte sich am Gelände nach und zwar das ganze Tal entlang. Ein Vergleich könnte ich mit dem Splügenpass auf der Italienseite machen, nur etwa 20 Mal länger.  Auf meinem GPS hat es angegeben, dass es noch 68 km bis nach Armenia sein werden. Riesige Lastwagen schlängelten sich natürlich auf dem gleichen Weg wie ich hoch. Die meisten im Kriechgang. Man ist gezwungen, diese irgendwie möglich zu überholen, denn das Standgas im ersten Gang war viel zu schnell für die und man läuft Gefahr, dass die Kupplung durchbrennt. Links und rechts säumten sich die Kaffeeplantagen. Auch Bananen- und Papayaplantagen gab es einige. Oben angekommen war es 15 Grad und ich war auf 3 300 Meter über Meer, dann ging's wieder auf 1500 Meter hinunter bei molligen 26 Grad. Im Tal vorher hatte es wieder bis 34 Grad, allerdings war ich da auf 300 Meter über Meer. Ich hatte heute vom Wetter her eigentlich alles. Regen, Nebel, dann leicht bewölkt bis wieder stark bedeckt in Armenia. Im 17 Uhr bin ich in Armenia in ein Hotel gekommen. Ich war richtig erstaunt. Es hat eine Badeanlage, ein superschönes Zimmer, es hat Internet, den Töff konnte ich direkt vor dem Zimmer parkieren und zu guter Letzt habe ich auch das erste Mal in Kolumbien gut gegessen. Rindfleisch an einer Champignonsauce mit Reis. Das Zimmer kostet umgerechnet 32 Franken. Ich weiss noch nicht, was ich morgen machen werde, ob ich nach Cali fahre oder noch eine Nacht hier verbringe. Das entscheidet sich morgen. Eine Besonderheit möchte ich auch noch erwähnen. Töfffahrer müssen auf dem Rücken ihre Motoradschildnummer angeschrieben haben. Ebenso muss diese auf der Hinterseite des Töffhelms geschrieben stehen. Es ist nicht erlaubt zu bestimmten Tageszeiten zu zweit auf dem Töff zu sein. Dies aus Sicherheitsgründen, wegen Schiessen vom Motorrad aus etc. Alle grösseren Autos und Busse müssen die Kontrollschildnummer auch auf der Seite angeschrieben haben, ansonsten gibt es eine Busse. Dies alles gilt aber für Ausländer, wie ich einer bin, natürlich nicht.

Datum: 24.07.12
Ort:  Cali

Es war doch nicht so das Gelbe vom Ei. Das Hotel war zwar schön aber es lief nichts. Gestern Abend haben sie das Restaurant um 20 Uhr geschlossen und mir blieb nichts anderes übrig als ins Zimmer zu gehen. Da ich etwa 4 km von Armenia entfernt war, kam es auch nicht in Frage, dass ich noch in die Stadt gehe. Also habe ich mich entschlossen, heute weiter nach Cali zu fahren. Ich bin so um 9 Uhr losgefahren und ganz gemütlich nach Cali auf 150 M.ü.M. gefahren. Es waren etwa 180 km und dies auf hervorragenden Strassen. Um 12.30 Uhr bin ich dann in Cali bei 32 Grad im Hotel angekommen und konnte den Töff in die Tiefgarage stellen. Das Internet funktioniert auch. Gestern Abend haben sie sogar das Internet ausgeschaltet, sodass ich nicht mal dort mich verweilen konnte! Auf der Strecke hat es wiederum Militär, welche die Strassen sichern und man fühlt sich deshalb richtig sicher. Obwohl, ich habe und ich glaube ich musste noch nie Angst haben. Ich fuhr an kilometerlangen Zuckerrohr-Plantagen vorbei. Hier ist es auch überall grün und ich muss sagen, ich bin froh dass ich doch nach Kolumbien geflogen bin. Als Alternative hätte ich noch Quito in Ecuador gehabt. Ich darf durch super schöne Landschaften fahren und manchmal komme ich mir vor, ich wäre in der Schweiz. Kolumbien ist vom Landersinneren absolut mit Costa Rica zu vergleichen. Die Hauptverbindungsstrassen sind in schweizerischem Zustand. Die angeschriebene Höchstgeschwindigkeiten in den Städten ist 30. Gefahren wird mit 60. Ausserorts ist 60 Angeschrieben und gefahren wird mit 80 - 100. Auf den sogenannten Autobahnen für die die Autos Maut zahlen müssen ist 90 angeschrieben und gefahren wird so mit 100 - 110. Auf den Autobahnen kann es auch sein, dass es mal ein Eselswagen oder ein Traktor unterwegs hat. Velofahrer hat es sehr viele. Darum sind die 90 Std./km absolut angebracht. Die Trucks sind manchmal überdimensional. Vor allem die Transporter der Zuckerrohrplantagen. Die haben bis zu 5 Anhänger an einem Zugfahrzeug und macht sie deshalb vom Gewicht her entsprechend langsam. Mittags bin ich dann in die Stadt etwa einen Kilometer hineingelaufen. Es hat nicht viel zu sehen gegeben. Ähnlich wie in Bogota, jedoch sehr viel kleiner. Es hat eine kleine Fussgängerzone, einige Altbauten die schön herausgeputzt sind, Bettler usw. Ich habe mir dann ein Restaurant für den Abend gemerkt. Angeschrieben mit Gourmet Restaurant. Am Abend bin ich dann nochmals dorthin. Sie haben gerade Die Eisenrollläden hinunter gelassen. Und jetzt? Ich habe seit dem Morgen nichts mehr gegessen und hatte Hunger!! Es gibt einfach kein Restaurant in der Nähe. Ich bin dann noch um einen Block gelaufen und habe dann noch so eine Spelunke gefunden. Ich habe eine Schnitzel-"Schindel" mit Pappreis gefuttert. Trotz der Scheisse habe ich's halt dennoch gegessen. Wenn nichts da ist, muss man auch mit diesem zufrieden sein. Ich denke da manchmal an ein paar Kollegen. Die würden Amok laufen!!! Ich wünschte, sie müssten das auch einmal mitmachen. Aufgrund dessen, dass mich in Cali nicht mehr viel hält, fahre ich morgen nach Pasto, in der Nähe des Ecuador-Borders.

Datum: 25.07.12
Ort:  Pasto

Am Morgen ging es in Cali locker los. So um 8.30 Uhr habe ich Pasto im GPS eingegeben und mein Garmin führte mich aus dieser grossen Stadt raus. Erst Mal hatte es eine Autobahn wo ich die ersten 100 km zügig, bei angenehmem Motorradwetter und 26 Grad, vorankam. Bei Popayan war den fertig lustig. Die Autobahn endete und mündete ins Cordillera Occidental-Gebirge. Es ging einmal Hoch und dann wider runter. Ich bewegte mich immer so zwischen 1000 und 2000 M.ü.M. Die Strassen waren teilweise katastrophal. Dennoch gab es ganz wenige Abschnitte welche neu gemacht wurden und da war das Fahren dann wunderschön. Im Gebirge änderte sich das Klima dramatisch und die Vegetation ebenso. Ich kam mir vor als wäre ich in Mexiko. Überall Kakteen und nur noch Steppe und Buschwerk. Ich wurde richtiggehend durchgebraten. Ich hatte während Stunden immer so 38 - 40 Grad auf der Töffanzeige. Natürlich habe ich keine Jacke mehr angehabt, von den Handschuhen ganz zu schweigen. Mit dem hatte ich nicht mehr gerechnet, dass es hier so warm sein kann. Ich habe gedacht, dass ich das Gröbste mit der Wärme hinter mir habe, doch dem scheint nicht so. Es war dort Knochentrocken. Die Rinder, die man dort noch teilweise sehen konnte würde ich als jämmerliche Hungerhacken bezeichnen. Ich weiss, die Rinder können ja nichts dafür, dass es hier nur vertrocknetes Gras zum Futtern gibt. Ich finde die Rinder mit den grossen Buckeln irgendwie schön, aber Fleisch muss schon noch auf den Rippen sein. Weiter nördlich habe ich wunderschöne Exemplare gesehen und die waren natürlich auch viel besser im Futter. Ich habe heute 395 km auf dem Tacho gehabt. Die ersten 100 km habe ich etwa in einer guten Stunde gemacht. Für die restlichen 300 km habe ich 6 ½ Stunden gebraucht. Die 3 kleinen Trinkstops bereits abgezogen. Ich kam einfach nicht mehr vorwärts und zudem tat mir langsam auch mein A…….. weh!! Es hatte sehr viele Lastwagen, die sich um die x Kurven quälten. Schlagloch folgte auf Schlagloch und man musste höllisch aufpassen keines zu erwischen. Einen Stop einzulegen ist auf einer solchen Strecke immer so eine Sache. Wenn man anhält hat man die Lastwagen, welche man vorhin mühsam überholt hatte, dann alle wieder vor sich und deshalb lege ich auf diesen Strecken so gut wie keine Stops ein. Etwa 30 km vor Pasto ging es dann nochmals tüchtig rauf und ich kam über einen kleinen Pass und schon wechselte die Landschaft und das Klima wieder auf Vollgrün und die Temperatur viel bis auf 14 Grad ab. Natürlich war ich auf dem Pass auch wieder auf 2 800 M.ü M. Um 17.15 Uhr bin ich in Pasto, auf 2 600 M.ü.M., angekommen und habe ein recht angenehmes Hotel gefunden. Vor allem die an der Rezeption sind supernett und sprechen auch englisch. In Cali, in dieser grossen Stadt konnten die an der Rezeption kein Wort und einen Stadtplan gibt es nach deren Auskunft auch keinen. Den Töff durfte ich in eine voll geplättelte, blitzsaubere Garage stellen. So ein schöner Unterschlupf hat mein Töff noch gar nie gesehen! Da ich in Pasto erst am Abend angekommen bin, kann ich noch nicht viel über diese Stadt sagen, doch der erste Eindruck ist sympathisch. Die von der Rezeption haben mir ein Restaurant empfohlen, welches ich auch aufsuchte. Es war etwas besser als recht. Auf jedenfall konnte ich meinen angestauten Hunger stillen und das ist für mich das wichtigste. Ich musste auch die langen Hosen und eine Jacke anziehen, denn es ist nicht mehr als 15 Grad hier. Ich werde hier sicher die nächsten 2 Tage bleiben und bereite mich auf den Border nach Ecuador vor, welcher etwa 80 km entfernt ist.

Datum: 26.07.12
Ort:  Pasto

Und die Stadt ist immer noch sympathisch. Bin relativ früh  erwacht und so gegen 8 Uhr zum Frühstück. Heute gab's halt mal Rührei, Früchteschnitze, Kaffee und ein komisches Brot, welches ich gar nicht mochte und deshalb auch nicht ass. Später bin ich dann losgezogen. Mit dem Fotoaparat bewaffnet bin ich um die Häuser bzw. um die Blocks gezogen. Es hat sehr viele Kirchen. Die einen sind renoviert und die anderen halt eben nicht und sehen auch dementsprechend aus. Fotografieren im Innern ist eigentlich nicht erlaubt. Ich habe aber trotzdem von einer besonders schönen eines gemacht. Es hat auch sehr moderne Geschäfte. Ich habe sogar auch eine Bata (Schuhe) gesehen. Von Esprit, Lee, Wrangler und wie die alle heissen mögen, sind alle vertreten. Mir kommt es vor, dass diese kleinere Stadt sehr viel moderner ist, als Cali. Es wundert mich, dass im Lonely Planet kein Wort über diese Stadt, welche ich wirklich schöner finde als Cali, geschrieben steht. Touris sind absolut keine auszumachen. Ich fühle mich als richtiger Exot. So nach 5 Stunden Marsch von einer Ecke zur anderen bin ich dann wieder todmüde ins Hotel zurück und habe 2 Stunden mauerdick geschlafen. Mir macht die Höhe ein wenig zu schaffen. Ich habe teilweise Schwindelgefühle und wenn es hoch geht bin ich völlig ausser Atem. Ich hoffe, dass das sich in ein paar Tagen wieder legt. Der Verkehr ist auch in dieser Stadt ein richtiges Problem und schlägt sich auch heftig auf die Luftqualität nieder. Ich kann nicht verstehen, dass hier nicht einzelne Strassenabschnitte gesperrt werden. Ich bin überzeugt, dass die Stadt davon nur profitieren würde. Heute probier ich einmal ein spanisches Restaurant, welches ich entdeckt habe, aus. Ich habe mich auch entschlossen noch einen Tag hier anzuhängen. Gleichzeitig habe ich auch noch meine Wäsche zum waschen gegeben. Ebenfalls habe ich mein Motorradanzug, welcher es bitternötig hatte, auch gegeben und Ihnen die Wasch-Instruktion für diesen mitgeteilt. Nicht dass die den in den Tumbler hinein tun. Dann kann ich Ihn nämlich in die Kinder-Abteilung geben!

Datum: 27.07.12
Ort:  Pasto

Das spanische Restaurant war gestern auch wieder nichts. Ich glaube, die Kolumbianer können es mir nicht recht machen. Es kann nicht an Ihnen liegen, es muss an mir sein. Wahrscheinlich bin ich einfach zu anspruchsvoll. Als ich gestern vor dem spanischen Restaurant stand, stand ich vor verschlossener Tür, obwohl ich drinnen Leute und vor allem Licht wahrnahm.  Ich wollte schon umdrehen, da kam ein Mann auf mich zu und weisste mich an, dass ich oben an der Türe die Klingel drücken muss. Aha, die lassen nicht alles rein! Also klingelte ich und schon wurde die Türe geöffnet. Ich betrat dann das Restaurant und es hatte recht viele Leute. Ich setzt mich an den Tisch und bestellte irgendetwas Carne. Was genau kommen sollte wusste ich natürlich nicht. Auf alle Fälle kam ein Teller mit einem riesigen Steak und ein paar Frites. Dazu gab es Reis und ein Nudelsalat a la???? Das Fleisch schmeckte mir nicht. Die Frites waren wie Lumpen. Der Reis war wie Pampe und den Nudelsalat habe ich sowieso nicht gegessen. Mit viel Salz und Pfeffer habe ich dann das Steak wenigstens halbwegs hinuntergewürgt und die lumpigen Frites mussten halt auch noch dran glauben. Ich freue mich auf Quito, dort soll es internationale Küche haben. Soweit noch nennenswertes von gestern Abend. Heute bin ich zeitig aufgestanden und zum Frühstück. Menu 1, Rührei mit Pampbrot und Fruchtsaft. Anschliessend habe ich mich für Morgen noch mit ein wenig Proviant eingedeckt. Mineral und eine Schachtel Cookies, für den Fall, dass ich irgendwo liegenbleibe. In Quito muss ich dann nochmals in die BMW-Werkstatt. Ich verliere irgendwo Öl und das beunruhigt mich ein wenig. Haben die vielleicht zu viel Öl beim letzten Service rein geleert? Denn im Ölschauglas hat es Übervoll Öl drinnen. Ich kann mir einfach keinen Reim darauf machen und werde das checken lassen. Beim GPS vorbereiten, habe ich bemerkt, dass Ecuador nicht in der Südamerika-Datei ist und Garmin die auch nicht verkauft.  Nun habe ich wieder so eine Gratis-Datei auf dem Internet gefunden und hoffe, dass diese dann einigermassen funktioniert. Die letzte die ich auch so gefunden hatte funktionierte einigermassen. Nun zu einem anderen Thema: Ich glaube die Central- und Südamerikaner brauchen die Hupe, sei es am Motorrad oder am Auto, um auf sich Aufmerksam zu machen. Was würden die tun, wenn man Ihnen allen die Hupe wegnimmt? Ich glaube, die würden augenblicklich sterben. An einer Kreuzung, egal wo. Wenn der erste in der Reihe nicht in dieser Zehntelsekunde losfährt wenn die Ampel auf Grün schaltet, dann geht sofort ein drastisches Hupkonzert los und zwar der ganzen Reihe nach, nach hinten. Hat dann noch jemand die Frechheit, den Blinker rauszustellen, weil er die Fahrt verlangsamt und in den freien Parkplatz einfahren will, geht das Konzert wieder los. Natürlich, die Hinteren können ja nicht wissen, was der da vorne macht und vorsichtshalber steht man einfach auf die Hupe. Die Hupe ist auch das Signal, dass ich komme!! Fährt man auf eine Kreuzung zu, welche keine Ampel hat, wird kurz vor der Kreuzung die Fahrt nicht verlangsamt, sondern man steht auf die Hupe, damit einem der Andere, welcher von links oder rechts kommt, mich hören sollte und dass ich einfach durchfahren werde!!! Dass das nicht mehr Unfälle gibt ist mir irgendwie ein Rätsel und wird wahrscheinlich auch eines bleiben. Ohne das Hupen wäre die Stadt Mucksmäuschen still und man würde sich in einer Totenstadt wähnen, und das wäre dann sicher auch nicht südamerikanisch. Heute Abend werde ich irgendwo an einer Frittenbude einen Burger oder Pollo reinhauen und suche kein Restaurant mehr auf. Die können es sicher nicht besser, doch ich hoffe wenigstens, dass die Fritten knusperig sind.

Schlussfazit Kolumbien
Ich bin sehr beeindruckt von diesem Land. Eigentlich reut es mich, dass ich Cartagena nicht gesehen habe, denn auch dort sollte es sehr schöne sein. Kolumbien ist ein riesiges Land, dass eigentlich einen grossen Anteil an Urwald hat und dort sehr dünn oder gar nicht besiedelt ist. Kolumbien ist auf dem Weg ein moderner Staat zu werden. Ansätze sind wirklich auszumachen. Doch das geht noch ein paar Generationen. Sie haben, wie alle Süd- und Centralamerika-Staaten ein riesiges Verkehrsproblem. Erstens stinkt es in jeder Stadt von Autoabgasen. Zweitens sind die Strassen zum Teil eine Katastrophe. Doch überall wird an den Strassen gebaut und man sieht dass sie den Weg eingeschlagen haben. Aber es ist noch viel zu tun. Ich durfte durch wunderbare Landschaften fahren und habe von tropischem Klima bis Bergklima alles erlebt. Überrascht war ich, dass ich nochmals in der Corrdillera Occidenta in eine Stein und Steppenwüste hineinfuhr, welche mich nochmals einige Schweisstropfen kostete. Doch auch die war schön. Einfach von der Landschaft her ganz anders. Die Kakteen glichen ganz deren von der Baja California in Mexiko. Schlussfazit: Ich möchte jedem dieses Land ans Herz legen. Die Sicherheitslage ist auf den Hauptrouten für mich sicher. Das Militär kontrolliert und zeigt sehr freundliche Präsenz. Viele Male wurde ich mit einem erhobenen Daumen durchgewunken, was mich jedes Mal sehr, sehr freute. Ich würde jederzeit und immer wieder hingehen.











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