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Alaska

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Alaska

Einwohner:      710 000
Fläche:            1,7 Mio km2
Haupstadt:       Juneau
Sprache:          englisch
Währung:        US-Dollar
Strom:            120 Volt

Bericht
Ankunft
Am 2. Mai 2012 um ca. 22.00 Uhr bin ich in Anchorage gelandet, habe mein Gepäck abgeholt und bin nach draussen zu den Taxis. Dort habe ich neben den Taxis das Auto meines gebuchten Hotels gesehen und sofort gefragt, ob er mich mitnehmen würde. Er hat freundlich genickt und ist mit mir und ein paar anderen Gästen zum unweit entfernten Coast Hotel International gefahren. Ich sage Euch, ich war todmüde. Fünf Flughäfen gesehen, viermal umgestiegen und dazwischen immer wieder 2 - 3 Stunden warten. Das ist ja das was der Killer am liebsten macht!! Im Hotel eingecheckt und ins Zimmer und dann nur noch schlafen.

Am anderen Tag bin ich um 8.00 Uhr aufgestanden und bin erstmal Frühstücken gegangen. Heute brauch ich Energie, also Rösti mit Rührei und Speck. Man gönnt sich ja sonst nichts. Immer wieder die Gedanken im Kopf "ist denn mein Motorrad in Anchorage?", wenn ja dann wo? Das Cargo-Unternehmen hat mir mitgeteilt, dass sich ein Broker bei mir meldet und mir die genauen Daten, bzw. die Adresse mitteilt. Bis 10.00 Uhr ist nichts geschehen. Ich Mailte in die Schweiz zum dortigen Cargo-Unternehmen, mit der Antwort, dass mein Betreuer bis am 21. Mai in den Ferien weilt. Ich hatte eine Adresse vom Sub-Cargo-Unternehmen in den USA in New York. Dort meldete ich mich telefonsich bei Mike Serendinsky. Er hat mir dann mitgeteilt, dass mein Motorrad bei der FEDEX in Anchorage steht und zur Abholung bereit sei. Er würde mir per Mail die Abholungsbescheinigung schicken und dann könnte ich gehen. An der Reception habe ich gefragt, ob sie bereit wären mich an die besagt Adresse zu bringen und Sie haben sich bereitwillig zur Verfügung gestellt.

Dort ging es wieder zu wie in den Flughäfen (nun, ich war ja am Flughafen!), Sicherheitschecks und nochmals Sicherheitschecks, dann haben Sie mir eine Armbinde mit Codes und Nummern angeschnallt und ein dicke (die war dick!!) Schwarze hat mich ins Schlepptau genommen und mir gezeigt wo meine Kiste steht. Wenn ich meine eigenen Augen sehen hätte können, ich glaube die haben gefunkelt, denn was sahen die "MEINE KISTE MIT MEINEM BABY DRIN". Schwupps hiefte sich die Dicke auf den Gabelstapler und sagte, dass Sie die Kiste rausbringt auf den riesigen Parkplatz - dort könne ich mein Motorrad zusammenbauen und die Kistenteile gleich dort stehen lassen. Das ist doch mal ein Angebot. Die Dicke wurde immer netter und hat auch ein paar Lachfalten (wenn man hier von Falten sprechen kann) für mich übrig. Jetzt gings los, Armbinde wieder am Sicherheitscheck abgeben und sofort die Kiste öffnen und anfangen zusammenbauen. Nach ca. 2 Stunden war ich mit dem Zusammenbau fertig. Dann kam die Frage soll ich fahren oder soll ich nicht fahren, denn ich hatte ja keine Haftpflichtversicherung. Ich habe mich fürs Fahren entschieden, wie könnte es anders sein! Beim Hotel angekommen habe ich mal alles ausgepackt und ins Zimmer gebracht, denn ich muss ja noch alles richtig einräumen.

Jetzt kommt das Problem Haftpflichtversicherung. Ich ging zum Hotelmanager und habe Ihn gefragt, wo er, wenn er ein Motorrad hätte, seins versichern würde. Er sagte: "bei der Gecko", aber ich solle  doch bei der Harley Davidson-Vertretung vorbei gehen und die fragen. Ich ging die 2 Kilometer zu Fuss zu dieser Vertretung und die haben auch gesagt die Gecko. Also gehe ich zu der Gecko-Vertretung. Sie haben mir den Weg beschrieben und dieser war etwa eine halbe Stunde zu Fuss entfernt. Dort voller Erwartung angekommen haben die mir mitgeteilt, dass Sie solche Versicherungen nicht machen, sie wissen aber, dass die Alaska Pacific diese Versicherungen machen würden. Wieder Wegbeschrieb in die Hand gedrückt bekommen und los gings wieder für ca. ne halbe Stunde zu Fuss. Dort bin ich sehr zuvorkommend bedient worden und die Haftpflicht-Versicherung ist für mich jetzt bis an die Mexikanische Grenze abgeschlossen.

Jetzt bin ich soweit bereit, dass ich am 4. Mai loslegen kann. Erstes Ziel ist Fairbanks.

Datum: 04.05.12
Ort: Anchorage

Am Morgen bekam ich vom Cargo Brocker in Anchorage den Anruf, dass ich bei Ihm noch mein Garnet ATA abholen müsse. Das hätte ich fast vergessen!!! Um 9.00 Uhr bin ich etwa 10 Minuten dahin gelaufen und habe dieses bekommen. Dann zurück ins Hotel und packen. Um ca. 10 Uhr war ich Angezogen und bereit für den Start zur grossen Fahrt. Schlüssel rein, Helm auf und auf Start gedrückt und nichts ging mehr. Meine Batterie war einfach kaputt gegangen. Gestern noch vom Flughafen gefahren und jetzt dies. Einfach Scheisse und nochmals Scheisse. Ich habe die Batterie ausgebaut und bin wieder zum Harley Davidsonhändler gewatschelt. Die haben mir meine Batterie kontrolliert und festgestellt, dass diese am Arsch sei. Sie haben mir dann eine ähnliche Batterie gegeben. Ich musste die Anschlüsse noch neu verlegen aber die Batterie hat von der Grösse fast gepasst. Inzwischen ist es 12 Uhr geworden. Ein Klick und mein Baby lief. Nun geht's nach Fairbanks. Hoffentlich schaff ich das noch. Ich habs geschafft und ich bin in Fairbanks um 19.30 Uhr angekommen. Unterwegs habe ich einen Weisskopfadler und 2 Elche gesehen. Gesehen habe ich auch Regen, Schnee und schönes Wetter aber saukalt von 1 - 11 Grad war alles drin. Zeitweise war ich richtig durchfroren, doch ich musste unbedingt Fairbanks erreichen, denn dazwischen hat es fast nichts ausser Seen, Bäume und Berge sonst einfach nichts. Die kleinen Dörfer hatten keine Motels oder so. In Fairbanks übernachte ich im Golden Nugget Hotel. Eine richtige Spelunke, aber was solls, für eine Nacht tu ich mir das an. Ich wollte nicht noch lange eine Hotel suchen. In der Spelunke habe ich mir jetzt erstmal ein Hamburger eingeworfen, damit ich endlich wieder etwas zwischen den Zähnen habe, denn zum Zmorgen habe ich nur Kaffe und ein Tost gehabt. Eins weiss ich, dass ich so schnell wie möglich Richtung Süden will. Fairbanks ist jetzt der nördlichste Punkt auf meiner Reise und von hier ab geht's nur noch Südwärts. Es kann ja nur noch wärmer werden.

Datum: 05.05.12
Ort: Beever Creek

Hatte eigentlich eine Scheissnacht. Um 24 Uhr habe ich den Wecker gestellt, damit ich mein Töff kontrollieren kann, denn ich traute den komischen Gestalten nicht so. Um 2 Uhr klingelte das Telefon und ein Mann sagte hello und hängte wieder auf und um 7 Uhr bin ich aufgestanden und habe mich bereit gemacht. In der Lobby habe ich noch 2 Kaffee getrunken und bin dann los. Erst mal Tanken und ich hatte auch noch zu wenig Luft in den Rädern. Um etwa 8.30 Uhr gings dann richtig los bei schönstem Wetter. Jetzt bin ich in Beaver Creek (kein Natelempfang), ein winziges Nest bereits auf der Kanadischen Seite. Ich habe jetzt nur noch 9 Stunden differenz zur Scchweiz. Die Fahrt war auf den ersten 350 Km sehr schön. Einfach Wälder, Flüsse und Seen soweit das Auge reicht. Nicht zu vergessen, die vielen noch tiefverschneiten Berge. Dann kehrte das Wetter und es Regnete und Schneite. Etwa hundert km vor der Kanada-Grenze musste ich tanken und dann kam ein Mann auf mich zu und fragte wo ich hin fahre. Ich sagte nach Süden. Er sagte ich soll mindestens noch eine Stunde warten, denn nach etwa 20 km wäre die Strasse mit Schnee bedeckt und mit dem Motorrad wäre dies nicht gut. Ich wärweiste, soll ich hier bleiben oder warten. Ich entschied mich fürs warten und dann gings weiter. Der Schnee war dann nicht mehr so schlimm und ich konnte in den Fahrrinnen der Autos gut fahren. Nach etwa 20 km war das Wetter wieder super und ich war froh dass ich weitergefahren bin. Der Wetterwechsel ist hier wirklich extrem. Das kann innert 1 Min. aus einer einzigen Wolke schneien oder regnen und genau so schnell ist es wieder vorbei. Morgen habe ich das Ziel Whitehorse.

Fazit für Alaska: Obwohl es kein nächstes Mal gibt, müsste ich mindestens einen Monat später abfahren. Erstens ist die Vegetation noch absolut im Winterschlaf und die Kälte macht einem auf dem Motorrad sehr, sehr zu schaffen.













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