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El Salvador

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El Salvador

Einwohner: 7.3 Mio
Fläche: 21 000 km2
Hauptstadt: San Salvador
Sprache: spanisch
Währung: US-Dollar
Strom: 115 Volt

Bericht

Datum: 18.06.12
Ort:  Santa Ana (El Salvador)

Heute Morgen um 8 Uhr Abfahrt in Antigua. Eigentlich bin ich froh, dass es jetzt wieder weitergeht. Bei recht trübem Wetter bin ich Richtung Grenze zu El Salvador gefahren. Mein GPS hat mich heute am Anfang im Stich gelassen. Da eine Baustelle war konnte ich nicht dort durch, wo ich eigentlich musste und dann hat es mich etwa 10 km umgeleitet und nach der gefahrenen Strecke sagte es mir ich solle umkehren. Das war natürlich nicht so gemeint!!!! Ich habe dann nur noch ganz kurze Stücke eingegeben, bis ich auf der richtigen Strasse war und dann wieder Santa Ana in El Salvador eingegeben. Dies hat dann geklappt. Unterwegs wurde es immer trüber und ich "Arsch" habe es halt immer noch nicht gelernt, dass ich meinen Regenanzug vorher anziehen muss. Ca. 50 km vor der Grenze kam dann ein unglaublicher Vollregen. Ich hatte keine Möglichkeit, mich irgendwo unterzustellen und wenigstens jetzt den Anzug anzuziehen. Ich war verdammt soweit weiterzufahren, bis ich bei einem geschlossenen Restaurant in einem Dorf mich unterstellen konnte. Da waren aber schon wieder 10 km vergangen. Ich bin natürlich bis auf die Unterhosen nass geworden. Geschieht mir recht!! Ich habe dann den Anzug über die nassen Kleider gestreift und bin halt dann weitergefahren. Am Grenzposten von Guatemala ging's eigentlich recht schnell. Sie machte einen fetten Ausreisestempel in meinen Pass. Auf die Frage ob ich nicht noch einen Stempel und Unterlagen bekomme für mein Motorrad sagte sie Nein, das wäre schon in Ordnung. Bei den Kradvagabunden hat es geheissen, man bekomme einen Stempel auf die Rückseite des Permits. Als ich explizit auf dies hinwies, sagte sie nein, das sei in Ordnung. Nun, ich musste das glauben. Jetzt weiter zur Grenze von El Salvador, die nur etwa 500 Meter weiter vorne war. Ich bin dann dorthin gefahren, habe mein Motorrad abgestellt und bin an einen Schalter, es hatte etwa 6 davon. Hinter der Scheibe sass so eine Fette mit langen Fingernägeln. Ich habe extra meinen Satz auf Spanisch auswendig gelernt "temporare importo-Permis vehicolo".  Die meinte nein, so richtig abweisend, das sei schon gut, ich soll jetzt wieder gehen zur Immigration. Das habe ich dann gemacht und habe die Einreiseerlaubnis bekommen. Dann ging's weiter. Ich setzte mich auf den Töff und wollte weiter, da kam wieder ein Posten. Die fragten nach meinem Permit für den Töff. Jetzt wusste ich gar nicht mehr was richtig und was falsch war. Die redeten auf mich ein und ich verstand kein Wort. Scheisse, einfach Scheisse. Dann deutete mir ein Grenzer vom letzten Posten, ich solle mit Ihm kommen mit dem Töff und er lief voraus. Wieder am vorigen Grenzposten angekommen, deutete er mir, dass ich bei dem Herrn, der neben der "Fetten" war, alles weitere machen soll. Der hatte dann erkannt, was ich brauchte. Zuerst füllte er wahrscheinlich Formulare auf dem Computer aus und das hiess für mich einfach warten. Dann schickte der mich mit seinen Papieren 3 Schalter weiter zu einer Dame (nicht die mit den langen Fingernägeln!!). Die hackte auch wieder auf dem Computer herum und das hiess für mich halt wieder warten. Nach einer Weile gab sie mir mein Pass, Fahrzeugschein, Führerausweis und Internationaler Führerausweis zurück mit der Bitte, ich solle im nächsten Kopiershop diese kopieren und Ihr wieder bringen. Das habe ich dann auch gemacht und bin zum nächsten Kopier-Shop, der lag etwa 300 Meter vom Zollgebäude entfernt, und liess je eine Kopie machen. Dann wieder zurück zur gleichen Dame. Diese nahm die Kopien und die Originale wieder zu sich und hackte wieder am PC herum. Zwischendurch ging Sie raus zu meinem Töff und holte den Permit-Kleber von Guatemala. Von diesem Permit-Kleber machte Sie, und das ist jetzt Tatsache, eine Kopie!!!!! Ich habe nämlich hinten im Büro gesehen, dass die einen Kopierer haben!!!! Diese Arschlöcher schicken mich in den nächsten Kopier-Shop wegen 4 Kopien und jetzt kopieren sie frischfröhlich im eigenen Büro. Was machte ich? Warten!!!!! Nach einer Weile gab Sie mir wieder alle Unterlagen zurück mit der Bitte, ich solle mich wieder beim Schalter mit dem Herrn mit den Unterlagen melden. Wie befohlen machte ich das und dort musste ich ein Formular ausfüllen über mich und den Töff. Ich verstand natürlich nur die Hälfte und den Rest füllte dann der Beamte noch aus. Zwischendurch ging auch der mal wieder zu meinem Töff und schaute wahrscheinlich wegen der Rahmennummer oder sonst was. Was mache ich? Warten!!!! Am Schluss kam dann die Krönung. Er drückte mir mein Permit und alle Unterlagen von mir in die Hände und sagte ich soll mich noch bei der "Fetten" melden. Das habe ich dann gemacht und die verlangte nur noch mein Permit-Original. Was macht die mit meinem Original? Sie kopiert es auf dem büroeigenen Kopierer und gab mir 2 Kopien und das Original in meine Hände. Sie sagte dazu, ich solle das Original und eine Kopie beim nächsten Grenzposten, da wo ich ja schon mal war und zwar ganz am Anfang, abgeben. Ich setzte mich auf den Töff und fuhr zu dem 200 Meter entfernten Posten. Da kam eine Dame raus und verlangte das Permit und kontrollierte die Rahmennummer. Sie behielt eine Kopie (die Andere brauche ich dann für die Ausreise) und gab mir das Original zurück. Sie sagte dann, dass ich jetzt nach El Salvador einreisen darf. Das ganze Spiel hat jetzt 3 Stunden gedauert. Inkl. Guatemala, aber dies ging ja wirklich zügig. Etwas ineffizienteres als dieser Übertritt habe ich noch nie gesehen. Ich muss beim nächsten Übertritt auf alle Fälle den Netzstecker, welcher MEINE Nerven versorgt, unbedingt ziehen, ansonsten werde ich "Ausflippen". Ich hätte die alle in diesem Büro nicht nur einmal an die Wand nageln können. Ich schwang mich in den Sattel und fuhr los mit den Gedanken "Jetzt bin ich drin". Ich fuhr Richtung Santa Ana, welches noch etwa 30 km von der Grenze entfernt ist. Auf den ersten 10 km, das glaubt mir wahrscheinlich keiner, hat es 4 Kontrollen gegeben. 3 waren Polizei und eine Militär. Einmal musste ich den Pass zeigen und den Helm abziehen und einmal wurde ich gefragt wohin ich fahre und die anderen beiden Male wurde ich durch gewunken. Das soll El Salvador sein? Für mich gibt es nur eines, so schnell wie möglich wieder raus, Richtung Honduras und Nicaragua, wie ich es geplant habe. Als ich in Santa Ana ankam, ging die Hotelsuche wieder los. Ich habe dann eines gefunden, welches einen Innenhof hat und wo ich mein Töff abstellen konnte. Ich habe dann meine Klamotten, welche natürlich immer noch nass waren, ausgezogen und habe diese zum trocknen alle im ganzen Zimmer aufgehängt. Als ich umgezogen war wollte ich noch ein bisschen in die Stadt, denn beim Hotelsuchen hatte ich noch einige schöne Plätze gesehen. Mit meinem Fotoapparat bewaffnet und ein paar Dollars im Sack ging ich dann raus und lief noch in der Stadt herum. In einem Pizza-Hut nahm ich dann noch mein Z'nacht und liess mich mit dem Taxi wieder ins Hotel fahren, denn ich wusste nämlich überhaupt nicht mehr wo ich mich befand. Das Internet ist auch hier ein Problem. In meinem Zimmer habe ich zwar Verbindung aufs Netz aber dieses hat kein Conect zum Internet. Jedenfalls habe ich auf dem Verbindungszeichen immer das gelbe Zeichen drauf, dass ich nicht mit dem Internet verbunden bin. Als ich dies an der Rezeption meldete und dazu den Laptop mitnahm, sagt sie, ich solle doch mal noch auf der Verbindung von der Hotelhalle einsteigen. Und siehe da, es ging. Es ist zwar eine Arschschwache Leitung, aber meine Mails konnte ich wenigstens herunterladen. Webseiten zu öffnen geht fast gar nicht. Jetzt sitze ich da und schreibe meinen Bericht und dazu habe ich zwei hübsche, kühle Servecas verschlungen. Diese habe ich mir heute schwer erarbeiten müssen. Morgen geht es auf jeden Fall weiter. Zuerst fahre ich nach San Salvador der Hauptstadt von El Salvador und dann bis vor die Grenze zu Honduras. Die soll noch Schlimmer sein, nach Aussagen der Kradvagabunden. Honduras probier ich, da es nur 125 km sind, in einem Tag zu durchfahren und am selben Tag in Nicaragua einzureisen. Ich glaube zwar nicht, dass ich das schaffe.

Datum: 19.06.12
Ort:  San Miguel

Um 8 Uhr bin ich nach dem Frühstück abgefahren. Ich habe den Sicherheitsmann, der die Parkplätze bewacht, gefragt, ob's den Regnen kommt, denn es war ziemlich stark bewölkt. Der verneinte und sagte, dass es vor 15 Uhr nicht Regnen kommen wird. Ich werde nie mehr was glauben! Ich schwang mich dann in den Sattel und fuhr aus Santa Ana raus und kaum war ich recht draussen, schon tröpfelte es. Mir soll das nicht noch einmal passieren wie gestern. Ich hielt sofort an und zog den Regenanzug an. Es ging wirklich nicht lange und schon regnete es in vollen Strömen. Ich hatte ja geplant, dass ich zuerst nach San Salvador gehe und dann weiter nach San Miguel. In San Salvador hätte ich ein paar Fotos gemacht und mich ein bisschen umgeschaut. Aus dem wurde alles nichts. Ich bin zwar in San Salvador gewesen, aber es schüttete unglaublich. Die Strassen waren wie Bäche. In Senkungen musste ich die Beine anziehen, denn das Wasser stand dort bis 20 cm oder vielleicht auch mehr. Ablaufschächte hat es eigentliche keine, ausser denjenigen, wo das Wasser herausspritzte und auf die Strasse floss. Zum fahren eine Katastrophe. Anstatt die City anzuschauen bin ich ins nächst beste Restaurant und habe gewartet bis der Regen einigermassen verträglich wurde, ja er hörte dann sogar auf. Überall lag Schutt von den Seitenstrassen auf der Hauptstrasse. Nun, ich will ja nach San Miguel. Anstatt Fotos zu machen, machte ich mich auf, in das ca. 160 km entfernte San Miguel zu fahren. Ich kam gerade so aus der Hauptstadt und es schüttete schon wieder. Es hiess wieder anhalten und in einem Tankstellen-Shop ein Kaffee zu trinken. Was soll ich machen? Ich muss einfach durch die Gewitterfront fahren sonst komm ich nicht ans Ziel. Gesagt, getan. Ohne Rücksicht auf Verluste, denn das Wasser lief mir ja jetzt schon aus den Schuhen. Ich habe noch alles aus meinem Tank-Koffer ausgeräumt bis auf die Karte und alles in den wasserdichten Koffern verstaut. Ich bin etwa 80 km im Vollregen gefahren, mit höchstens 60 km/Std. Wasser, Wasser und nochmals Wasser. Endlich war ich durch und tatsächlich, zwischendurch schien sogar die Sonne. Jetzt hab ich's geschafft. Ich hielt an, zog meine Schuhe aus und leerte einmal das Wasser aus. Den Regenanzug hielt ich vorsichtshalber noch an. Mit den Temperaturen hatte ich überhaupt kein Problem, es war immer so um 24 Grad. In Guatemala hatte ich ja erwähnt dass die Schlaglöcher ein grosses Problem seien. Was ich in Guatemala gesehen habe und was ich hier sehe, dass schlägt jedem Fass den Boden raus. Hier hat es keine Schlaglöcher sondern Schlagbadewannen. Es grenzt ans kriminelle. Ohne Regen ist das schon ein richtiges Problem. Mit Regen, wenn diese gefüllt sind, bzw. die Strasse überflutet ist, kann man diese Badewannen überhaupt nicht mehr sehen. Ich schaute immer, dass ich mindestens ein Auto vor mir hatte, damit ich sah, wie deren Auto sich verhält und konnte dadurch meine Spur anpassen. Noch etwas Lebensgefährliches habe ich gestern Abend in Santa Ana gesehen. Dolendeckel, wie wir sie bei uns kennen, werden geklaut und weder ersetzt noch wird abgesperrt. Man muss einfach schauen, dass man so einen nicht erwischt. Wenn man mit dem Auto in so ein Loch fährt, ist garantier die Achse am Arsch. Wenn ein Velofahrer oder Töfffahrer in so ein Loch fährt, fliegt er unweigerlich ab. Ich weiss beim besten Willen nicht, wie diese Leute mit diesen Situationen umgehen können. Das kann doch jeden treffen. Für mich ist das völlig unverständlich. Zum Glück muss ich nicht alles Verstehen. Etwa 10 km vor San Miguel kam der Regen wieder. Wieder das gleiche Bild. Ich hielt kurz an und suchte auf meinem GPS ein Hotel und gab einfach das erst Beste ein und weiter ging's. Ich muss sagen, ich habe es sehr gut getroffen. Ein richtig schönes Mittelklassehotel für 40 Dollar. Denn Töff durfte ich in die offene Tiefgarage stellen, welche aber bewacht wird, wie fast alles hier. Jedes Restaurant, Apotheke und weiss nicht noch was, einfach alles ist zu gegittert und wird von bewaffneten Sicherheitsleuten bewacht. Sogar die Lastwagen haben eigene bewaffnete Sicherheitsleute dabei. Wie kann man hier so Leben? - ich gehe einfach davon aus, dass die gar nichts anderes kennen. Im Moment sieht es in meinem Zimmer aus, als wäre man in einer Wäscherei, denn ich habe alle meine nassen Sachen zum trocknen aufgehängt und hoffe, dass diese bis Morgen wieder einigermassen trocken sind. Am abend habe ich im Hotel gegessen. Es war sosolala.

Datum: 20.06.12
Ort:  San Miguel

Das Wetter präsentierte sich heute Morgen so schön, dass ich mich dazu entschloss, noch einen Tag länger in San Miguel zu bleiben. Da meine Kleider immer noch nicht ganz trocken waren, war's auch hierfür gerade recht, noch einen Tag anzuhängen. Gestern als ich ankam regnete es ja in Strömen und war auch bis zum Abend sehr stark bewölkt. Deshalb watschle ich heute mal in die Stadt um zu schauen was es Besonderes gibt. Eigentlich nichts Besonderes. Es hat, wie in fast allen Dörfern und Städten, jeweils einen Dorf-Platz oder Park etc. Das ist auch hier nicht anders. Eine schön renovierte Kirche und wieder einmal ein riesiger Markt. Hunderte von Kleinen- und Kleinst-Ständen. Vom Metzger, Fisch, Gemüse, Kleider, Schuhe, Handwerkszeug bis zu den Natels usw. Man könnte die Liste noch bis in die Ewigkeit nachführen, denn es käme einem immer wieder etwas in den Sinn. Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich dort auf dem Hauptplatz sicher ein Kaffee oder Restaurant finde, wo ich in Ruhe dem Treiben zuschauen könnte. Doch dem war nicht so. Nicht ein einziges Restaurant hatte es. Erst als ich bald wieder beim Hotel angekommen bin, habe ich eines hinter Gitterstäben und einem Revolverheld am Eingang entdeckt. Die haben sogar eine Espresso-Maschine!!! Seit zwei Tagen renne ich in El Salvador einem vernünftigen Kaffee hinterher, und das war wirklich der Volltreffer. Nach dem Kaffee bin ich in einen Einkaufsladen, gleich nebenan um zu schauen, was die so alles verkaufen. Es sieht eigentlich ähnlich aus wie bei uns, nur dass hinter jedem 2. Gestell ein Revolverheld steht und einen beobachtet. Beim Fleisch habe ich die Preise ein bisschen angeschaut. US-Import-Filet für 7.60 US-Dollar und das war dann auch das teuerste im ganzen Regal. Die Metzgerei hier hat einen ganz passablen Eindruck gemacht und ich könnte mir vorstellen, dass ich hier auch Einkaufen würde. Ich brauchte noch Mineral für Morgen und einen Sekundenleim habe ich auch noch gefunden. Mein rechter Spiegel am Töff hat sich aus der Halterung gelöst und mit 2 - 3 Tupfen Leim hält der dann wieder. Das Vibrieren des Spiegels während dem Fahren mag ich überhaupt nicht. Nach dem Studium wie, was und wohin mit der Karte und dem Lonely Planet habe ich dann mein Nachmittag verbracht. Ich werde Morgen so früh als möglich abreisen und direkt an die 70 km entfernte Honduranische Grenze fahren und das ganze Prozedere über mich ergehen lassen. Dann Honduras direkt durchqueren (ca. 130 km) und in Nicaragua ebenfalls über die Grenze. In Nicaragua werde ich, so habe ich es im Kopf, Richtung Küste nach Leon fahren. Es soll dort laut LP sehr schön sein. Ich lass mich mal überraschen. Voraussetzung ist natürlich, dass das Grenzprozedere im vernünftigen Rahmen abläuft.

Schluss-Fazit für El Salvador
Da ich nur 2 Tage in El Salvador gewesen bin und der eine Tag total verregnet war, ziehe ich kein Fazit. Meine Eindrücke waren von den zwei Städten der Schmutz, Unrat, sehr gefährliche Strassen, alles Vergittert, viel Polizei, viel Militär, Arm aber nicht hungernd, sehr freundliche Leute.

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